“Medieninnovationen verändern die Art und Weise wie wir öffentlich und privat kommunizieren. Digitalisierung und Konvergenz von Medien und Telekommunikation treiben diese Entwicklung voran. Wie zeigt sich der Medienwandel in der Schweiz?”
Dies sind die einleitenden Worte des hervorragend produzierten Videos von www.mediachange.ch zur Schweizer Mediennutzung (via mpolzin).
Ich halte heute Vormittag die Keynote zum Thema “Welche Trends beeinflussen den Schweizer E-Commerce nachhaltig?” im Onlineforum der SuisseEMEX.
“Der E-Commerce erlebt nach wie vor einen ungehaltenen Boom. Auch im vergangenen Jahr haben wir Steigerungsraten um die 15% messen können. Welche neuen Verkaufskonzepte setzen sich durch, welche Trends werden uns beeinflussen und was bringt der Social-Graph, Augmented Reality und die Groupon-Konzepte?”
Die Downloads der Slides inkl. Quellen der genannten Beispiele als PDF-Download oder direkt hier:
Heute um 12 Uhr öffnen die Tore zur grössten Schweizer Marketing-Messe, der SuisseEMEX. Wie in den vergangenen Jahren betreut Carpathia zusammen mit der FHNW und NetBusinessConsulting den Beratungsstand im Onlinepark.
Zusätzlich zeichnen wir gemeinsam verantwortlich für das Programm im Online-Forum. Unter anderem mit interessanten Präsentationen zum Thema E-Commerce am Donnerstag 26. August 2010.
Sie finden uns am Stand 4.415 (Hallenplan als PDF) – ich werde am Dienstag und am Donnerstag an der Messe anwesend sein und freue mich auf Ihren Besuch.
Seit rund einem Jahr gibt es vereinzelte Onlineshops, die direkt in Facebook integriert sind. 1-800-Flowers war einer der ersten, der diese Form des Onlinevertriebs in sozialen Netzwerken nutzte. In den vergangenen Monaten sind dann verschiedene weitere Entwicklungen rund um den E-Commerce lanciert worden, beispielsweise Payvment als netzwerk-weite Shoppinglösung mit Paypal Integration oder die hauseigene Währung Facebook-Credits, die wohl in absehbarer Zeit auch als Zahlungslösung zur Verfügung stehen könnte. Um nur einige Efforts zu nennen.
So richtig gezündet wurde die zweite E-Commerce Stufe in Frühjahr 2010 mit der Veröffentlichung des Open-Graph Protokolls, das den Zugriff auf Informationen aus dem Social Graphen ermöglicht. Inflationsartig verbreiteten sich die I-Like oder Gefällt-Mir Buttons und Levi’s war einer der ersten Anbieter, der das Potential nutzte mit dem Friends-Store. Seit einigen Wochen experimentiert auch Amazon mit der Integration der Facebook-Informationen.
Facebook Onlineshop Linsenmax
In diesen Tagen lancierte die Schweizer Agentur MySign den ersten in Facebook integrierten Shop Linsenmax. Die eigentliche Web-Shop Standard-Lösung lässt sich neu nahtlos in Facebook integrieren inkl. sämtlicher Zahlungsprozesse (Kredit- und Debitkarten etc.). Es handelt sich dabei um eine auf XFBML und der Graph-API basierte via iFrame eingebettete Anwendung.
Anders als bei den “alten” nativen Facebook-Apps muss diese neue Form der Shop-Integration nicht zuerst installiert werden. Zustimmung jedoch muss erteilt werden, wenn der Shop auf die Kontaktdaten zugreifen oder an die Pinwand schreiben will. Denn nach erfolgreichem Einkauf kann dies optional an die Pinwand gepostet werden inkl. Gutschein-Code für die Freunde für einen Rabatt. Der Clou und Motivator; der Käufer erhält zusätzlich einen Rabatt auf seinem Einkauf für jeden eingelösten Gutschein. Der virale Effekt wird hier wohl nicht ausbleiben.
Anvisierter viraler Effekt nach dem Online-Einkauf
Die Kollegen von netz98 liessen im Rahmen ihrer heute veröffentlichten Studie “Einfluss sozialer Elemente im E-Commerce auf das Kaufverhalten” über 600 Personen nach der Relevanz einzelner Funktionen des Social-Commerce befragen.
Die Resultate sind nicht überraschend, bestätigen aber auch die eigenen Erfahrungen mit Kunden und Shopplattformen durch’s Band weg:
Für fast jeden zweiten Onlinekäufer sind Bewertungen und Empfehlungen anderer Kunden ein wichtiges Argument überhaupt online einzukaufen.
Der Zugriff auf die Meinung anderer stellt einen eindeutigen Mehrwert des Onlineshoppings gegenüber dem stationären Einkauf dar.
Sind keine sozialen Elemente im Onlineshop vorhanden, wird dies anderseits auch von über 70% der Nutzer nicht negativ empfunden.
Mehr als ein Viertel der Befragten legt jedoch grossen Wert auf diese sozialen Elemente und wechselt schon mal den Onlineshop, wenn keine solchen Funktionen / Informationen zur Verfügung stehen.
Knapp die Hälfte, 45 Prozent der Befragten, kommentieren und bewerten regelmässig selber Produkte und Services.
Bereits können sich rund 40 Prozent aller Nutzer vorstellen, direkt in einem sozialen Netzwerk einzukaufen, sofern sie den regulären Onlineshop bereits kennen und diesem vertrauen.
Wir glauben jedoch, dass die Tage von Funktionen wie Bewertungen und Rezensionen wie wir sie heute kennen, gezählt sind. Viel mehr liegt nach unserer Vision das grosse Potential in der Integration solcher Funktion in den Social Graphen. Denn 5 Bewertungen von Freunden, deren Präferenzen ich kenne, sind für mich wertvoller als 50 Bewertungen von mir unbekannten Personen.
Soeben kündigte mir Facebook beim Login an, dass ich 20 kostenlose Facebook-Credits, in der deutschen Version “Facebook Gutschriften” erhalten habe.
Vorerst werden sich die Facebook-Credits noch vermehrt im Gaming-Bereich erwirtschaften und einlösen lassen. Ich gehe stark davon aus, dass wir in absehbarer Zeit auch Facebook-Credits in eingebetteten Onlineshops einlösen können. Facebook-Credits wird damit zur eigenen Währung im eigenen System. Und man braucht kein grosser Visionär zu sein, dass sich Facebook damit wohl auch strategisch vorbereitet, ihre Payment-Services auch anderen Shops zur Verfügung zu stellen, ausserhalb des eigenen sozialen Netzwerkes, wie dies heute beispielsweise bereits Google und Amazon machen.
Hier sei gleichzeit erwähnt, dass mit Linsenmax einer der ersten deutschsprachigen Shops seit wenigen Tagen direkt in Facebook verkauft. Es handelt sich dabei nicht um eine native Facebook-App wie z.B. 1-800-Flowers, sondern um einen in XFBML umgesetzten onlineshop wie Mike Müller, CTO von MySign, schreibt:
iFrame-Apps mit XFBML sind die “neuen” native FB-Apps. Es sieht ganz danach aus, als dass Facebook die reinen FBML-Apps mittelfristig einstellen wird. Unsere Shop-App basiert auf XFBML und der neuen Graph-API.
Kontaktlinsen bei Linsenmax direkt bei Facebook kaufen.
In verschiedenen Fachblogs ist in den vergangenen Tagen diskutiert worden, wie eine Mobile-App konzipiert sein muss oder welche Features hinein gehören. Viel war von Haptik zu lesen, von der speziellen Usability, dem Nutzen der iPhone und iPad spezifischen Features wie Neigungssensor und mehr.
Ich bin der Meinung, dass uns der E-Commerce Anbieter von High-Fashion Produkten net-a-porter ziemlich gut vorführt, was eine gute iApp heute ausmacht. net-a-porter bietet zwei Apps an, eine für den kleinen Screen (iPhone und iPod Touch) und eine für den grossen (iPad). Beide überzeugen.
Artitkel-Detailansicht in der iPhone App
Die “kleine” iPhone App holt ziemlich das Optimum aus dem reduzierten Screen heraus und geht mit vielen Eigenheiten der Apple Devices gekonnt um.
Die App ist nicht nur sehr schnell, sondern der Anwender ist auch mit wenigen Klicks beim gesuchten Produkt. In der vertikalen Haltung navigiert man speditiv und gezielt durch das Sortiment.
In der horizontalten Ansicht werden die Sinne mit dem Stöbern angesprochen. Wie man es vom sog. Cover-Flow aus der iPod Anwendung kennt, können in dieser Haltung die verschiedenen Kleidungsstücke elegant begutachtet werden.
"Cover-Flow" in der horizontalen Haltung des iPhones
Qualitativ hochstehende Modeaufnahmen
Die grosse iPad-Anwendung kommt als Magazin daher und beeindruckt erstmals durch qualitativ hochstehende Aufnahmen wie man sie aus Modezeitschriften kennt. Wer nun aber gedacht hat, man habe hier einfach eine PDF-Version eines Magazins als App verpackt, der irrt gewaltig.
Bei dieser App handelt es sich um ein hervorragend gemachtes interaktives Hochglanz-Magazin das die Chance nutzt, nicht nur Fashion zu zeigen, sondern auch Mode geschickt und mit einem tollen Einkaufserlebnis zu verkaufen.
Zugegeben, man muss die einzelnen Features etwas entdecken, dass die Aufnahmen mit den Models auch klickbar sind und sich hier und dort gar Laufsteg-Videos verstecken.
Diverse Videos sind in der gesamten App zu finden
Zahlreiche der gezeigten Bekleidungsstücke lassen sich sogleich noch im Detail begutachten und in den Warenkorb legen, von wo ein bequemer Checkout durch die Kasse zur Heimlieferung führt.
Im Magazin integrierte Shopping-Funktion
Beide Apps machen extrem viel Spass und ich bin der Meinung, dass sie sehr gut zeigen, wie die neuen Geräte von Apple effizient auch für den E- und Mobile-Commerce verwendet werden können. Vor allem die iPad App mag begeistern. Diese App ist ein Must für jeden der mit dem Gedanken spielt, eine eigene iPad oder Mobile-App zu konzipieren.
Eigentlich nur schade, dass ich nicht zur Zielgruppe von net-a-porter gehöre.
Einen tollen Review zur App haben auch die Kollegen von econsultancy publiziert.
Zugegeben, dieses Video ist nicht neu, aber ich wurde erst heute darauf aufmerksam gemacht. Toll gemachtes Movie mit viralem Potential, jedoch trotzdem noch relativ wenig abgerufen.
Es wurde höchste Zeit, dass die Website von Ticketcorner.ch relauncht wurde. Die alte Site war mehr als umständlich und widersprach so ziemlich jeder Usability-Richtlinie. Sie wurde dem Marktführer im Online-Ticketverkauf der Schweiz kaum gerecht.
Durch die Übernahme von Ticketcorner durch die Deutsche CTS Eventim AG Anfangs Jahr drängte sich nun auch der Relaunch auf. Gleichzeitig informierte eventim.ch seine Kunden, dass das bisherige Login auf deren Seite mit sofortiger Wirkung gelöscht sei. Dass ich da ein Login hatte, entzieht sich meiner Kenntnis.
Auf jeden Fall funktioniert die neue Site von Ticketcorner.ch ordentlich und auch die Logins wurden übernommen. Schade nur, dass lediglich Bestellungen seit dem 1. August angezeigt werden. Ticket-Orders für Konzerte, die noch nicht stattgefunden haben, können nicht eingesehen werden.
Der erste Eindruck zu ticketcorner.ch ist recht positiv. Besonders gefällt die effiziente Suche. Auch die Detailansicht der Events wurde stark überarbeitet und die Einbindung der Hallen- und Saalpläne ist nun endlich intuitiver, wenn auch immer noch das Java-Applet geladen werden muss. Auch der Checkout gefällt und man scheint hier einige Lehren gezogen zu haben.
Negativ aufgefallen ist primär, dass der Aufruf ohne “www” nicht gelingt. Zudem werden Social-Commerce Funktionen kläglich vermisst. Gerade eine Site wie ticketcorner.ch wäre hierzu ein prädestinierter Anwendungsfall. Zudem würden sich auch online Tools zur Koordination von Terminen mit Freunden hervorragend eignen, wie dies auch cineman.ch ansatzweise macht.
Sehr grosses Potential liegt unserer Meinung nach in der Vernetzung der Anwender und die Integration in Social-Media Plattformen. Events sollen diskutiert werden, Freunde eingeladen und in die Ticketbestellung integriert werden und so weiter.
Wer aber ganz genau hinschaut wird entdecken, dass ganz am Ende der Seite mit AddThis noch – mutmasslich proforma – ein Social-Bookmarking Dienst eingebunden wurde. Die reguläre Empfehlung der Seite geht via E-Mail – dieser Kanal ist tot diesbezüglich.
Das Projektteam wird sich damit gesagt haben; Social-Media: done. Wir meinen: Note ungenügend in diesem Bereich.