November 2011
Monats-Archiv
E-Business&E-Commerce
29 Nov 2011 07:50 am
Das sind die umsatzstärksten Schweizer Onlineshops 2011
Zusammen mit iBusiness haben wir erstmals versucht, die umsatzstärksten Schweizer Onlineshops zu eruieren. Dem ganzen vorausgegangen ist eine Publikation von iBusiness, die so inhaltlich natürlich nicht ganz korrekt war.
Wir haben uns dann mit dem Verlag in Verbindung gesetzt und versucht, das ganze möglichst akkurat zu gestalten. iBusiness stellte Daten von EHI und Statista zur Verfügung, wir koordinierten eine Expertengruppe, welche die Einteilung der Umsätze in Cluster von CHF 1-5 Mio, 5-10 Mio, 10-25 Mio, 25-50 Mio, 50-75 Mio, 75-100 Mio, 100-150 Mio und 150-200 Mio vornahm.
Herausgekommen ist unserer Meinung nach ein gutes Abbild der Grössenordnungen im aktuellen Schweizer E-Commerce Markt.
Die Top-10 Player demnach sind:
- Ricardo.ch (ca. CHF 750 Mio.)
- SBB.ch (CHF 220 Mio.)
- Digitec.ch (ca. CHF 200 Mio.)
- Nespresso.ch (ca. CHF 200 Mio.)
- eBay.ch (ca. CHF 175 Mio.)
- LeShop.ch (ca. CHF 150 Mio.)
- eBookers.ch (ca. CHF 126 Mio.)
- Brack.ch (ca. CHF 125 Mio.)
- Brütsch-Rüegger (CHF 102 Mio.)
- Amazon.de/com (ca. CHF 90 Mio.)

Umsatzstärkste Schweizer Onlineshops
Selbstverständlich sind die Umsätze aufgrund fehlender effektiver Zahlen nur Näherungswerte, aber die Grosswetterlage wird so sehr gut widergegeben. Insbesondere zeigt das Ranking, welche Umsatzvolumen derzeit online erzielt werden.
Und die Shops sind herzlich eingeladen, bei der nächsten Durchführung der Erhebung, die für Februar 2012 geplant ist, bei der Befragung weniger zögerlich mitzumachen.
Der Poster kann online kostenlos als PDF bezogen oder bei iBusiness im Posterformat 84 x 60cm bestellt werden.
Wir verfügen über eine limitierte Anzahl an Exemplaren und geben diese gerne kostenlos an die ersten 20 ab, welche diesen Blogpost kommentieren (und ggf. noch weitere Umsatzzahlen bestätigen).
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Mobile und POS – Plakatshopping nun auch in der Schweiz bei coop@home
Vor 5 Monaten berichteten wir über Tescos Innovation in Südkorea, Plakatwände in U-Bahn Stationen für den Einkauf per Smartphone zu verwenden. Das Video machte Furore und wurde seither an Dutzenden von Veranstaltungen und wohl auch Vorstandssitzungen gezeigt.
In Deutschland gab es bereits einige Nachahmer – heute nun zog auch coop@home in der Schweiz nach. Als Pilot wurden die Schaufenster der Filiale auf der Zürcher Bahnhofbrücke mit virtuellen Ladenregalen beklebt.
“Auf grossen, attraktiv gestalteten Plakaten an den Aussenwänden des Coop Supermarkts Bahnhofbrücke sind ausgewählte Produkte mittels 3D-Fotos abgebildet. Die Kundinnen und Kunden starten auf ihrem Android Smartphone, iPhone oder iPad die coop@home App und scannen die gewünschten EAN-Codes auf den Plakaten.
Über den normalen App-Warenkorb werden die Produkte dann bestellt, bezahlt und durch coop@home bequem nach Hause geliefert. Frischconvenience kann so im Supermarkt gekauft werden, den Vorratseinkauf mit sperrigen oder schweren Waren wie beispielsweise Getränke, Waschmittel oder Konserven bestellt man aber online und lässt ihn sich direkt an die Haustür liefern. “
Damit zeigt sich coop@home erneut sehr innovativ, waren sie doch auch die ersten, die in der Schweiz 2009 bereits eine mobile App für den Lebensmittel-Einkauf lancierten und ein Jahr später das Barcode-Scanning integrierten. Ein Feature, dass nun bei dieser Multi-Channel Lösung wieder zum Einsatz kommt.
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E-Business&E-Commerce
27 Nov 2011 09:00 am
Warum nutzen eigentlich nicht mehr Onlineshops Facebook für ihre Produkt-Empfehlungen?
Empfehlungen in Onlineshops gehören nicht nur zu den beliebtesten Social-Commerce-Komponenten, sondern sie sind auch auch äusserst effizient. Amazon beispielsweise macht rund einen Viertel seines Umsatzes über die “Kunden die X kauften, kauften auch Y” und derivaten Empfehlungsfunktionen.
“Amazon makes 20-30% of its sales from recommendations. Only 16% of people go to Amazon with explicit intent to buy something.”
Solche Recommendations findet man zudem in Newslettern, Bundles (Produkt-Paketen), Cart-Additions (optionalen Warenkorb-Zusätzen) wie auch im Ranking der Suchresultate für den einzelnen Anwender.
Moderne Recommendation-Engines werten den indivuellen Kundenbesuch aus, vergleichen diesen mit Tausenden von anderen Verhaltensweisen sowie deren Erfolgsquoten und spielen die Empfehlungen in Echtzeit in den Onlineshop für jeden individuellen Besucher ein (etwas vereinfacht dargestellt).

Social Graph von Thomas Lang - via TouchGraph
Der Mangel an heutigen Recommendation-Engines ist jedoch, dass diese sich in der Regel nur auf den aktuellen Shop oder das Sortiment konzentrieren. V.a. neuen Besuchern kann daher erst nach Ansicht von einigen Artikeln eine adäquate Empfehlung abgegeben werden.
Dabei zeigt eine Studie von Sociable Labs, dass mehr als die Hälfte der Shopbesucher bei Facebook eingeloggt bleiben. Und Facebook bietet über seine API den Zugriff auf die Präferenzen des Besuchers wie auch seines Social Graphen.
So schreibt ZDnet.de zur Studie:
“Im Oktober sind 50,8 Prozent der Nutzer bei Facebook eingeloggt geblieben, während sie in einem Webshop einkauften. Das geht aus einer Studie von Sociable Labs hervor. TechCrunch leitet aus den Zahlen die Notwendigkeit für Unternehmen her, E-Commerce-Sites stärker zu personalisieren. Mit Facebooks sozialen Plug-ins und einer Connect-Integration könnten sie Nutzern zeigen, was ihre Freunde gekauft oder geteilt hätten und welche Produkte zu ihren Likes passten.”
Hier liegt nicht nur bei den Schweizer Onlineshops noch beträchtliches Potential brach.
Und dieses liegt in der ganzen demografischen Breite der User. Denn es sind nicht vornehmlich die jungen Onlineshopper die gleichzeitig bei Facebook eingeloggt sind. Auch bei den älteren Usern – und die Silver Surfer gehören gem. HSG auch online zur kaufkräftigsten Kundengruppe – meldet sich ein signifikanter Anteil während seiner Surftour nicht von Facebook ab, wie TechCrunch schreibt:
“Sociable Labs’ founder and CEO Nisan Gabbay explained that the target age market for an ecommerce site has surprisingly little influence on the percentage of visitors that were logged in to Facebook. Those aimed at college students were closer to 60%, but even those with middle aged saw at least 40% of visitors logged in.”
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Inflight Commerce – Online-Shopping im Flug
Auf meiner Rückreise heute aus den USA bin ich erstmals mit Virgin America von Las Vegas nach San Francisco geflogen. Die Airline führt hauptsächlich Inlandflüge an der Westküste durch und gehört (indirekt) zur Vigin Gruppe des schillernden britischen Unternehmers Sir Richard Branson.
Interessant ist die hohe Online-Affinität der Airline; Enhanced WLAN an Bord, Abgabe von Google Chromebooks wie auch ein Inflight Entertainment System namens RED, das wohl derzeit seinesgleichen sucht.
In den individuellen Touchscreens, die in den Vordersitzen eingebaut sind, stehen vielfältigste Multimedia Gadgets zur Verfügung bis hin zum Seat-to-Seat-Chat. Aber spannend in diesem Kontext ist, dass auch ein kompletter Onlineshop zur Verfügung steht.
Denn wo hat man mehr Zeit zum Browsen und Einkaufen auf engem Raum als während eines Fluges?
Die E-Commerce Anwendung ist in das Inflight-System eingebettet und für einfache Touchscreen-Navigation konzipiert.
Bezahlt wird übrigens physisch (!) mittels Kreditkarte, die über den eingebauten Kartenleser verwendet wird. Die Lieferung erfolgt innert weniger Tage, ausser bei den Drinks & Sandwiches – diese lassen sich übrigens gleichzeitig in den Warenkorb legen – die kommen natürlich sofort aus der Bordküche.
Eine intelligente und einfach wirkende Shopping-Anwendung die relativ gut auf das zur Verfügung stehende Device zugeschnitten ist. Daran darf sich gerne auch der eine oder andere heute auf Tablets optimierte Shop orientieren. Bzgl. Produktpräsentation verzeichnete die Inflight-Anwendung jedoch noch Defizite.
Sofa-Commerce und Digital Signage
Diese Anwendung demonstriert, wie E-Commerce-Lösungen nicht mehr nur für Webbrowser konzipiert werden, sondern eine Konvergenz der Devices stattfindet. Einkaufen wann und wo es die Situation erfordert, gemütlich zurückgelehnt oder wo auch immer sich die Gelegenheit bietet.
Auch Langeweile (im Flugzeug) kann durchaus ein interessanter Treiber sein, getreu dem von Stephan Uhrenbacher beschriebenen Entspannungsritual. Neben Smartphones und zunehmend auch Tablets kommt nun die nächste Generation von Anwendungen. In diesem Beispiel das Inflight-System einer Airline.
Aber auch Digital Signage Lösungen, Apps in TV-Geräten, Web-Apps allgemein oder weitere elektronischen Informationsträger laden zur Interaktion ein – u.a. so, wie es Nick Lansley von Tesco.com in seinem Interview mit Jochen Krisch vor exakt 2 Jahren vorausgesagt hat – übrigens auch ein Brite, wie Richard Branson – Zufall?
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coop@home startet Drive-In E-Commerce für Lebensmittel in der Schweiz
Der Onlinesupermarkt von Coop coop@home startet Drive-In E-Commerce in der Schweiz, nachdem in Deutschland u.a. von Rewe entsprechende Konzepte getestet werden.
Gem. Medieninfo steht seit dieser Woche, was bis14h online oder per mobile Device bestellt ist, ab 16h30 an der Abholstation am Sihlquai in Zürich bereit und wird direkt in den Kofferraum verstaut.
“Bis 14 Uhr online aus einer Auswahl von 13000 Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs bestellt, kann der Einkauf schon ab 16:30 Uhr am Drive-In abgeholt werden. Bedient wird die Station von Montag bis Freitag von 12:00 bis 20:00 Uhr. Der Mindestbestellwert beträgt 100 Franken, der Service ist franko Kofferraum gratis.”
Für einen Teil der in Zürich lebenden / arbeitenden Bevölkerung ist der Standort zumindest verkehrstechnisch gut gewählt. Weitere Stationen müssen jedoch folgen, was gem. Newsnetz auch geplant sei (dort gibt es ein leider nicht einbettbares Demo-Video).
Nach der Strassenprostitution nun Drive-In E-Commerce, die Änderung des Zürcher Strichplans sei dank?!
Convenient ist das ganze, zweifelsohne. Aber ich denke nicht, dass dies der Weisheit letzter Schluss sein kann. Denn die Drive-In Stationen sind nur bis 20h geöffnet und ein flächendeckendes Netz ist kaum möglich. Das nun vorgestellte Konzept unterscheidet sich denn nicht wirklich vom herkömmlichen stationären Einkauf (spezielle Location anfahren, reduzierte Öffnungszeiten beachten) mit der Ausnahme, dass die Parkplatzsuche entfällt und die Ware schon zusammengestellt, bezahlt und gepackt ist, wobei hier anders als im stationären Verkauf ein Mindestbestellwert gilt.
Flächendeckendes Netz zwingend notwendig
Dass die Logistik gerade im Verkauf von Lebensmittel sehr komplex ist, zeigt sich hier exemplarisch. Nur so lässt sich erklären, dass Coop spezielle Drive-In Stationen plant und nicht das bereits sehr gut ausgebaute Netz an Coop-Pronto und Tankstellen-Shops nutzt, die notabene bereits über noch kundenfreundlichere Öffnungszeiten verfügen.
Also bleibt es vorab beim Zürcher-Sihlquai; nach dem schnellen Sex, nun den schnellen Drive-In E-Commerce.
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E-Business&E-Commerce
24 Nov 2011 10:05 am
Verkaufen ist nicht alles; bei Fashion-Onlineshops mangelt es oft bei der Abwicklung und im Kleingedruckten
Während der Monate Juli bis September 2011 liess die Stiftung Warentest 13 deutsche Online-Shops zu Kleidung und Schuhe durch geschulte Tester prüfen. Darunter bekannte Onlinehändler wie otto.de, neckermann.de, amazon.de und baur.de, aber auch Kleinere wie schuhhaus-meyer.eu oder engelhorn.de.
Bewertet wurden die Shops bei der Abwicklung der Bestellung, Rücksendung sowie der Kundenkommunikation und dem Shop selbst wie Kundeninformationen, Handhabung, Aufmachung der Produktseiten und dem Umgang mit dem sensiblen Thema Datenschutz.
Als Sieger ist der Online-Shop von enamora.de (Gut 2,0) erkoren worden, der vor allem in der Auftrags-Abwicklung stark überzeugen konnte, jedoch beim Online-Auftritt selbst noch weiteres Verbesserungspotential haben soll. Auf den weiteren Rängen platzieren können sich zalando.de, baur.de, herrenausstatter.de und otto.de.

Die hintersten Ränge werden ebenfalls von bekannten Marken besetzt: zara.com und mango.com. Hier werden vor allem die lückenhaften oder sogar unrechtsmässigen AGB bemängelt wie expliziter Ausschluss der Versandhaftung oder Verweis auf die spanische Gesetzgebung.
Am schnellsten liefern kann pm-outdoorshop.de in durchschnittlich 1.8 Tagen. Die meisten bewegen sich zwischen 2 bis 3.5 Tagen, der langsamste benötigte über 6 Tage.
Natürlich ist jeder Einkaufstest nicht repräsentativ, manche haben Glück, manche Pech. Was aber nicht weg diskutiert werden kann sind die deutlichen Mängel der Kundeninformationen (Zahlung, Lieferung, Rückgaberecht, Reklamation, Hilfe) und die Verwendung der Nutzerdaten.
Die Studie kann online bei der Stiftung Warentest bestellt werden (EUR 1.50).
Die Mode-Branche ist derzeit in der Schweiz stark im Wandel, darum hier eine Übersicht unserer diesjährigen Beiträge rund um das Thema Fashion:
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E-Business&E-Commerce
14 Nov 2011 09:00 am
Quaps.ch – Fashionfriends Vertical-Strategie bringt Onlineshop für Spielzeug
Ursprünglich als Shoppingclub gestartet, brachte Fashionfriends vergangene Woche ein erneutes Vertical im traditionellen E-Commerce an den Start.
Quaps bietet online Spielzeug und ergänzt damit nach dem Brandstore (Fashion in Zusammenarbeit mit Grieder), Scoup (Online-Gutscheinportal) und dem Birchbox-Klon Beautybox das E-Commerce Portfolio von Fashionfriends, an welchem Tamedia massgeblich beteiligt ist.
So schreibt der Fashionfriends-Blog:
„Quaps –Toys for Kids“, so lautet das Motto des neuen Shops. Bei Quaps findest Du alles, was das Kinderherz jeden Alters glücklich macht. Dank einem exklusiven Angebot an auserwählten Produkten, findet sich leicht und unkompliziert was das Herz begehrt. Dank einem bewusst auserlesenen Sortimentsfokus auf Kleinkind / Vorschule, Holz, Plüsch, und exklusiven Neuheiten, innerhalb des Welt der Spielzeuge und Toys, setzt Quaps neue Massstäbe im Online Shopping.
Fashionfriends setzt damit seine Strategie konsequent fort, vom Shoppingclub zum breiten E-Commerce Anbieter zu mutieren, wie auch bereits CMO Matthias Schreier im Video-Interview an der topsoft erklärte.
Derzeit scheinen sich diverse Private-Sales Anbieter neu erfinden zu wollen müssen. Auch Fashionfriends hat in diesem Jahr sein mit viel Lärm eröffnetes stationäres Outlet in Luzern wieder geschlossen.
Kann ein Shoppingclub zur E-Commerce Plattform mutieren? Möglich ist es, aber es gibt Schwierigkeiten zu überwinden. Zum einen steht eine breite Customer-Base zur Verfügung die genutzt werden kann. In Bezug auf Lager, Logistik und Retouren-Handling haben Shoppingclubs sicher Erfahrungswerte vorzuweisen.

Verfeinerung der nicht vorhandenen Suche liefert einen persistent leeren Onlineshop
Dass die technische Plattform nicht 1:1 übernommen werden soll, zeigen die Fashionfriends-Verticals. Clubs brauchen schon aufgrund ihres Konzepts keine nicht unbedingt eine Sortimentssuche. Bei E-Commerce Plattformen kommt dieser Funktion jedoch eine strategische Bedeutung zu.
Sowohl der Brandstore wie auch Quaps lassen diese kläglich vermissen. Ja noch mehr, es werden “Suchverfeinerungen” (Verfeinern von was?) angeboten, die dann unbedingt zu vermeidende Nuller-Resultate produzieren und oft ausserhalb des sichtbaren Bereichs stehen bleiben, so dass der Onlineshop sich gänzlich leer präsentiert. Und leere Shops ohne Produkte laden selten zum Shoppen ein.
Interessant jedoch an diesen Verticals ist, dass sich dasselbe Login verwenden lässt und es möglich ist, shopübergreifend einzukaufen, wie man es aus us-amerikanischen Shops seit längerem kennt; ein Warenkorb, ein Checkout, einmal Versandkosten.

Auch Spielwaren und -zeug sind einer der Wachstumsmärkte im E-Commerce und generell alles rund um Kinder, wo es noch zu wenig grosse spezialisierte Anbieter gibt.
Im Bereich Spielwaren ist in diesem Sommer mit TOYS’R'US ein weiterer grosser Player gestartet, während zahlreiche Onlineshops Spielwaren ebenfalls im Sortiment haben.
Auf jeden Fall steht zumindest online auch in diesem Jahr alles bereit, was unter den Weihnachtsbaum kommen soll.
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E-Business&E-Commerce
13 Nov 2011 06:22 pm
M wie Möbel – der neue Onlineshop von micasa.ch überzeugt noch nicht vollumfänglich
Vergangene Woche startete der neue Onlineshop von Micasa, dem Home & Living Anbieter der Migros. Nachdem M-Electronics ziemlich genau vor einem Jahr an den Start ging, ist dies der zweite grosse E-Comerce Launch des “orangen M” in jüngster Vergangenheit, wo man sich nach eigenen Angaben als E-Commerce Leader sieht.
Micasa basiert wie M-Electronics auf Hybris und wirkt auf den ersten Blick etwas wie eine Kopie davon, obwohl diesmal Netconomy umsetzte, während der Elektronik-Store aus dem Hause Namics stammt.
Im Angebot stehen über 10’000 Artikel die online bestellt oder in der nächsten Filiale abgeholt werden können. Eine entsprechende Prüfung der Verfügbarkeit in der nächsten Filiale ist integriert und intuitiv umgesetzt worden.

Die Joy of Use im Shop wird noch vermisst und die Umsetzung wirkt nicht nur wenig emotional, sondern auch inkonsistent und unfertig; als Beispiele seien ad-hoc folgende Dinge erwähnt:
- Die Facetted-Search in der linken Spalte wird nach Auswahl des Hauptbereiches als Navigation missbraucht. Werden die Filter zurückgesetzt, ergeben sich Inkonsistenzen. Hier wurden Filter-Funktionen als Navigation missbraucht, was wohl nicht im Sinne des Erfinders ist. Auch lassen sich Filter nicht einzeln zurücksetzen, obwohl dies suggeriert wird.
- Die Navigation stellt sich bei “Möbel” und “Accessoires & Textilien” als schön umgesetzte Mega-Dropdowns dar. Doch im Bereich “Beleuchtung” wird auf reguläre Flyout-Navigation gewechselt – warum wissen wohl nur die Konzeptverantwortlichen. Dem User wird auf jeden Fall kaum ein Licht aufgehen.
- Der Rich Footer bietet bei Micasa Platz für alles was sonst keinen Platz hatte und genau so wirkt er auch; unaufgeräumt und etwas chaotisch. Ein gutes Beispiel, gerade auch aus dem Bereich Möbel, bietet hierzu Pfister.
Als eigentlichen Kardinalfehler muss man jedoch erwähnen (und seit über 1 Woche nicht korrigiert), dass im Checkout die Hyperlinks im Footer auf AGB, Datenschutz und Impressum nicht funktionieren. Gerade dort, wo der Bedarf an Vertrauen und Sicherheit am grössten ist, darf so etwas nicht passieren.
Ansonsten bietet man einige benutzerfreundliche Funktionen. Besonders gefallen die Details und Vergleichsmöglichkeiten bei den Produktlisten zu den einzelnen Artikeln, wobei hier wohl Ikea Pate gestanden haben dürfte.
Nur Dank der Pressemitteilung wird man noch auf die Kernfunktion aufmerksam gemacht – im Onlineshop hat man sie relativ gut versteckt:
Der Konfigurator, das Kernstück des Online Shops
Der Online Shop bietet zudem die einzigartige Möglichkeit, spielerisch komplexe Möbelsysteme wie Schränke, Polstermöbel und das Flexa-Kindermöbelprogramm ganz nach eigenem Geschmack selber zusammenzustellen. So können beispielsweise diverse Schränke mit Elementen erweitert oder ausgebaut werden, wobei ein Klick auf den Konfigurator gennügt. (…) Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Konfigurator auch für Regalsysteme sowie weitere Produktkategorien einsetzbar sein.
Die Konzeption des Konfigurators wirkt durchdacht, technisch reagiert er auf jeden Fall (noch) sehr zögerlich, so dass die Funktionen nicht auf Anhieb klar sind und es immer wieder zu Fehlfunktionen kommt, was sehr schade ist.
Es bleibt zu hoffen, dass Micasa hier bald nachbessert, denn Möbel ist einer der Online-Wachstumsmärkte, in dem wohl auch unsere nördlichen Nachbarn bald eine dominantere Rolle einnehmen wollen.
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E-Business&E-Commerce
02 Nov 2011 10:30 am
Emotionen im E-Commerce und was die Hirnforschung damit zu tun hat
Gibt es rationale Kaufentscheidungen? Die Neurowissenschaft beweist, dass Produkte nur mittels Emotionen gekauft werden. Wer zwar technisch perfekt, aber kühl seine Produkte präsentiert, bietet kaum ein Einkaufserlebnis und verschenkt Potentiale.
Emotionen sind kritisch für den Onlineverkauf, da der direkte Kontakt zu Produkt, Leistung und Kunde fehlt. 70-80% all unserer Entscheidungen erfolgen unbewusst, werden u.a. von Emotionen bestimmt. Wenn schon die Kaufentscheidungen nicht kontrollierbar sind, wie schaut’s denn mit den Emotionen aus? Hier kann die Hirnforschung weiterhelfen.
In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Marketing + Kommunikation haben wir uns daher neben der Emotionalität im E-Commerce auch mit dem von Dr. Hans-Georg Häusel, Dipl. Psychologe, Hirnforscher und Vorstand der Gruppe Nymphenburg, definierten Limbic-System auseinandergesetzt:

Limbic®Map by Gruppe Nymphenburg AG
Häusel provoziert mit seiner These, in dem er das weitläufig bekannte Modell der Maslowschen Bedürfnispyramide schlicht als falsch beurteilt. Dieses beruhe auf Beobachtungen und könne gehäufte Motive nur vermuten. Das limbische System – oben von Häusel mit der Limbic®Map visualisiert – dagegen versucht, hochkomplexe Zusammenhänge und Erkenntnisse aus der Hirnforschung in drei Basis-Typologien abzubilden:
| Balance |
Das stärkste System ist die Balance und ist verantwortlich für Gewohnheiten, Stabilität, Schutz, Sicherheit und Tradition. Unbewusst steuert uns die Balance sicher durchs Leben und lässt uns Situationen so einschätzen, ohne dass uns oder anderen etwas zustösst. |
| Dominanz |
Die Dominanz hingegen ist die treibende Kraft des Egoismus. Es unterstützt aktiv das eigene Durchsetzungsvermögen, reizt den Konkurrenzkampf. Die heutige Wirtschaftsordnung beruht auf der Dominanz, sonst gäbe es keine Autos, Computer oder Telefone. |
| Stimulanz |
Die Stimulanz beruht darauf, aus dem Alltag auszubrechen. Unterhaltungsprodukte wie Kino, Videogames, aber auch auswärts Essen oder in die Ferien fahren gehören dazu. Die Stimulanz bringt Abwechslung ins Leben, womit neues erfahren und erlernt wird, Langeweile findet keinen Platz. Sie ist die zweite Kraft des Fortschritts, denn alles soll neuer und besser werden und nur wenn Gewohnheiten infrage gestellt werden, können Innovationen entwickelt werden. |
Am Beispiel eines Autokaufs können die drei Bereiche beispielhaft identifiziert werden. Die Balance fragt nach Sicherheits-Funktionen wie Airbags, Aufprallschutz, die Dominanz nach PS und wie schnell der Wagen von 0-100 beschleunigt, währen sich die Stimulanz nach Neuheiten und Weiterenticklungen “erkundigt”.
Und was hat das nun mit dem E-Commerce zu tun?
Käufe sind alles andere als rational, schon gar nicht im E-Commerce, wo Umwelteinflüsse weit weniger Auftreten als im stationären Verkauf. Kein Verkäufer, der mit einem sympathischen Lächeln über eine mangelhafte Produktpräsentation hinwegtäuschen kann.
Es gilt, online die gesamte emotionale Welt rund um den Kauf positiv zu gestalten – von der Anbahnung über die Entscheidung bis hin zur effektiven Transaktion. Denn nirgends ist der Abbruch einfacher als im E-Commerce – kein subjektives Schuldgefühl gegenüber dem Verkaufsberater oder Entschuldigungen erforderlich – ein Klick genügt und weg ist man.
Der ganze Artikel in der aktuellen Marketing + Kommunikation (PDF-Download) sowie weitere Artikel rund um das Thema Onlinevertrieb.
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