Wie präsentiert man Produkte im Onlineshop 2010

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Am Kongress der Internet-World habe ich am vergangenen Dienstag zum Thema „Moderne Produktpräsentationen in Onlineshops“ referiert.

Markus Bokowsky, Geschäftsführer von Bokowsky + Laymann, einer Agentur für Marketing in Computer-Mediated Environments, die seit 1996 Internet-Präsenzen und E-Business-Anwendungen für Organisationen und Unternehmen konzipiert und realisiert, hat basierend auf dieser Präsentation einen tollen Blogbeitrag verfasst.

Wiedergabe des Blogbeitrages erfolgt mit freundlicher Genehmigung.

Auf der soeben zu Ende gegangenen Internet World gab der Schweizer E-Commerce-Consultant und Geschäftsführer der Firma carpathia, Thomas Lang, Einblicke in die Anforderungen moderner erfolgreicher Onlineshops. Die Zeit ökonomischer, aber emotionsloser Produktdarstellung ist vorbei, so Lang: Produkte müssen auch Online inszeniert werden, Emotionalität sei gefragt. Wie kann dies erreicht werden? Lang zeigte sechs erfolgversprechende Ansätze auf, die sich natürlich nicht alle für jeden Shop eignen, für jeden aber sollte etwas dabei sein.

Visual Search
Menschen sind es zunehmend gewohnt, sich nicht über Kategoriebäume zum gewünschten Produkt zu hangeln, sondern auch innerhalb des Shops die Suche zu verwenden. Eine gut funktionierende interne Suche mit Features wie „Type Ahead“ oder „Did you Mean“ sollte daher heute selbstverständlich sein. Der nächste Schritt werden visuelle Suchen sein, so Lang, wie sie beispielsweise bei nike.com bereits zu sehen sind.

Zoom und 3-D-Ansichten
Beides fast so alt wie der E-Commerce selbst; dank großer Bandbreiten, schneller PCs und großer Monitore heute aber endlich vernünftig einsetzbar. Natürlich ist das haptische Erlebnis online nicht ersetzbar, dann sollte wenigstens das Visuelle so gut wie möglich umgesetzt werden. Und die Vorteile, die das Medium gegenüber dem stationären Handel bietet, wollen auch ausgespielt werden. Ein 50-Zoll-Monitor lässt sich im Onlineshop bequem mit der Maus drehen und die HDMI-Anschlüsse auf der Rückseite inspizieren. „Versuchen Sie das mal im Elektromarkt, wo er im Regal an der Wand steht“, so Lang. Scheuen sollte man sich auch nicht vor vielen Fotos und genauen Detailaufnahmen. Wenn der Kunde zoomt, dann will er auch deutlich mehr sehen als auf dem Ursprungsfoto.

Produktkonfiguratoren
Auch wenn 3-D-Drucker – einer der Megatrends der kommenden Jahre – für die meisten Produkte noch keine zufrieden stellende Qualität liefern, Mass Customization ist doch in vielen Branchen schon heute möglich. Die Möglichkeiten gehen da weit über die bekannten Beispiele wie T-Shirts hinaus. Nachfolgend ein Beispiel von trashic.ch.

Videos
Die Einbeziehung von Bewegtbild in Webauftritte zog sich wie ein roter Faden durch das Programm der diesjährigen Internet World. Es herrschte die einhellige Meinung vor, dass Video große Vorteile bringt. Im Online-Shopping-Bereich wird von einer möglichen Steigerung der Conversion Rate um bis zu 30 Prozent berichtet. Thomas Lang zeigte darüber hinaus aber noch andere Formen, Video zugunsten des eigenen Umsatzes einzusetzen. Es muss dabei nicht einmal auf der eigenen Website zu finden sein. Freakige, aber authentische Produktvorführungen auf YouTube wie z.B. von winelibrary.tv oder das bekannte „Will it Blend“ von Tom Dickson sind Beispiele, wie man auch ohne großen technischen Aufwand beachtliche Reichweite erzielen kann.

Drittsysteme
Die Einbeziehung von Drittsystemen muss aber nicht bei Videoplattformen aufhören. Metaplattformen wie smatch.de oder Stylefruit werden an Bedeutung gewinnen. Lang ermuntert dazu, diese Angebote zu nutzen und keine Angst zu haben, die Produkte aus dem eigenen, geschützten Markenkontext zu „entlassen“. Durch Social Networks und den dadurch vermutlich zunehmenden Social Commerce wird sich der Trend zu Umsätzen außerhalb des Shops auf der eigenen Website sicherlich noch verstärken. Eine immer wichtigere Rolle wird hierbei der Social Graph spielen.

Augmented Reality
Begonnen hat Augmented Reality im Web, seinen Siegeszug wird es aber auf mobile Devices antreten. Gute Beispiele, wie sich Augmented Reality in Shops integrieren lässt, sind z.B. glassesdirect.co.uk. Hier lassen sich auf ein hochgeladenes Foto die verschiedenen Brillen des Shops montieren; oder aber diverse Modeshops, in denen der User als sein eigenes Supermodel fungieren kann (z.B: mvm.com). Wohin die Reise im mobilen Bereich gehen wird, zeigen Ikea oder demnächst auch die Deutsche Post mit neuen Augmented Reality Apps für iPhone & Co. Couponing ist erst der Anfang, mobile Devices werden auch im E-Commerce stark an Bedeutung gewinnen.


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3 KOMMENTARE

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    „Es muss mehr menscheln im E-Commerce“, lautete bereits eine der zentralen Zukunftsthesen auf den Live Shopping Days. Und auch auf dem Internet World Kongress wurde nun bemängelt, dass vielen Shops der emotionale Faktor fehle: „Auf der soeben zu End…

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