Juni 2010
Monats-Archiv
E-Business&E-Commerce
25 Jun 2010 11:25 am
Otto steigt in den Onlinehandel mit Lebensmitteln ein
Ob uns Deutschland den Titel des Vize-Weltmeisters streitig machen will? Ich spreche nicht von Fussball, sondern vom Onlinevertrieb von Gütern des täglichen Bedarfs.
Nach England hat die Schweiz die größten pro Kopf Ausgaben für Lebensmittel im E-Commerce. Möglich machen das Onlinepioniere wie LeShop oder coop@home.
Gemäß einer Meldung der deutschen Lebensmittelzeitung plant Otto nun in Deutschland den Einsteig in das Onlineshopping mit Lebensmitteln.
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24 Jun 2010 03:00 pm
Die Rolle der Zahlungsmittel im Schweizer E-Commerce
Für die aktuelle Ausgabe des Online PC Magazins durfte ich an einem Beitrag zu Online-Zahlungsmitteln mitarbeiten und stand Red und Antwort zur Bedeutung der Zahlungsmittel im Interview, welches ich mit freundlicher Genehmigung der Redaktion widergebe:
Online PC: Worauf gilt es bei Internetzahlungen zu achten, um böse Überraschungen zu vermeiden?
Thomas Lang: Der Anbieter sollte unbedingt durch den Kunden identifiziert werden können, wenn ausschliesslich Vorauskasse oder Kreditkarten angeboten werden. Bei diesen Zahlungsmethoden erfolgt die Überweisung vor der Lieferung des gekauften Artikels oder des Service. Zudem ist darauf zu achten, dass bei der Übermittlung von Personendaten und Zahlungsinformationen wie Kreditkartennummern die Verbindung mit einer Verschlüsselung gesichert ist. Man sieht dies an der Webadresse, die mit https anstatt http beginnt. Moderne Browser visualisieren verschlüsselte Verbindungen zudem mit einem Sicherheits-Icon, wie etwa einem Schloss. Im Weiteren lohnt sich immer ein Blick in die AGB, wie Rücksendungen, Gutschriften und andere Leistungen im Zusammenhang mit Retouren geregelt sind. Im Zweifelsfall empfehle ich, gegen Rechnung oder mittels Kreditkarte zu bezahlen. Bei Ersterer zahle ich erst,wenn die Leistung des Shops erbracht ist, im zweiten Fall habe ich die Möglichkeit, ungerechtfertigte Belastungen beim Kreditkartenherausgeber zu reklamieren.
Online PC: Welche Zahlungsmittel sind akzeptiert?
Lang: Moderne Onlineshops bieten im Durchschnitt drei bis vier verschiedene Zahlungsmethoden an (Anm. das zeigte auch unsere aktuelle Online-Shop Studie). Kreditkarten (allen voran Visa und Mastercard) wie auch Debitkarten (Postcard) sind sehr verbreitet. Grosse Shops bieten auch die Möglichkeit, gegen Rechnung zu zahlen. Gelegentlich wird auch immer noch die Lieferung gegen Nachnahme angeboten. Auch alternative Zahlungsmethoden wie Click & Buy, Paypal oder Sofortüberweisung.ch sind immer öfter anzutreffen. Im B2B-Bereich hingegen gilt fast ausschliesslich die Lieferung gegen Rechnung, da die Verbreitung von Firmenkreditkarten in der Schweiz noch eher selten ist und aus gesetzlichen Gründen MwSt.-taugliche Belege erforderlich sind. Dies ist auch immer noch ein Hindernis für die Zahlung mit elektronischen und modernen Zahlungsmitteln.
Online PC: Wie lässt sich die Vertrauenswürdigkeit eines Anbieters prüfen?
Lang: Erste Anlaufstelle sind Impressum oder Kontaktseiten. Publiziert der Anbieter eine vollständige und verifizierbare Adresse inklusive Telefonnummer, unter der auch jemand erreichbar ist? Zudem liefert eine kurze Suche bei Google bereits nachhaltige Informationen. Wird ein Onlineshop mehrheitlich negativ in Foren von Beobachter, Comparis und Kassensturz diskutiert, rate ich: Hände weg. Zusätzlich liefern auch Preisvergleichsportale vermehrt qualitatives Feedback zu den Anbietern selber.
Online PC: Noch immer werden viele Internetkäufe abgebrochen. Weshalb?
Lang: Generell geht man davon aus, dass die Abbruchquote bei 60 bis 70 Prozent liegt. Das heisst, dass es bis zu 7 von 10 gefüllten Warenkörben nicht erfolgreich durch die Kasse schaffen! Ein unglaublicher Wert. Nebst emotionalen und funktionalen Hürden spielt dabei das Angebot an Zahlungsmitteln eine bedeutende Rolle. Untersuchungen zeigen, dass die Abbruchquote sinkt, je mehr Zahlungsmethoden dem Kunden angeboten werden und je mehr Risiko der Anbieter übernimmt.
Online PC: Welche Trends zeichnen sich im Verkauf über den Onlinekanal ab?
Lang: Einerseits nehmen Usanzen wie das situative Anbieten von Zahlungsmitteln aufgrund derWarenkorbgrösse, von versteckten Bonitätsprüfungen oder aufgrund der Lieferadresse zu. Es gibt Onlineshops, die in gewisse Regionen nicht mehr gegen Rechnung liefern, weil die Erfahrung zeigt, dass die Zahlungsmoral dort niedriger ist als anderswo. Auch machen gewisse Anbieter das Zahlungsmittelangebot abhängig davon, was sich im Warenkorb befindet. Andrerseits werden die traditionellen Zahlungsmittel zunehmend konkurrenziert durch Angebote von etablierten Serviceprovidern.
Der vollständige Artikel steht auch als PDF zur Verfügung.
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E = MC2 – oder überflügelt der Mobile-Commerce bald den E-Commerce?
TNS führte in Deutschland im Auftrag von Otto und Google eine Studie zur mobilen Nutzung des Internets durch. Untersucht wurden dabei auch die Chancen des mobilen Shoppings – das entsprechende Studienkapitel trägt denn auch die vielversprechende Überschrift: “Wer mobil surft, will selbstverständlich M-Com nutzen können“.
Wer online etwas kaufen möchte, wird dies künftig auch mittels Smartphone tun. So wie die Unterscheidung zwischen mobilem und stationärem Internet verschwimmt, verschwindet auch der Unterschied zwischen E- und M-Commerce. Mittel- und langfristig muss M-Commerce den Anforderungen, die Kunden an die „klassischen“ E-Commerce-Angebote stellen, auch auf dem Smartphone gerecht werden. Dies erfordert, dass Inhalte und Services nicht nur abrufbar, sondern mobilnutzbar gemacht werden.
Die Vorteile des mobilen Shoppings liegen auf der Hand. Die Smartphone Verbreitung nimmt in der Schweiz in sehr grossem Tempo zu. Wir haben hier beispielsweise die höchste iPhone-Dichte weltweit. Jeder vierte Kunde von LeShop hat ein iPhone und deren App beschert ihnen den grössten Neukundenzuwachs im mobilen Segment. iPhones machen zudem 80% des mobilen Internetverkehrs der Schweiz aus – Smartphone-Besitzer nutzen den mobilen Webzugang gezielt und intensiv – so auch das Fazit der Studie:
Vom “Always-On” zum “Always-In-Touch”
Das stellt neue Herausforderungen an die Shopbetreiber, deren Angebote nicht nur auf die mobilen Devices adaptiert werden müssen, sondern es gilt auch das Nutzungsverhalten und die lokalen Begebenheiten zu berücksichtigen. Die Käufer können mobil viel zeitkritischer in dem Moment abgeholt werden, wenn der Kaufentscheid fällt oder dieser angebahnt wird.
Der kleine Bildschirm stellt dabei eine der grössten Herausforderungen dar; das Einkaufserlebnis und der Transport von Emotionen muss auf dem doch sehr kleinen Screen optimal präsentiert werden.
Abhängig von den Smartphones können auch die Zusatzdienste der Geräte über die Apps angesprochen werden wie Kontakte, Geo-/GPS-Daten, Kamera und mehr. Apps werden v.a. für schnelle Abfragen wie Zugverbindungen, Börsenkurse, Wetterprognosen etc. genutzt, so ein Schluss der Studie.
Ob App oder mobile-optimierte Site bleibt eine Schlüsselfrage. Fakt ist, dass erst die Apps dem mobilen Internetverkehr den richtigen Boost verliehen haben. Gründe, die für eine App sprechen gibt es viele, aber auch einige, die dagegen sprechen (vgl. Trends im E-Commerce an der E-Business Konferenz; Folie Nr. 55)
Die Go-Smart Studie teilt das Mobile-Commerce-Kapitel in folgende Phasen ein:
- Inspirationsphase:
Smart-Phones bereichern diese Phase um einen ständig und v.a. überall verfügbaren Kanal, der die Nutzer dann ansprechen kann, wann sie sich für einen Kauf inspirieren können. Zudem kann der Kanal angereichert werden mit Location-Based Services, Augmented-Reality-Funktionen und mehr – jederzeit.
- Evaluationsphase:
Zusatzinformationen und Preisvergleiche stehen kanalübergreifend zur Verfügung. Mit der Verwendung der zusätzlichen Device-Funktionen, wie beispielsweise der Kamera, können QR- und Barcodes einfach eingescannt und weitere Informationen abgerufen werden. Die soziale Dynamik des Webs – beispielsweise Meinungsplattformen und mehr – wird über die Smartphones noch intensiver in den Alltag getragen und beeinflusst das Nutzungsverhalten.
- Kaufphase:
Die kritischen Prozesse im E-Commerce gilt es auch im mobilen Zugang abzudecken. Ein möglichst einfacher Checkout auf das Smart-Phone zu bringen, kann eine echte Herausforderung darstellen. Es steht weniger Platz zur Verfügung und die Anordnungen der Funktionen ist kritisch. Zudem mangelt es immer noch an einer guten Auswahl an mobilen Zahlungslösungen. Zudem soll mit Smart-Phones vermehrt auch im stationären Verkauf bezahlt und Loyalitätsprogramme unterstützt werden.
- Aftersales:
Die Studie deckt hier vor allem die Prozesse zwischen dem Kauf und dem Eintreffen oder Konsum des digital gekauften Artikels / Services ab. Von Zusatzservices, wie es bei Flugreisen (Einchecken, Fluginfos, Hotelbuchungen etc.) üblich ist, bis zur Verfolgung der Zustellung über Tracking-Applikationen. Ich würde diesen Bereich jedoch noch etwas weiter fassen und auch weitere Aftersales Services berücksichtigen wie Retouren, Reparaturen, Kundenbefragungen, historische Bestellungen – alles wertvolle Dienste zur nachhaltigen Kundenbindung.
Wird der Mobile-Commerce also bald den E-Commerce überflügeln? Ich denke nicht, er wird ihn aber in dem Masse bereichern, als der Kunde schon sehr bald gar keinen Unterschied mehr machen wird, wie er digital auf Shopping-Angebote zugreift, ob im Webbrowser am Desktop, Browser / App auf dem iPad oder ganz mobil unterwegs. Voraussetzung ist einfach, dass die Anbieter auf allen Kanälen präsent sind:
“Es gibt für mich keine Unterscheidung zwischen stationärem und mobilem Internet. Es ist DAS Internet” Victor (28) Smart-Native

Ob sich Albert Einsteins Formel auch auf den E- und Mobile-Commerce anwenden lässt? Bildquelle: Wikipedia
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21 Jun 2010 09:00 am
PROFITBUY – Neues Verkaufskonzept mit ein bisschen von allem
Mit PROFITBUY ging vergangene Woche ein neuer Onlinemarktplatz in der Schweiz live der ein neues Verkaufkonzept verspricht. Zugegeben, ich brauchte einige Zeit bis ich das Konzept begriffen habe und ich befürchte, dass es dem einen oder anderen Benutzer ähnlich gehen wird.
Es ist eine Mischung aus Co-Shopping, VIP-Shopping und Marktplatz. Was aber wirklich neuartig ist, dass es eine kostenpflichtige Registrierung erfordert (aktuell 3 Monate kostenloses Kennenlernen). Ähnlich wie bei den Auktionsplattformen können registrierte Benutzer sowohl Käufer und Verkäufer sein.
Wer eine Aktion einstellt definiert, wie lange sie andauern soll und wie viele Teilnehmer es mindestens braucht, dass der Deal zu Stande kommt.
Das Prinzip von PROFITBUY funktioniert ganz einfach. Ein Produkt oder eine Dienstleistung kann mit einem attraktivem Rabatt angeboten werden, weil eine höhere Stückzahl verkauft wird. Auf PROFITBUY registrierte Mitglieder haben die Möglichkeit von diesen Aktionen zu profitieren, weil sich eine kaufkräftige Community bildet. Wichtig ist, dass die gesamte Stückzahl verkauft werden muss. Ansonsten ist die Aktion hinfällig. Der Anbieter jedoch, erhält ihre Anschrift und hat somit die Möglichkeit ihnen ein neues Angebot zu unterbreiten, sollte dies in seinem Interesse liegen. Sie selbst haben aber die Möglichkeit dies zu verhindern und die Aktion anzukurbeln.
Ähnlich wie bei den Groupon-Angeboten (und dem frühen Letsbuyit.com das wieder auferstanden ist) kommt die Aktion erst zu stande, wenn die vom Verkäufer festgelegte Mindestteilnehmerzahl erreicht wird. Eigentlich ist es ein Groupon-Konzept, einfach mit weniger lokalem Bezug und, dass das Deal-Scouting an die Benutzer ausgelagert wird. VIP-Shopping insofern, dass es eine Registrierung erfordert, wer an einem Deal teilnehmen will. Diese ist jedoch a-priori für jedermann möglich.
Die Betreiber stellen lediglich die Plattform und die Funktionen zur Verfügung. Finanzieren will man sich einerseits über die kostenpflichtigen Mitgliedschaften und sich nicht wie bei den Auktionen üblich über eine Verkaufskommission. Und anderseits fallen Anzeigekosten beim Einstellen eines Angebots an. Bei meinem Testlauf* waren dies 27.50 für den Verkauf von 5 Onlineshop-Studien im Wert von je 100.- (statt 150.-).
Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob den Betreibern damit Erfolg bescheiden sein wird aus folgenden Gründen:
- Die Hürde einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft ist zu hoch.
- Es braucht zu viel Erklärung, wie das ganze funktioniert.
- Das Engagement der Betreiber limitiert sich auf die reinen Funktionen. Mit der Mitgliedergebühr und den Anzeigekosten geht man kein Risiko ein und verdient nicht Abhängig von der Performance.
- Die Differenzierung zu Auktionsplattformen wie ricardo.ch und eBay ist zu wenig klar.
- Die Vermarktung der Angebote wird an die Mitglieder ausgelagert und es werden wenige Tools hierfür bereit gestellt.
Die Idee grundsätzlich ist nicht schlecht und neue E-Commerce- Konzepte und -Initiativen sind zu begrüssen. Aber Ricardo.ch wie auch Facebook oder die Groupon-Klone haben bereits mehr oder weniger dieser Funktionen integriert und es wäre für sie ein leichtes, mit einer kleinen Erweiterung die Funktion von PROFITBUY zu adaptieren. Und vor allem haben sie bereits die Communities mit einem klaren USP der verständlich und einfach ist – und die Teilnahme in der Regel kostenlos.

*) Die Erfassung von Aktionen erinnert sehr stark an das Einstellen von Auktionen bei Ricardo.ch
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17 Jun 2010 10:00 am
Wie Gutscheine den E-Commerce antreiben
Der Blog von Zanox berichtet heute über zwei interessante Studien von compete die sich mit den Auswirkungen von Gutscheinen im E-Commerce beschäftigen.
Darin wird zum einen deutlich, dass bereits über ein Drittel aller Onlinekäufer sich zusätzliche Rabatte über Gutscheinseiten sichert.
In unserer Online-Shop Studie haben wir ebenfalls untersucht, ob einerseits Gutscheine als Produkte im Shop käuflich sind, und anderseits wie die Verrechnung der Gutscheine im Checkout-Prozess implementiert wurde. Dies vor dem Hintergrund, weil wir Gutscheinen eine immens hohe Bedeutung beimessen.
In einer weiteren Untersuchung von compete wird nun diese hohe Relevanz von Gutscheinen auch untermauert. Die deutschen Kollegen von Zanox waren so nett und habe die 4 wichtigsten Erkenntnisse wie folgt zusammengefasst:
1. Gutscheine sind kaufentscheidend
57% aller Kunden die bei Ihrem letzten Onlinekauf einen Gutschein verwendet hatten gaben an, daß Sie ohne diese Ermäßigung den Kauf nicht getätigt hätten.
2. Kunden mit einem Gutschein geben fast doppelt soviel aus
Die Ersparnis durch den Gutschein bringt den Kunden dazu mehr Geld auszugeben, als er es ohne Gutschein machen würde. In einer amerikanischen Studie wurde die durchschnittlichen Warenkörbe verglichen, sie betrugen ohne einen Gutschein 122$. Käufer mit einem Gutschein gaben hingegen durchschnittlich 216$ aus.
3. Gutscheine können die Zufriedenheit der Kunden erhöhen
92% aller Kunden die zuvor einen Gutschein eingelöst hatten waren zufrieden mit dem Einkauf beim Onlinehändler; ohne einen Gutschein betrug der Anteil der zufriedenen Kunden nur 88%. Hier ist die Steigerung durch den Gutschein natürlich nicht so hoch, als daß man daraus zwingende Schlußfolgerungen ziehen könnte.
4. Gutscheine erhöhen die Kundenbindung
Kunden die einen Gutschein beim Einkauf verwendet haben werden zu 91% wieder beim gleichen Anbieter kaufen; ohne einen Gutschein beträgt die Rückkehrerquote hingegen 86%.
Gutscheine sind ein wichtiger Treiber für den E-Commerce und dürfen keinesfalls vernachlässigt werden.
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11 Jun 2010 03:55 pm
Online unterstützt auch den stationären Verkauf
Am gestrigen Mitgliedertag von Trusted Shops in Köln war auch Kai Hudetz vom ECC-Handel unter den Referenten. Ich verfolge seine Studien schon länger und verwende diese Zahlen gerne in meiner Dozententätigkeit bei der FHNW.
Eines der Themen, das Kai Hudetz aufgriff, ist das Multi-Channel-Verhalten der Konsumenten; wie kann Online vom stationären Verkauf und Print profitieren und vice-versa. Die Zahlen sind wie immer spannend.

Kaufvorbereitende Information in einem anderen Vertriebskanal
Lesebeispiel: Bei 27,2% der Käufe in Online-Shops wurde vor dem Kauf der stationäre Handel aufgesucht, um weitere Informationen zum Produkt einzuholen.

Kaufimpulse in Multi-Channel-Systemen des Einzelhandels
Lesebeispiel: Bei 6,4% der Käufe in einer stationären Filiale lieferte ein Besuch im Online-Shop desselben Anbieters den tatsächlichen Impuls, bei diesem Anbieter im Ladengeschäft zu kaufen.
Und eine Zahl, die ich schon länger verfolge ist, wie hoch ECC-Handel den Kannibalisierungseffekt zwischen Online und Stationär einschätzt. War diese Zahl vor wenigen Jahren noch mit ca. 33% angegeben worden, ist sie nun auf weniger als die Hälfte davon gesunken (13.9%).

Online generiert 86% Mehrumsatz
Aber auch diese Zahl stammt von der letzten Erhebung 2008. Ich erwarte, dass diese zwischenzeitlich unter die 10%-Marke gefallen ist, wie man auch kürzlich in Zürich anlässlich des E-Commerce-Summits erfahren durfte:

6% der Onlinekunden von Jack Wolfskin sind auch Kunden in den stationären Ladengeschäften
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08 Jun 2010 08:37 am
office-world.ch übernimmt iba.ch – Konsolidierung im Schweizer E-Commerce
Konsolidierung im Versandhandel für Büromaterial – wie die Migros soeben in der aktuellen Pressemitteilung mitteilt, übernimmt die MGB-Tochter Office-World das Traditions-Versandhandelsunternehmen Iba aus dem bernischen Bolligen.
Die Office World übernimmt die im Versandhandel spezialisierte Traditionsfirma iba AG, Bolligen. Damit wird Office World zum stärksten Bürobedarfshändler der Schweiz. Beide Marken bleiben bestehen und ergänzen sich in ihren Online und Offline Kompetenzen und ihrem strategischen Kundenfokus ideal.
Beide Anbieter sind bereits länger im Onlinevertrieb tätig und betreiben grössere E-Commerce Lösungen. Die B2B-Lösung von Iba wurde erst vor wenigen Monaten relaunched und macht einen frischen wie auch funktional guten Eindruck. Sie zeigt jedoch gegenüber der Lösung von Office-World noch einige Schwächen, wie man auch der kürzlich veröffentlichten Online-Shop Studie entnehmen kann. Der Shop von Office-World wurde in der jüngeren Vergangenheit mehrmals punktuell optimiert, macht hingegen aber einen etwas altbackenen Eindruck.
Was heisst das für den Schweizer E-Commerce? Aufgrund der gestern veröffentlichten Online-Shop Studie heisst dies erstmals, die Nummer 46 übernimmt die Nummer 86. Es darf erwartet werden, dass das Onlinepotential mittelfristig zusammen gelegt wird und damit ein sehr starker Player auf den Schweizer Markt tritt. Office-World mit seinem Filialnetz und der Stärke im Endkundengeschäft, Iba mit seiner Verankerung im B2B Bereich und der Versandhandelskompetenz.
Gut möglich, dass man damit auch dem mutmasslichen Einritt von ausländischen Anbietern in die Schweiz entgegenwirken will. Iba und Office-World ergänzen sich optimal – ich bin gespannt, welche E-Commerce Lösung hier das Rennen machen wird.
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08 Jun 2010 12:00 am
Den Weinkeller online füllen – Weine verkaufen sich in der Schweiz hervorragend online
Die Schweizer Weinhändler sind gut unterwegs im Internet, denn Weine verkaufen sich hervorragend online. Doch worauf muss der Käufer achten, der seinen Weinkeller online füllen will? Entscheidend sind heute immer stärker das Sortiment und die Funktionen des E-Shops, allen voran die Filtersuche als eigentliche Schlüsselfunktion.
Für die Zeitschrift Marketing + Kommunikation habe ich die wichtigsten Erfolgsfaktoren für den Onlinevertrieb von Wein dokumentiert – der Artikel “Der Onlineverkauf von Wein ist bereits heute eine Erfolgsstory” kann als PDF herunter geladen werden.
Nachfolgend eine Auswahl wichtiger Schweizer Weinsites:
Hier lässt sich der Weinkeller online füllen:
Weitere wichtige Schweizer Wein-Webadressen:
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07 Jun 2010 12:00 am
Schweizer Online-Shop Studie 2010

Online-Shop Studie 2010
Immer mehr Schweizer nutzen die Vorzüge des Online-Einkaufs und bestellten im Jahr 2009 Produkte über rund 6.0 Mrd Franken. Doch wie steht es um die Qualität der Schweizer E-Commerce-Anbieter?
In Zusammenarbeit mit den interactive friends haben wir in den vergangenen Monaten 100 ausgewählte Schweizer Online-Shops aus 10 Kategorien von Büchern bis Wein auf Herz und Nieren nach aktuellsten Kriterien geprüft.
Die Anforderungen für erfolgreiche Geschäfte im E-Commerce steigen von Jahr zu Jahr. Wer sich nicht regelmässig um seinen Shop kümmert, der verliert unweigerlich an Kundschaft. Vor allem in den letzten Jahren sind die Musskriterien parallel mit den Umsätzen gestiegen.
Die Studie umfasst genau 100 Bewertungskriterien: Von der Marketingpräsenz bei Suchmaschinen und Social-Media Anbietern, Übersichtlichkeit beim Shopeinstieg, Produktepräsentation und -suche, Prozesse und Funktionen wie Produktvergleiche, Layout und Recht bis zum Checkout und angebotenen Zahlungsmittel.
Des Weiteren wurden in Zusammenarbeit mit Partnern die Support-Qualität und Mystery Shopping mit effektiven Bestellungen durchgeführt.
Insgesamt ist der Schweizer E-Commerce auf gutem Wege, Aufholbedarf gibt es aber bei der Innovationskraft und Trends wie Visualisierung von Emotionen oder Social Commerce. Auch gibt es noch zahlreiche Shops, die elementare Fehler aus alten Zeiten ausbügeln müssen, wie zum Beispiel der Einsatz von Frames, die es den Suchmaschinen verunmöglichen, die Inhalte zu indexieren.
Einerseits erstaunlich, anderseits auch nicht; aufgrund der sehr breit gefassten Kriterienwahl wurde weltbild.ch zum besten Schweizer Onlineshop 2010 gekürt. weltbild.ch hat nicht nur den Anschluss an den modernen E-Commerce aus Sicht der Studienleitung geschafft, sondern erzielt auch in der ganzen Breite der untersuchten Kriterien querbeet gute Resultate.
Die Anbieter aus dem Bereich “Bücher und digitale Unterhaltung” haben allesamt in der Schweiz nach wie vor die Nase vorn:

Online-Shop Studie 2010 - Gesamtwertung
| Rang |
Shop |
Kategorie |
Punkte |
| 1 |
Weltbild.ch |
Bücher und digitale Unterhaltung |
4.41 |
| 2 |
Bol.ch |
Bücher und digitale Unterhaltung |
4.28 |
| 3 |
Exlibris.ch |
Bücher und digitale Unterhaltung |
3.98 |
| 4 |
Kidoh.ch |
Kinder, Spielwaren und Körperprodukte |
3.94 |
| 5 |
Babyjoe.ch |
Kinder, Spielwaren und Körperprodukte |
3.92 |
| 6 |
Books.ch |
Bücher und digitale Unterhaltung |
3.90 |
| 7 |
Digiplace.ch |
Bücher und digitale Unterhaltung |
3.88 |
| 8 |
e-domizil.ch |
Events und Reisen |
3.85 |
| 9 |
Schild.ch |
Textilien und Sportartikel |
3.83 |
| 10 |
Laredoute.ch |
Textilien und Sportartikel |
3.80 |
| 11 |
Romazini.ch |
Weine |
3.79 |
| 12 |
Vacando.ch |
Events und Reisen |
3.79 |
| 13 |
Cede.ch |
Bücher und digitale Unterhaltung |
3.76 |
| 14 |
Leshop.ch |
Haushalt, Kochen und Lebensmittel |
3.75 |
| 15 |
Veloplus.ch |
Textilien und Sportartikel |
3.72 |
Die offizielle Pressemitteilung als PDF zum Download: Pressemitteilung zur Online-Shop Studie 2010
Die Studie kann online bestellt werden - Medienvertreter inkl. Blogs
wenden sich bitte per E-Mail an order@onlineshopstudie.ch
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01 Jun 2010 03:24 pm
Das Groupon-Fieber schwappt in die Schweiz rüber
Seit Ende März ist der erste Schweizer Groupon-Klon deindeal.ch am Start und die Geschäfte laufen gut, wenn man den Gründern glauben darf. Heute ist ein Artikel im Tages-Anzeiger erschienen mit dem lakonischen Lead “Geiz ist geil? Zusammen geizig sein ist geiler“.
In Deutschland grassiert das Groupon-Fieber bereits seit Ende 2009, diese Welle scheint nun auch in die Schweiz rüber zu schwappen. Citydeal, der Deutsche Klon der vor wenigen Wochen zu einem (mutmasslich) 3-stelligen Millionenbetrag vom Pionier des gemeinsamen Einkaufs von Dienstleistungs-Gutscheinen Groupon selber übernommen wurde, hat sein Angebot für die Schweiz aufgeschaltet.
Die Auswahl der Städte ist nicht gerade “sexy” und man darf davon ausgehen, dass man sich da wohl einer Statistik des Bundesamtes bedient hat und die grössten Städte rausfilterte. Wie attraktiv Angebote für Köniz, Uster oder auch Vernier sind, wage ich zu bezweifeln. Da wären doch Destinationen wie St. Moritz, Gstaad, Davos etc. viel spannender. Und die italienische Schweiz wurde (bis jetzt) komplett vergessen; Ascona oder Locarno würden einen Hauch von Luxus versprühen.
Oder hat das amerikanische Mutterhaus einfach gesagt, es müssen 20 Standorte sein? Auch die 0049 Telefon-Nummer dürfte in der Schweiz auf bedingte Euphorie stossen. Aber wie gesagt, die Eidgenossen funktionieren “leicht anders”.
Auf jeden Fall darf man gespannt sein, wie sich das Groupon-Konzept in der Schweiz weiterentwickelt. Das Potential ist zweifelsohne da. Ich warte eigentlich immer noch, bis eine Lokalzeitung auf diesen Zug aufspringt – oder ist man beispielsweise bei 20-Minuten zu fest mit dem iPad beschäftigt und hat kein Gehör für substantiell erfolgreiche lokale Geschäftsmodelle? Meine Telefonnummer befindet sich im Impressum.

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