Wie Golem vor wenigen Tagen schrieb, verkaufte Amzon am Weihnachtstag mehr Kindle E-Books als gedruckte Bücher. Demnach war der Kindle in den USA das beliebtestes Geschenk, das Kunden bei Amazon bestellten. Am ersten Weihnachtstag wurden sogar mehr elektronische, als gedruckte Bücher bei Amazon verkauft.
Damit scheint der (technische) Damm zum Konsum von elektronischen Büchern auf dafür geeigneten Geräten gebrochen. Sieht man diese Entwicklung auch im Zusammenhang mit der Ankündigung, dass Apple womöglich bereits im Januar das schon lange erwartete Tablet-Device bringt, könnten das dieser Entwiclung einen weiteren fulminanten Schub verleihen. Apple wird jedoch einen Schritt weiter gehen und nicht nur E-Books und News anbieten, sondern seinen Tablet auch zum portablen TV-Gerät entwickeln, wie kürzlich die Financial Times berichtete.
In Sachen E-Commerce generell und den Vertrieb von Büchern speziell erwarte ich diesbezüglich grössere Verändrungen in den nächsten Monaten. Ich hoffe, die Schweizer Online-Buchversender sind in den Startlöchern, denn man riecht bereits den Pulverdampf des bald ertönenden Startschusses.
Der etwas andere Jahresrückblick – auch mit dem einen oder anderen E-Commerce und E-Business Bezug. Sensationell umgesetzt – Kompliment!
In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen phänomenalen Rutsch ins Neue Jahr – voller Vorfreude auf neue spannende Entwicklungen und Begegnungen im Online-Business.
Vor einigen Wochen machte Digitec seine neue Plattform für Haushaltgeräte GerdaHome startklar. Damit wurde das Kerngeschäft von nettoshop.ch direkt angegriffen. Seit 2 Wochen nun bietet nettoshop.ch im Gegenzug Unterhaltungselektronik an und segelt damit in den Gewässern von Digitec.
Man darf gespannt sein, wie sich die beiden Player gegeneinander behaupten. Das Angebot bei nettoshop.ch ist noch bescheiden und nicht mit demjenigen von Digitec zu vergleichen. Die Preise jedoch sind aufgrund einiger Stichproben durchaus attraktiv; beide liefern beispielsweise portofrei und bei den wenigen TV-Geräten, die bei nettoshop.ch im Angebot sind, liegen die Preise jeweils 2-3% unter denjenigen von Digitec (Beispiel Sony KDL-40E5510: Digitec CHF 1’452.-/ nettoshop.ch CHF 1’425.-).
Das selbe gilt z.B. auch für Digitale Spiegelreflexkameras. Auch hier ist das Angebot bei nettoshop.ch (wohl noch) äusserst limitiert, aber die Preise können sich sehen lassen (Beispiel Panasonic DMC-G1KEG-A Blau: Digitec CHF 1’199.-/ nettoshop.ch CHF 1’033.-).
Dass beide Shop-Applikationen noch grosses Potential aufweisen und in keiner Weise auf der Höhe der Zeit sind, möchte ich hier nicht weiter kommentieren.
Disclosure: nettoshop.ch ist Kunde von Carpathia im Bereich E-Commerce Prozesse.
Erste kleine Bereinigung im Schweizer E-Commerce. Das Mutterhaus von Brack Electronics, die Competec AG, übernimmt den Innerschweizer Computer-Versender Architronic rückwirkend per 1. Oktober 2009.
Gem. Medienmitteilung soll Architronic, die seit 11 Jahren im Onlineversand tätig sind, als eigene Unternehmenseinheit in der Comptec-Gruppe geführt werden, alle Mitarbeiter werden übernommen. Die Übernahme erfolge auch als Nochfolgeregelung auf Seiten von Architronic.
Folgende Passage in der Medienmitteilung lässt aufhorchen:
Die vor einigen Monaten in Angriff genommene strategische Neuausrichtung hin zum Anbieter mit einem breiten Sortiment und grösserem Augenmerk auf Service führt die neue Eigentümerschaft fort. Schon zu Beginn setzt Competec ein Zeichen: Architronics Angebote werden in den nächsten Tagen nicht mehr auf Toppreise.ch gelistet.
Derzeit sind sowohl Brack wie auch Architronic noch bei toppreise.ch gelistet. Was hat es also mit dem Delisting auf sich? Wird Architronic innehalb der Competec Gruppe anders positioniert, damit keine direkte Konkurrenz mehr besteht? Sinn würde dies durchaus machen. Preislich sind beide etwa gleich positioniert.
Synergien sind wohl nicht nur bei den Backend-Systemen vorhanden (beide Player verwenden MS Dynamics Nav) sondern auch in der Onlineshop-Applikation. Während Brack seit einigen Monaten mit einer durchaus tauglichen Suche aufwarten kann, überzeugt Architronic mit dem frischeren Layout und intuitiveren Funktionen. Hier können die beiden Anbieter gegenseitig profitieren voneinander.
Das neue eMagazin mit vielen News, Tipps & Tricks sowie Fachbeiträgen rund um die Themen eCommerce, Web-Trends, Online-Marketing und Web-Entwicklung steht jetzt kostenlos unter www.estrategy-magazin.de zum Download bereit.
Das Magazin erscheint neu einmal pro Quartal – die erste Ausgabe legt den Fokus auf die Open-Source E-Commerce Lösung Magento, ERP-Connectoren, interessante Extensions wie auch SEO für Magento Lösungen. Zudem finden sich weitere Shopsysteme im Überblick.
Für wen ist das Magazin gedacht? Laut Pressemeldung ist dies:
Zielgruppe des eStrategy-Magazins sind internetinteressierte User, Webshop- und Seitenbetreiber, Agenturen und Entwickler, die über Neuigkeiten, Tipps & Tricks sowie Lösungsansätze aus dem Webumfeld kostenlos und fundiert informiert werden möchten. Die Artikel werden dabei sorgfältig recherchiert und von erfahrenen Experten aus Ihrem jeweiligen Themenumfeld verfasst.
Wer grenzüberschreitenden E-Commerce anbietet kommt – im Verkehr mit der Schweiz – nicht am Thema Zollvorbei. Hier wurde vor nicht allzu langer Zeit die sogenannte Freigrenze für den Import von Waren eingeführt. Aktuell liegt diese bei CHF 5.-; d.h. wenn die MwSt weniger als 5.- beträgt, wird kein Zoll erhoben.
Mit dem aktuell gültigen Schweizer Mehrwertsteuer-Satz von 7.6% auf normale Güter entspricht das einem Warenwert von knapp CHF 66.-, beim reduzierten MwSt-Satz von 2.4% (beispielsweise für Bücher) ist das schon ein Warenwert von über CHF 200.-. Zusatzkosten für Versand und Verpackung sind in diesen Berechnungen nicht berücksichtigt.
Wirklich kostspielig ist die Entrichtung der MwSt nicht – nein in der Schweiz haben wir beim Import gar noch Vorteile durch den im Vergleich mit der EU sehr niedrigen MwSt-Sätzen – die EU-Anbieter verrechnen idR. netto. Ins Geld gehen aber die happigen Verarbeitungsgebühren von bis zu CHF 30.- pro Sendung. Daher fordern nun Politiker, die Freigrenze zu verdoppeln, um den grenzübergreifenden Onlinevertrieb zu fördern.
Bestellung auf mehrere Lieferadressen bei amazon.com splitten
Aber wie gewohnt werden die Mühlen in Bern hier seeeehr langsam mahlen. Innovative Anbieter wie Amazon haben das schon länger bemerkt.
Ihre Checkouts sind zwar noch nicht automatisiert, dass abhängig von den gekauften Gütern und den anzuwenden MwSt-Beträgen die Bestellungen gesplittet wird. Aber die Funktion, dass die Bestellung auf mehrere Adressen verteilt werden kann, ist schon erstaunlich prominent platziert.
Offiziell kommuniziert wird das natürlich nicht explizit, aber wer diese Hilfetexte studiert wird gerne von der Funktion zum Splitting der Order auf mehrere Adressen Gebrauch machen.
Wer die Schweizer Medien in den letzten Tagen verfolgt hat und sich gleichzeitig mit E-Commerce auseinandersetzt, kann nur den Kopf schütteln.
Die Post beschäftigt sich wieder mal intensiv mit sich selbst. Querelein auf höchster Führungsstufe und untaugliche Vorschläge zur Finanzierung des Service-Public, welche nur mit einer vorherrschenden Ohnmacht zu erklären sind. E-Commerce ist per-se Distanzhandel – unabhängig seiner Ausprägung. Die gekauften Produkte müssen zum Kunden spediert werden. Und das ist DIE grosse Chance für die Logistiker. Aber da scheint man in Bern weiterhin etwas zu schlafen und überlässt das Geschäft gerne privat-rechtlich organisierten Unternehmen wie DHL, DPD, FedEx, UPS etc.
Die Post versucht sich aber auch als Full-Service Partner zu positionieren und bietet zwischenzeitlich E-Commerce Gesamtlösungen. Grundsätzlich ein guter Approach, aber es macht wiederum den Eindruck, dass die bestehenden Services neu gebündelt und – im wahrsten Sinne des Wortes – als Paket angeboten werden. Wirklich innovative Modelle sind noch nicht auszumachen.
Mit der mangelnden Innovation steht die Post jedoch nicht alleine da. Vor wenigen Tagen wurde publik, dass sich der deutsche Logistik-Spezialist Fiege als Fulfilment-Partner beim Metro-Konzern (Saturn / Mediamarkt) engagiert. Mediamarkt, der online ja bereits einmal grandios scheiterte, ist wohl im Begriff, den selben Fehler mit doppeltem Handicap nochmals zu begehen. 2010 ist die Neulancierung des Onlinegeschäfts geplant.
Innovative Fulfilment-Modelle werden derzeit (fast) nur von E-Commerce Pionieren wie Amazon propagiert. Dort setzt man neben dem bestehenden Retail-Geschäft vermehrt – und äusserst erfolgreich – auf Merchant- sowie Developer-/Infrastructure-Services. Vor allem interessant sind die Services für Händler wie Payment & Billing und Fulfilment.
Innovative Services also, die komplett skalierbar sind, schnell an neue Herausforderungen des Marktes adaptiert werden können oder sich auch nahtlos in moderne E-Commerce Konzepte integrieren lassen. Alles verbunden mit sehr niedrigen Fix- und Setupkosten. Es wäre schön, wenn die Logistik-Innovation mit derjenigen des E-Commerce Schritt halten würde – und nicht ständig hinterher zu hinken scheint. Denn im E-Commerce geht derzeit “die Post ab”.
Das Jahresende naht und immer wieder beliebt sind die “traditionellen” Bestenlisten. Für die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Marketing + Kommunikation habe ich das E-Commerce Jahr in der Schweiz zusammengefasst.
Diese Zusammenfassung erfolgt nicht als Top-10 Liste sondern deckt viel mehr folgende hier kurz als Resumé widergegebenen Punkte ab:
Testmarkt Schweiz neckermann.ch blickt nun auf das erste volle Jahr als Pure-Internet-Player in der Schweiz zurück. Eine kurze Betrachtung und Einschätzung der Co-Geschäftsführer Martin Gittel und Marc Oberländer
Liveshopping setzt sich auch in der Schweiz durch
Eine kurze Betrachtung des Schweizer Marktes und erste Erfahrungswerte von Malte Polzin zu DayDeal.ch
Studien zum E-Commerce
Noch nie gab es mehr Studien zum Schweizer E-Commerce als 2009. HSG, FHNW/Datatrans und VSV/GfK haben alle verschiedene Facetten des Schweizer Onlinehandels untersucht. Eine vollständige Übersicht über sämtliche Studien gibt es bei der FHNW.
Konkurrenz belebt die Branche – zahlreiche neue und relaunchte Webshops
Die für die Jahresend-Rally bereits publizierte Liste wurde nochmals ergänzt.
Gestern publizierte Namics die Medienmitteilung zum Relaunch von coop@home, bereits am 8. Dezember veröffentlichte Coop eine Medienmitteilung und erklärte:
Der Trend zum Online Einkauf hält an. coop@home steigerte in den ersten 11 Monaten 2009 ihren Umsatz um 24 %. Ab sofort wird online Einkaufen bei Coop noch attraktiver. coop@home präsentiert sich in einem neuen Kleid mit grösseren Bildern und gut lesbarer Schrift. Doch nicht nur optisch ist coop@home verändert worden. Durch eine verbesserte Suchfunktion, individuelle Anzeige von Produkten und der Vergrösserung des Liefergebiets wird online Einkaufen viel bequemer.
Nachdem die meisten Medien diese Anpreisung kommentarlos übernommen haben erlaube ich mir einen kritischen Blick auf die Neugesteltung des zweitgrössten Online-Lebensmittelhändlers der Schweiz (und relativ gesehen wohl auch einer der Top-10 der Welt – sind wir doch Vize-Weltmeister im Onlineeinkauf von Lebensmitteln).
Dass der Launch – gelinde gesagt – unplanmässig verlaufen ist, dazu wurde von anderer Seite ja schon verschiedentlich berichtet. Der Shops war denn auch statt der geplanten 1 1/2 Tage knapp 3 Tage nicht erreichbar, also während den in der Regel umsatzstarken Tagen Samstag-Montag, was hochgerechnet wohl etwa eine halbe Million an Umsatzeinbusse verursacht hat.
Vor dem kurzen Review des Shops noch ein Wort zu den Akteuren: Mit Coop, der Nummer zwei im Schweizer Detailhandel, waren auf Business-Software-Seite Movento als SAP-Partner involviert, auf der Onlineseite mit Namics die grösste Schweizer Agentur. Also alles Top-Shots. Umso mehr erstaunt es denn, dass das Resultat – wie auch der Launch selber – nicht zu überzeugen vermögen.
Ein paar Punkte herausgegriffen:
SEO (Suchmaschinen-Optimierung):
Kurz gesagt, an Suchmaschinen wurde schlichtwegs nicht gedacht. Der Shop hat bzgl. SEO dermassen viel Potential rsp. da wurden die einfachsten Massnahmen weggelassen. Angefangen bei den knackig formulierten Title-Tags die unisono und originell “coop@home” heissen, über die Seitenprogrammierung mit verschachtelten Tabellen im Content, über nicht vorhandene Meta-Description, das Weglassen von Canonical-URLs, das Ignorieren von Alt-Texten bei Bildern bis zu den unsäglich langen URLs.
Ein Beispiel gefällig? Die beliebten Max Havelaar Bananen gibt es bei LeShop mit einer URL von 60 Zeichen, bei Coop gibt’s das selbe Produkt mit einer sagenhaften und rekordverdächtigen 402 Zeichen umfassenden URL. Den Vogel schiesst aber auch der Fact ab, dass die Weiterleitung der URL www.coopathome.ch mit einem Meta-Refresh stattfindet.
Zwar akzeptieren dies Google und Yahoo mittlerweile widerwillig als 301er oder 302 Redirect, sofern wie bei coop@home kein Delay definiert ist. Diese Weiterleitung wirkt jedoch wie eine quick & dirty Lösung, aber irgendwie auch wieder symptomatisch für das Ergebnis.
Startseite
Ich hielt es anfänglich für ein Performance Problem, dass das Hintergrundbild nicht geladen wird; musste aber zwischenzeitlich lernen, dass der Hintergrund der Startseite tatsächlich und gewollt schwarz ist (wie sagte vor Jahren Mal Peter Hogenkamp…). V.a. bei grossen Bildschirmen ist da ein beträchtlicher Anteil an schwarz zu sehen. Ich wäre gespannt zu erfahren, wie stimulierend sich das auf das Einkaufsverhalten von Lebensmitteln auswirkt. Ich persönlich würde dem eher kritisch gegenüber stehen, aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.
Wer tiefer in das Sortiment eintaucht und beispielsweise das Weinsortiment besucht, dem wird der passende dunkelrote Hintergrund präsentiert. Schön gemacht hingegen ist die Darstellung der aktuellen Aktionen und den Angeboten der Woche in den jeweiligen Sortimenten.
Suche
Dass die Suche nicht das gelbe vom Ei ist und eklatante Mängel bei für Coop wichtigen und margenträchtigen Produkten aufweist, dazu hat Malte Polzin ja bereits in seinem Blog hingewiesen. Wer mehr als 12’000 Produkte im Angebot führt, der muss der Suche höchste Priorität einräumen. Der Besucher wird diese Funktion prioritär benutzen, also muss diese ihm alle sinnvollen Hilfestellungen bieten.
Gut versteckter Hinweis zur korrekten Schreibweise von Suchbegriffen
Zwar versucht die Suche falsche Schreibweisen während dem Tippen zu korrigieren. Da der Shop jedoch immer noch zeitweise grosse Performance-Schwächen zeigt, sind diese Vorschläge nicht schnell genug. Wer mal kurz nach “Havelar” sucht – um beim berühmten Bananenbeispiel zu bleiben – erhält keine Treffer mit der falschen Schreibweise. Wer jedoch ganz genau hinschaut, der sieht gut drapiert zwischen Aktionen und Angeboten den Hinweis, “meinten Sie: Havelaar”.
Schön gelöst finde ich wiederum die Möglichkeit, die Suchresultate auf verschiedene Arten (Galerie oder Liste) darzustellen.
Auch das Filtering der Resultate erscheint zweckmässig, wenn auch die Liste der zur Verfügung stehenden Attribute recht umfangreich werden kann.
Warenkorb und Checkout
Noch ein paar Worte zum angekündigten 1 Click-Check-Out, der sowohl im Newsletter wie auch auf der Coop-Startseite angepriesen wurde/wird. Von diesem ist leider nicht mehr viel übriggeblieben. Es handelt sich vielmehr um einen schlanken Checkout der die wichtigsten Elemente wie Benutzerdaten, Lieferangaben, Zahlungsmittel auf einem Screen zusammenfasst.
Verwirrende Registrierung rsp. Wiedererkennung bei coop@home.ch
Irritierend ist jedoch bereits das Login. Einerseits erkennt mich coop@home als wiederkehrenden Kunden “sind Sie nicht Thomas Lang, klicken Sie hier”, gleichzeitig werde ich gefragt, ob ich mich anmelden oder registrieren möchte? Ja was denn nun – kennt man mich oder nun doch nicht? Das lässt das subjektive und ungute Gefühlt von mangelnder Sicherheit beim Kunden aufkommen.
Das Füllen des Warenkorbes geht recht zügig voran und zeigt auch immer gleich, wie viel eingespart wird dank Aktionen. Psychologisch sehr gschickt ist das gelöst, Chapeau.
Was aber – wohl auch nicht getestet – ebenfalls als Killer deklariert werden kann ist, dass zeitweise keine Artikel aus den Suchresultaten in den Warenkorb verschoben werden können. Die Suche ist zentrales Element in einem solchen Shop und hat auch in der Medienmitteilung ihren prominenten Platz bekommen. Aber Einkaufen aus den Suchresultaten lässt sich zweitweise leider nicht!
Zur Kasse geht es erst, wenn der Mindestbestellwert erreicht ist. Das wird einem jedoch leider nicht gesagt, der Knopf bleibt grau bis die Schwelle erreicht wird, der User wird hier alleine gelassen. Dann geht es aber zügig voran, sofern die Systeme verfügbar sind. Während meinem heutigen Test bin ich leider immer beim Proxy-Error gelandet. Aber frühere Tests nach dem Relaunch zeigten, dass hier die Prozesse stark gestrafft wurden und wer einmal alles erfasst hat, kann bei späteren Bestellungen tatsächlich von so etwas wie einem1 Click-Check-Out profitieren.
1 Click-Check-Out von coop@home
Anmerkung: Auch beim erneuten betrachten der Pressemeldungen gewinnt man den Eindruck, dass hier die Coop-Kommunikation und das Online-Team nicht eng genug zusammenarbeiten. Der Relaunch wurde den Kunden gross angekündigt (auch wegen der geplanten Downtime) und neue Funktionen in Aussicht gestellt. Der 1 Click-Check-Out wurde sowohl im Newsletter wie in der Pressemeldung mit eigenem Visual kommuniziert.
Dieses Visual selber findet sich im gesamten Onlineshop von coop@home nirgends. Der Wiedererkennungswert ist gleich Null. Und dass sich der Konkurrent LeShop bei dieser unglücklichen Kommunikation auch beim Relaunch nicht zwei Mal bitten lässt, erstaunt nicht.
Fazit: In Anbetracht der Tatsache, dass hier alles Big-Player am Werk waren, finde ich das Resultat eher enttäuschend. Der Schweizer E-Commerce ermöglicht doch bessere Lösungen, die auch entsprechend lanciert und kommuniziert werden können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass von den involvierten Partien jemand mit diesem Ergebnis wirklich zufrieden sein kann – und auch die Zahlen können es kaum sein.