Januar 2011


E-Business&E-Commerce 31 Jan 2011 02:19 pm

“Wer sucht, der findet”, die Frage ist nur noch, wie schnell und womit. In den letzten Jahren sind einige wichtige Suchtechnologien entwickelt worden, um den Surfern und Kunden das Finden der gewünschten Inhalte beziehungsweise Produkte in Onlineshops so einfach wie möglich zu machen. Nullerresultate und verwirrende Treffer im E-Commerce sind out.

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Marketing + Kommunikation haben wir verschiedene Suchtechnologien in Onlineshops etwas genauer angeschaut – folgendes gehört heute zu den Basisanforderungen:

  • Vermeidung von Nuller-Resultaten
  • Type-Ahead und Vorschläge beim Eintippen der Suchbegriffe
  • Fehlertoleranzen und definierte Abweichungen bei harten Selektionskriterien (auch eine Tasche für 210.- zeigen, wenn der Filter nur bis 200.- eingestellt ist, wenn sie alle anderen Kriterien erfüllt)
  • Auch Onlineshop-Resultate müssen nach Relevanz sortiert werden – gerne auch nach den Präferenzen des Suchenden in Verbindung mit Empfehlungs-Algorithmen
  • Einschränken der Resultate mit intuitiven Filtern
  • Visualisieren von Produktvarianten wie beispielsweise mehrere Farbvariationen u.a.
  • Zusätzliche Funktionen in den Suchresultaten wie Vergleichen, Merken oder natürlich “in den Warenkorb”
  • Neue Google Features wie Instand und Preview auch im Onlineshop
  • oder wenn die ganze Navigation zur Suche wird – gezeigt an Schweizer Beispielen von Guided Navigation

Der ganze Artikel in der aktuellen Marketing + Kommunikation (PDF-Download) sowie weitere Artikel rund um das Thema Onlinevertrieb.


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E-Business&E-Commerce 30 Jan 2011 07:18 pm

Mit Charles Vögele startet ein weiterer Schweizer Fashion-Anbieter in den E-Commerce. Bereits seit längerem ist bekannt, dass sich Charles Vögele für den Onlineverkauf von Fashion vorbereitet. Erstmals ist vor Weihnachten der Start für Frühling bestätigt worden.

Nun soll es bereits nächste Woche soweit sein. Charles Vögele lanciert ein Teilsortiment (Marke Casa Blanca sowie Lingerie- und Wäschekollektion) in den Märkten Schweiz, Deutschland und Österreich mit einer E-Commerce Lösung basierend auf Hybris, wie dem Artikel in “Der Handel” zu entnehmen ist.

“An E-Commerce führt heute nichts mehr vorbei – er ist ein absoluter Wachstumsmarkt und ein zukunftsträchtiges Business.” Frank Beeck, Chief Sales Officer (CSO) der Charles Vögele Gruppe

Für das Weihnachtsgeschäft wird dann im Herbst 2011 die zentrale Logistik eingeführt und damit soll auch das gesamte Sortiment online verfügbar sein. Vertrieben wird nach dem Multichannel-Fulfilment, Rückgaben sollen auch in den stationären Geschäften möglich sein.

Die Shop-Adresse dürfte http://shop.charles-voegele.ch lauten.


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E-Business&E-Commerce&Trends 30 Jan 2011 12:24 am

Aus der Serie: Carpathia E-Commerce Trends 2011

Amazon ist ein Warenhaus, das immer Grösser wird. Amazon kann im Kerngeschäft auch nur noch wachsen, in dem weitere Sortimentsbereiche hinzukommen. Bücher, CDs, Filme – das ist alles schon eine Weile her. Heute ist Amazon das Google des E-Commerce und oft erste Anlaufstelle, vor allem im benachbarten Ausland. Ob Elektronik-Artikel, Fashion oder Lebensmittel. Es gibt fast nichts, was man beim E-Commerce Riesen nicht bekommen könnte und er über seine beeindruckende Logistik nicht liefern kann.

Dieser Markt ist besetzt. Daher geht ein Trend vermehrt in Nischenangebote. Man sucht nicht mehr in der Breite des Angebots, sondern in der Tiefe den Erfolg. Erfolgreiche Lancierungen in der jüngsten Vergangenheit zeigen genau in diese Richtung.

Das Beispiel diapers.com in den USA ist ein Erfolgsmodel (vor dem sich auch Amazon “fürchten muss”). Und das deutsche Pendant Windeln.de scheint nicht minder erfolgreich. Alleine der Bereich Haushalt gibt noch zahlreiche weitere “Verticals” her wie soap.com, Schwans und andere.

Solche Shops bedienen ein gezieltest Bedürfnis und können ihre gesamte Online-Kommunikation (Shop, Sortiment, Bildsprache, Emotionalisierungen, Ratgeber usw) auf dieses ausrichten. In der Regel handelt es sich auch um Verbrauchsgüter-Plattformen die eine hohe Kundenbindung anstreben.

Oft wird hier auch der Grund bei den immer wieder gescheiterten E-Commerce Versuchen von Mediamarkt gesucht. Man wartet nicht auf ein weiteres Warenhaus. Vielmehr wäre es sinnvoller, einzelne Sortimente separate zu lancieren, dafür mit einer klaren Strategie und einem 100% fokussierten Konzept auf bspw. Küchengeräte, Unterhaltungselektronik, Computer & Zubehör etc.

Die deutsche Internetstores AG reitet genau mit dieser Strategie auf einer Erfolgswelle. Nicht das Sortiment wurde ständig erweitert, sonder das Portfolio an ganz klar fokussierten Branchen- (fahrrad.de, livingo.de, campz.de, fitness.de) und Zielgruppenshops (bikeunit.de, e-ways.de) u.a. die nach obigen Aspekten aufgebaut sind.

Top 10 US Retailer nach Conversion Rate (Quelle: marketingcharts.com)

Top 10 US Retailer nach Conversion Rate (Quelle: marketingcharts.com)

Kommt noch ein weiterer Erfolgsfaktor hinzu; die Conversion Rate. Es ist schon fast eine Faustregel, dass je spezialisierter ein Onlineshop ist, je höher ist seine Conversion Rate. Die Besucher suchen einen solchen Shop auf, weil sie ein ganz spezielles Bedürfis befriedigen wollen.

In meinen Lehraufträgen an diversen Schweizer Instituten erwähne ich jeweils fleurop.ch als Paradebeispiel, da diese nach meinen Einschätzungen wohl eine der höchsten Conversion Rates der Schweiz aufweisen (was mir gegenüber zwischenzeitlich auch vertraulich bestätigt wurde). Kaum jemand browsed einfach etwas bei Fleurop rum, um sich über die aktuellen Blumentrends zu informieren? Nein, die Handlung ist ganz klar fokussiert.

In der Schweiz sind diese klar fokussierten Shops noch nicht so breit vertreten. Es gibt jedoch schon einige davon. Angefangen bei einem E-Commerce Pionier wie blacksocks.com aber auch bei neuen spannenden Plattformen wie dem fromashop.ch oder dem Heimtier-Bedarfmarkt, der wohl in Bälde mit neuen Playern umkämpft wird.

Das Potential ist da, sich mit einem klar fokussierten Sortiment und entsprechender Kompetenz eine lukrative Nische online zu schaffen. Noch sind diese Nischen verfügbar.


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E-Business&E-Commerce 27 Jan 2011 07:33 am

Kurz vor Jahresende verkündete Ringier den Einstieg in das lukrative Onlineshopping für den Heimtierbedarf über ein Joint-Venture mit Qualipet.

Gestern teilte der deutsche Branchenprimus fressnapf.de mit, dass man in den Schweizer E-Commerce einsteigen gedenkt:

“Wir werden unseren Wachstumskurs durch eine rasche Expansion beschleunigen, aber auch durch die Erschließung neuer Marktsegmente und zusätzlicher Verkaufskanäle wie zum Beispiel E-Commerce.”

Weiter meint der Geschäftsführer Schweiz Christian Plüss im Franchiseportal, dass  Fressnapf das Potenzial habe, in den kommenden Jahren Marktführer in der Schweiz zu werden.

Der Heimtierbedarf ist nur einer von mehreren spezialisierten Nischenmärkten mit hohem Onlinepotential, in welchem vermehrt auch internationale Mitbewerber aktiv werden wollen.


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E-Business&E-Commerce 26 Jan 2011 07:14 pm

Der Schweizer Onlinehandel legte zwischen 2008 und 2010 um satte 48% zu und erwirtschaftete im vergangenen Jahr knapp CHF 8.7 Mrd. Dies das Rekordergebnis der alle zwei Jahre durchgeführten Studie der Universität St. Gallen (HSG) gem. heutiger Medienmitteilung (PDF).

Damit wurde die zwei-jährliche Wachstumsrate deutlich gesteigert, nachdem diese 2008 noch mit 38% ausgewiesen wurde (Onlineumsatz 2008: CHF 5.87 Mrd.).

“Für die Studie wurden zum Jahresende 2010 zum siebten Mal in Folge über 1000 Passanten in dreizehn Schweizer Städten befragt. Besonders stark gewannen im Vergleich zu 2008 erneut Ferienreisen (+9.9 Prozent Online-Kunden) und Flugbuchungen (+9.3). Aber auch Software (+8.7), Tickets für Veranstaltungen (+7.2) und Musiktitel (+6.6) erfreuen sich nach wie vor steigernder Beliebtheit im Internet. Bei Produkten wie Bekleidung, Möbeln, Lebensmitteln, Büchern oder auch Second-Hand-Artikeln steht die kombinierte Nutzung von Ladengeschäft und Online-Shop im Vordergrund.”

Was wir im letzte Jahr als E-Commerce Trend “Multichannel Fulfilment” bezeichnet haben, hat nun auch Prof. Dr. Thomas Rudolph von der HSG mit seiner Studie belegt. Die Kombination von Internet- und Filialhandel ist gefragt.

“Immer mehr Kunden erwarten von Händlern ein konsistentes Angebot im Internet und im Filialhandel. Stationäre Händler, die kanalübergreifend ein ansprechendes Einkaufserlebnis bieten können, sind im Vorteil.”

Ebenfalls stieg der Anteil der Personen, die unterwegs mobil auf das Web zugreifen um 15% auf einen Anteil von 44%. Der mobile Absatzkanal wird auch gemäss der HSG-Studie weiter an beliebtheit gewinnen, zumindest in der Schweiz.

Weitere Details werden am St. Galler Internettag vorgestellt, der am 29. März 2011 stattfindet.


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E-Business&E-Commerce&Mobile / Tablets 25 Jan 2011 11:26 am

Vor 2 Jahren lancierten die SBB den mobilen Ticketshop auf dem iPhone – die iApp wurde zwischenzeitilch 800’000 Mal heruntergeladen und dürfte damit ziemlich flächendeckend auf den Schweizer iPhones installiert sein.

Knapp 2 Jahre nach der Einführung verkauften die Schweizer Bundesbahnen nun kürzlich das Millionste Ticket über den mobilen Kanal gem. heutiger Medienmitteilung.

“Im Februar 2009 hat die SBB Mobile Ticket eingeführt, seither wird es immer beliebter. Der Umsatz hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und ist 2010 auf einen zweistelligen Millionenbetrag gestiegen. SBB Mobile ist der am schnellsten wachsende Vertriebskanal der SBB“. Mattia Schucan, Leiter Vertrieb und Services bei SBB Personenverkehr

Der mobile Ticketkauf erfüllt ein Bedürfnis der Bahnkunden und adaptiert ideal die mobile Kaufsituation. Dies ist ohnehin einer der kritischen Erfolgsfaktoren im Mobile-Commerce. Schaffe ich es, mit meiner mobilen App einen Mehrwert zu generieren, der passend zur Kaufsituation des Kunden ist? Falls nein, lasse ich es lieber und entwickle eine mobilfähige Webapplikation. Weitere Entscheidungskriterien in unserem Beitrag zur Konvergenz der Shopping-Devices.

Nebst der bereits verfügbaren Version für Windows 7 ist auch die Android Version für März angekündigt. Interessant ist, dass die SBB dem mobilen Betriebssystem von Microsoft demjenigen von Google den Vorzug gegeben haben. Was hier wohl die Gründe sind?


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E-Business&E-Commerce 21 Jan 2011 12:05 pm

Die Competec Gruppe, zu der unter anderem auch die E-Commerce Plattformen von Brack und DayDeal gehören, stellt sich neu auf. Mit zwei unabhängigen Divisionen organisiert sich das B2B und B2C Geschäft neu autonom.

“Die Competec-Gruppe beabsichtigt, ihre Tochtergesellschaften Wyscha Computer AG und Phonet Suisse SA mit der Alltron AG zu fusionieren. Der IT-Distributor Alltron AG und der IT-Händler Brack Electronics AG sollen als zwei weitgehend autonom agierende Divisionen weiter geführt werden.”

Divisionalisierung der Competec-Gruppe

Divisionalisierung der Competec-Gruppe

Competec stellt sich damit neu auf und reagiert auf die veränderten Bedürfnisse, insbesondere auch auf die unterschiedliche Ansprache von B2B und B2C Kunden. Für Kapazität hat die Gruppe ja bereits gesorgt mit der Planung des grössten Elektronik-Versandzentrums.

Malte Polzin, neuer CEO von Brack Electronics

Malte Polzin, neuer CEO von Brack Electronics

CEO von Alltron wird Tom Brunner, bisheriger Managing Director der Wyscha. CEO von Brack wird Malte Polzin, bisheriger CMO der Competec Gruppe.

Malte Polzin ist im deutsch-sprachigen E-Commerce kein Unbekannter. Er hat sich einen Namen als Social-Commerce Experte gemacht und war auch treibende Kraft hinter DayDeal.

Wir freuen uns mit Malte, dass seine herausragenden Leistungen Anerkennung finden und hoffen auf neue – auch vom Social Commerce getriebene – Projekte aus dem Hause Brack.

Interessenbindung: Brack Electronics ist ein Kunde von Carpathia für konzeptionelle Beratungsdienstleistungen.


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E-Business&E-Commerce 19 Jan 2011 01:15 pm

Ich gebe es zu, ich rege mich jedes Mal auf, wenn ich den Onlineshop von Apple aufrufe. Unter www.apple.ch werde ich zuerst aufgefordert, die Sprache zu wählen:

Sprachwahl im Schweizer Apple-Store

Sprachwahl im Schweizer Apple-Store

Ja, Apple kann sich das erlauben. Apple Käufer sind extrem loyal (und haben auch kaum eine andere Wahl). Jedem Shopbetreiber rate ich jedoch von so einer zusätzlichen Türe zu seinem Laden dringendst ab!

Gerade in der Schweiz mit ihrer Sprachvielfalt ist dies ein Dauerthema. Ein Shop wird in der Regel in mindestens zwei Landessprachen lanciert.

Es gibt heute technische Möglichkeiten (Browser-Erkennung, IP-Geo-Locations etc.) die eine automatische Sprachwahl unterstützen und damit mit Sicherheit eine 90% Trefferquote erreichen. Und wer sich dann doch in der falschen Sprachversion wähnt, sollte mit einem Klick in die anderen verfügbaren Sprach-Versionen gelangen.

Zudem muss eine einmal gewählte Sprache im Cookie, Profil oder wo auch immer hinterlegt werden, so dass ich niemals mehr an dieser unsäglichen Sprachwahl vorbei komme. Aber bei Apple ist vieles anders – auch das.


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E-Business&E-Commerce 19 Jan 2011 11:47 am

Der grösste Schweizer Detailhändler, der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB), weist heute seine Umsatz- und Erfolgszahlen aus (Pressmitteilung PDF). Gesamthaft stieg der Gruppen-Umsatz um 0.3% auf über CHF 25 Mrd., der Detailhandelsumsatz auf CHF 21.2 Mrd (+ 0.8%).

Interessant sind die Onlineumsätze: Diese sind im Bereich Handel 2010 um CHF 100 Mio. auf CHF 640 angewachsen, was einem Umsatzplus von 19% entspricht. Damit legt der Schweizer Einzelhandel vor allem online zu, wenn auch der E-Commerce am Beispiel der Migros nur etwa 3% am gesamten Detailhandel ausmacht – noch ausmacht.

LeShop trägt mit seinem Jahresumsatz von 151 Mio einen knappen Viertel des Migros E-Commerce Handelsvolumens (ohne Reisen). Leider werden von den anderen 76.4% keine Detailzahlen veröffentlicht, auch nicht auf persönliche Nachfrage bei der MGB-Pressestelle.

Folgende Schweizer E-Commerce Player zählen nach unserem Wissen zum MGB:

Ich hoffe, es ging keiner vergessen – sonst bitte um Feedback, dann wird die Liste umgehend ergänzt.


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E-Business&E-Commerce&Trends 19 Jan 2011 08:00 am

Aus der Serie: Carpathia E-Commerce Trends 2011

E-Commerce wird gemäss Wikipedia als elektronischer Handel oder Handelsverkehr übersetzt. Aber wozu braucht es Handel? Eine vereinfachte Erklärung hierzu ist, dass Hersteller und Lieferanten die Zusammenarbeit mit Händlern suchen welche wiederum die Artikel den Endverbrauchern über ein Händler- und Niederlassungsnetz anbieten. Händler sind also in dieser vereinfachten Form dazu da, vor Ort beim Kunden zu sein. Sei es in Form von stationären Ladengeschäften oder einem persönlichen Vertriebsnetz von bspw. Aussendienstmitarbeitern. Selbstverständlich macht der Handel noch viel mehr; von Zollformalitäten, Zwischenlagern, Logistikleistungen, Marketing, Verkaufsförderung bis zu Retouren, Reparaturen u.v.a.

Interessant für diesen Trend ist jedoch der Aspekt des “vor Ort” seins. Mit dem E-Commerce entfällt dieser. E-Commerce erlaubt grundsätzlich jedem, zum Händler zu werden. Das beginnt bei Privatpersonen die erste erfolgreiche Versuche über Auktions- oder Social-Commerce Plattformen starten und sich dann an einen eigenen Shop wagen.

Das gilt aber zunehmend auch für Hersteller; es ist eine Konsoliderung in der Absatz- und Handelskette festzustellen.  E-Commerce erlaubt es den Herstellern, sich direkt an die Endverbraucher zu richten und damit den Zwischenhandel auszuschalten. Ein Vertriebsnetz “vor Ort” wird mit dem Onlinehandel obsolet. Dies stellt eine der grössten Herausforderung für die Händler dar.

Folgende zwei Triebfedern stehen hinter diesem Trend:

1. Hersteller Druck

Der Hersteller wird selber zum Händler und spricht direkt den Konsumenten an. Eine der Pioniere in diesem Bereich war sicher HP. Bereits seit vielen Jahren verkauft der Hardware-Hersteller am Fachhandel vorbei direkt. Lange war er aber alleine auf weiter Flur. Vor 2-3 Jahren kamen mit dem Mass-Customizing vermehrt Hersteller auf die Idee, zumindest ein Sortiment direkt den Endverbrauchern anzubieten, was der Fachhandel nur erschwert kann. Massanfertigungen und Individualisierungen. Als Beispiel sei hier Nike-ID erwähnt.

Nun folgt aber die nächste Welle; analog dem stationären Prinzip der Flagship Stores bauen v.a. Markenhersteller ihre virtuellen Onlineverkaufswelten. Kompatibel zu den aktuellen Endgeräten zeigt beispielsweise das Luxuslabel Gucci seine Modewelt und bietet die Artikel auch gleich direkt zum Verkauf an. Es gibt kaum ein Fashionlabel, das in den letzten Monaten nicht seinen eigenen Store eröffnet hat. Auch andere Branchen sind von diesen Phänomen direkt betroffen.

(nicht erwähnt seien hier direkte Vertriebskonzepte à la DELL die von Beginn weg auf den Handel verzichteten, jedoch in jüngster Vergangenheit auch diesen Kanal entdecken)

2.Digitalisierungs Druck

Dir fortschreitende Digitalisierung bringt den Handel ebenfalls unter Druck oder schaltet diesen aus. Musik, Bücher und zunehmend auch Filme werden digital angeboten. Der Handel vor Ort entfällt, der Handel online könnte auch entfallen, denn es braucht ihn nicht mehr zwingend. Auch Plattenlabels, Filmstudios und Verlage können ihre Produkte  am Handel vorbei direkt den Endverbrauchern anbieten. Bei digitalen Gütern wird nicht nur die gesamte Absatzkette zusammen schmelzen, auch die Produktion der Datenträger und Bücher, Logistikleistungen und mehr entfällt komplett. Und dass online problemlos bezahlt werden kann, wissen wir alle.

Die Händler kommen unter Druck – wie geht man damit um?

Die Onlinehändler müssen sich gegenüber dem Endverbraucher unverzichtbar machen und mit Services punkten. Entscheidend wird die richtige Positionierung sein. Johannes Altmann hat verschiedene Tipps für Shops in seinem Artikel für die Internet-World gut beschrieben.

1. Verkaufen Sie zu Preisen, die für den Hersteller akzeptabel sind. Preisdumping ist der sichere Weg zum Rauswurf aus der Belieferung.

2. Viel Umsatz heißt relevante Bedeutung.

3. Eine klare Positionierung und eine verständliche Strategie kann Hersteller überzeugen, dass Ihr Shop ein guter Vertriebsweg ist.

4. Ein gutes Markenumfeld schaffen. Topmarken wollen nur in der Umgebung von Topmarken platziert werden. “Resterampen”-Feeling schadet der Marke.

5. Gutes Verkaufen der Marke. Gute Bilder, hervorragende Beschreibungen in einem professionellen Shop schafft Akzeptanz bei den Herstellern.

6. Sortimentsrelevanz. Hersteller wollen, dass Sortimente vollständig gelistet werden. Nur vereinzelte Produkte sind nicht gewünscht.

7. Lieferfähigkeit und Service. Hersteller wollen nicht Ihr Lager und Fulfillmentanbieter sein. Sie müssen Artikel selbst lagern und einen hohen Service bieten.

Ebenfalls finden sich in Altmanns Artikel auch mögliche Strategien der Hersteller, Interessant hierzu ist v.a. Strategie Nummer 4:

“Online verkaufen darf nur der, der stationär auch einen Laden betreibt.”

Schweizer Onlinehändler haben in jüngster Vergangenheit verschiedentlich den Schritt in das stationäre Geschäft gewagt. Dies widerspricht auf den ersten Blick diesem Trend. Könnte sich jedoch strategisch als korrekt erweisen in einem anderen Zusammenhang. Von der WEKO wird diese Tage noch ein Entscheid erwartet im Zusammenhang mit der Behinderung des Onlinehandels durch Hersteller. Gem. unbestätigten Quellen könnte das Verdikt so ausfallen, dass genau diese Strategie Nr. 4 von den Wettbewerbshütern als Voraussetzung für den uneingeschränkten online Handel definiert wird.


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