Online- und Distanzhandel in der Schweiz – eine Gesamterhebung vom VSV und GfK

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Weiterhin starkes Wachstum im Schweizer Online- und Distanzhandel. Zu den Gewinnern gehörden diejenigen Versandhändler, die dem Online-Handel eine hohe Priorität zukommen lassen. Textilien sind nach wie vor vorne, jedoch haben Produkte des täglichen Bedarfs wie z.B. Lebensmittel die höchsten Zuwachsraten verzeichnet.

Nachfolgend ein Auszug aus der umfangreichen VSV Medienmitteilung:

Der Verband des Schweizerischen Versandhandels VSV hat zusammen mit der GfK erstmals eine Gesamtmarkterhebung für den Online- und Distanzhandel in der Schweiz durchgeführt:

Im Jahre 2008 wurden über Internet oder Kataloge für 4.65 Mrd. CHF Waren an den Privatkunden (B2C) verkauft. Im Bereich Geschäftskunden (B2B) wurden rund 1 Mrd. CHF umgesetzt.

Gewinner im Jahre 2008 waren wiederum diejenigen Unternehmen, welche dem Online-Handel hohe Priorität einräumen und neue Internet-Kunden gewonnen haben. Der Online-Handel ist 2008 um 17 % gewachsen.

Online – Offline

Quelle: VSV Jahresstatistik 2002 - 2008
Quelle: VSV Jahresstatistik 2002 - 2008

Die detaillierte Befragung der im VSV organisierten Distanzhandelsunternehmen zeigt, dass 41 % der Bestellungen mittlerweile online aufgegeben werden, während die anderen 59% immer noch per Telefon oder Bestellkarte erfolgen.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Online-Bestellungen wiederum um 17 % gewachsen. Das Wachstum der Branche ist also durchwegs dem Online-Handel zu verdanken, der Katalog spielt aber immer noch eine tragende Rolle.

Entwicklung einzelner Sortimentsgruppen B2C

Stark nachgefragt werden weiterhin Textilien, Heimelektronik, Bücher und Food. Textilien machen mit rund 1 Mia CHF Umsatz immer noch den grössten Anteil im Distanzhandel aus, wobei hier 2008 nur ein geringes Wachstum zu verzeichnen war. Im

Verhältnis zum gesamten textilen Detailhandel macht der textile Versandhandel rund 9 % aus!

Sehr interessant ist, dass in der Schweiz der Bereich Food- und Genussmittel im Distanzhandel eine spezielle Rolle einnimmt. Formate wie Nespresso, LeShop oder Coop@home können Ihre Umsätze kontinuierlich steigern und machen diesen Bereich zum Gewinner des Jahres 2008.

Entwicklung B2B

Die B2B Versender konnten 2008 ein Umsatzwachstum von 4.3% realisieren und glänzen mit einem Internet-Bestellanteil von 49 %. 2009 werden somit voraussichtlich erstmals über 50 % der Bestellungen via Internet aufgegeben.

Auktionsplattformen (C2C) – hohe Transaktionsvolumen

Einen wesentlichen Anteil am Online-Handel haben mittlerweile die Auktionsplattformen von ricardo.ch und ebay. Auch wenn die privaten Auktionen weniger werden und die professionellen Anbieter diese Marktplätze immer mehr für sich beanspruchen, ist diese Form des Online-Handels nicht mehr wegzudenken.

Im Jahre 2008 wurden über Auktionsplattformen für rund 800 Mio CHF Waren verkauft. Schätzungsweise die Hälfte
dieser Transaktionen wurde von professionellen Händlern realisiert, der Rest dürfte im so genannten C2C zwischen Privatpersonen realisiert worden sein.

Ausblick und Trends

2009 dürfte der Online- und Distanzhandel Wachstum verzeichnen können, welches über demjenigen des stationären Handels liegt. Die steigende Preissensitivität und die Transparenz des Internets werden diesen Trend stützen und den Kunden noch mehr ins Internet führen.

Ebenso erwartet der VSV, dass weitere Unternehmen aus dem stationären den Schritt in den Online-Handel aber auch das Kataloggeschäft wagen müssen. C&A, H&M aber auch Media Markt haben diese Schritte andernorts bereits vollzogen, der Schweizer Kunde darf gespannt sein, welche Schweizer Anbieter diesen Schritt auch wagen
werden.

Mulit-Channel Anbieter werden die Gewinner der nächsten Jahre sein. Im Weiteren dürften immer mehr hochspezialisierte Shops mit kleinem aber ausgewähltem Angebot entstehen. Das Internet demokratisiert den Handel – jedermann ist heute ein Händler. Ebay und ricardo sind günstige Einstiegsportale um den Traum des eigenen Handelsunternehmens zu realisieren.

Immer wichtiger werden für den Online-Anbieter die Markenbekanntheit und das Kundenvertrauen. Nur wer bekannt ist, gut bewertet wird und über ein seriöses Geschäftsmodell verfügt, wird überleben. Die Internet-Generation sortiert und selektiert schnell und demokratisch.


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