Zalando Schweiz ist gestartet – wird nun alles anders in der online Fashion Branche?

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Offiziell angekündigt wurde der Start seit Ende September für Anfangs Oktober und die Facebook-Page wurde ebenfalls zeitgleich im Vormonat lanciert. Erwartet wurde der Markteintritt in der Schweiz schon länger und erste Anzeichen verdichteten sich im Sommer.

Zalando liess sich Zeit mit der Schweiz; wie man hört, musste zuerst die Verzollung geregelt werden. Vor wenigen Wochen startet vorab der Ableger in Österreich. Auch dort gibt man sich bewusst lokal mit „Schuach und G’wand online„.

Was macht den Markteintritt so besonders, es gibt doch bereits zahlreiche Fashion-Anbieter in der Schweiz?

Das Besondere ist die professionelle Konzeption und wie es Zalando gelingt, einen solch enormen Druck aufzubauen. Mit anscheindend schier grenzenlosen Mitteln – oder schlicht besseren Mediendeals – haben sie innert Kürze einen erheblichen Marktanteil gewonnen. Wie man bei Zalando oder Rocket Internet, der Firma dahinter, arbeitet, hat man auch an der K5 Konferenz in München erfahren.

Da wird nichts wenig dem Zufall überlassen; SEO-seitig ist zalando.ch bereits seit Wochen aufgebaut worden und es erstaunt auch nicht, dass man eine schweizerdeutsche Tagline „Schueh und Fashion online poschte“ wählte, wie in Österreich. Kulturelle Unterschiede werden berücksichtigt. Dies nur eine Facette, welche das umsichtige Vorgehen demonstriert.

Der Shop ist weitgehend identisch aufgebaut wie die anderen Länderniederlassungen. Gestartet wird auf den ersten Blick mit einem Vollsortiment, welches das Stammsortiment Schuhe wie auch die neueren Sortimente aus dem Bereich Bekleidung und Sport wie auch Accessoires umfasst.

30 Tage Rückgaberecht und kostenlose Lieferung, da werde einige andere Anbieter unter Druck kommen. Logistisch werden die Schweizer Bestellungen nach unseren Informationen direkt vom neuen Logistikzentrum in Brandenburg verarbeitet. Verzollung läuft über den Logistikpartner Fiege der sich auch in erster Instanz um die Retouren kümmern soll.

Die Schweizer Post bringt dann die Pakete nach Hause – und das „Schreien vor Glück“ wird wohl auch hier an der Tagesordnung werden.

http://www.youtube.com/watch?v=LRXgExIlPWY

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Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

11 COMMENTS

  1. Nach der Swiss will nun auch Zalando mit Schweizerdeutsch („Schueh und Fashion online poschte“)Kundennähe herstellen. Naja. Mein Erstkontakt war igendwie zwiespältig: Den ersten Teaser den ich geklickt hatte (Outdoor, was sonst?) führt mich direkt zu zalando.at. Hoppla, dann also wieder manuell zurück ins Schweizer „Vollsortiment“, nur: etliche Kategorien in der Naviagtion sind leer „Ihre Suche ergab leider 0 Treffer“ bei jeder zweiten Kategorie, die mich interessiert. Schliesslich finde ich doch noch was, Checkout geht reibungslos, mache also brav meine Bestellung (für 10 Stutz-Gutschrift abonniere auch noch den Newsletter) auf Rechnung, obwohl das keine der offiziell angepriesenen Zahlungsarten ist. Apropos Swissness: ß finde ich auf einer CH-Domain immer noch gewöhnungsbedürftig, in der Bestellbestätigung gibt es dann bei Preisen nur noch deutsche Zeichensetzung, ganz toll auch der Link um Rücksendungen anzumelden, unter www-ch-beta.zalando.de ist tote Hose.

    Mein Fazit: Das ist vom Shopping-Erlebnis her noch nicht der grosse Wurf, der die Schweizer Online Modewelt verändert wird. Aber Zalando versteht technisch sein Handwerk: funktionaler Shop, sauberes SEO und Tracking, dass einem Sturm wird: Webtrekk, Google Analytics, Omniture Test&Target, Doubleclick, Criteo für personalisiertes Remarketing.

  2. Kinderkrankheiten sind ärgerlich, jedoch wohl nie ganz vermeidbar. Will Zalando hier auch nicht in Schutz nehmen. Aber die drehen halt so einen Shop ziemlich schnell hoch – gem. Managing Director Uwe Horstmann an der K5 letzte Woche in München dauert’s gerade mal 3 Monate bis sie sich ein neues Land vorgenommen haben und dort live gehen.

    Faszinierend ist vielmehr mit wie viel Druck sie den Markt bearbeiten. In der CH sind sie auch gleich mit einem Sortiment von 30’000 gestartet – alles Top-Brands.

    Strategie ist ähnlich wie Amazon. Die wollen 1. Adresse für Fashion werden. Ein Kunde soll gar nicht erst zwei Mal überlegen, wo er Mode online bestellen kann. Und kostenfrei inkl. 30 Tage Retouren sind da natürlich nur förderlich.

    Und wart mal ab, bis die ein paar Mio. in TV-Kampagnen pumpen – da dürfte es dem einen oder anderen Player etwas Bange werden. Zalando zählt nicht umsonst zu den Top-Spendern.

    Faszinierend ist nicht der Shop und das Shopping-Erlebnis – das ist sehr gutes Handwerk und macht Spass – wenn auch noch mit Kinderkrankheiten. Faszinierend ist die Professionalität, die Agilität, die Konzeption und die Strategie wie neue Märkte angegangen und erobert werden.

    Vgl. auch http://www.excitingcommerce.de/2011/06/business-intelligence-bei-rocket-internet.html

  3. Hallo Beat,

    danke für die Hinweise.
    Wir arbeiten dran. Es ist noch keine perfekter Shop vom Himmel gefallen 😉

    In spätestens 2 Wochen sollte alles sauber laufen und auch kaum mehr „0 Treffer“ angezeigt werden, da noch mehr Sortiment zur Verfügung stehen wird.

    Wir tun alles um in der Schweiz ein gutes Shopping-Erlebnis zu garantieren.

    Viele Grüsse,

    Euer Zalando-Team

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