Exceed 2012 in Berlin – so wird der E-Commerce morgen

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Exceed 2012 in Berlin – so wird der E-Commerce morgen

Nach drei Jahren Live Shopping Days ging gestern erstmals die Exceed Konferenz für neue E-Commerce Modelle in Berlin zu Ende. Jochen Krisch und sein Team haben es wiederum geschafft, ein vielfältiges und sehr interessantes Programm auf die Beine zu stellen.

Anders als die K5 Konferenz im Herbst (erstmals 2011 durchgeführt) an der sich die Top 500 Händler treffen, konzentriert sich die Exceed ganz auf den Anfang, sozusagen auf die Geburtsstätte neuer E-Commerce Ideen. Daher auch der Name Exceed, stellvertretend für Exciting Commerce Seed.

Seeding von neuen Geschäftsmodellen, hungrige Gründer mit tollen Ideen gehörten denn ebenfalls zum abwechslungsreichen Programm wie Success-Stories wie beispielsweise der erfolgreiche Verkauf von Tradoria an Rakuten vergangenen Herbst. Crowdfunding, Mass-Customizing wie auch die allgegenwärtige Gender-Innovation Frage (Frauen im E-Commerce und E-Commerce für Frauen) waren weitere diskutierte Themen, die durch zahlreiche Pitches aufgelockert wurden.

Nicht nur die Inhalte boten tolle Abwechslung, auch die Form mit Impulsreferaten, Interviews, Panels und Pitches hat sich ein weiteres Mal sehr bewährt.

Nachfolgend meine persönlichen Highlights:

  1. Uwe Horstmann and Christian Weiss von Project A Ventures, die zusammen mit Florian Heinemann (der nicht offiziell auftreten durfte, jedoch zugegen war) in den ersten Monaten 2012 mit Amerano, Wine in Black und Kochzauber drei Startups mit ihrem Inkubator an den Start brachten und wohl noch mehr als ein Halbes Dutzend in Vorbereitung haben. Vieles hat man von Rocket übernommen, will es einfach besser und v.a. für alle Parteien fairer abwickeln, so die bottom-line. Auch will man weniger kopieren, wenn gleich Project A fast wie eine Kopie von Rocket daher kommt ;-)
    Man darf gespannt sein, wie sich Project A Ventures weiter entwickelt. Dem Markt für neue E-Commerce Konzepte und der Berliner Startup-Szene tut es auf jeden Fall sehr gut.
  2. Das Panel um Gender Innovation mit den Geschäftsführerinnen von ImedoWestwing und Bellegs zeigte, wie unterschiedlich Frauen sich mit dem Thema E-Commerce auseinander setzen. Unisono wird vor allem die fehlende Emotionalität identifiziert und dass Frauen einfach mit mehr Lust einkaufen und – was für einige Lacher sorge- oft nicht mit dem nach Hause oder durch den Checkout kommen, was sie eigentlich ursprünglich wollten. Allgemein wird bemängelt, dass im E-Commerce zu wenig Frauen führend sind wobei korrekterweise darauf hingewiesen wurde, dass einige sehr erfolgreiche Unternehmen von Frauen gegründet oder geleitet werden wie Dawanda, Gilt oder Urbanara.
  3. Der zweite Tag begann mit der spannenden Keynote von Prof. Dominik Walcher, FH Salzburg, zu den Mass-Customizing 500. Walcher stellt die Studie vor wie auch die verschiedensten Arten und Potentiale in diesem Bereich. Wir präsentierten verschiedentlich Mass-Customizing in diesem Blog schon als eigentlichen Trend, denn auch in der Schweiz sind einige interessante Vertreter dieses Genres vorzufinden.
  4. Marcel Weiss zeigte in seinem Impulsvortrag Disruption 101 für Startups worauf es ankommt, wenn man bestehende Strukturen aufbrechen und mit disruptiven Konzepten am Markt erfolg haben will. Geschäftsmodelle, die sich auf wenige Key-Funktionen konzentrieren, schnell und agil am Markt sind, bestehende Strukturen aushebeln und sich zudem gut skalieren lassen, bringen schon mal wesentliche Erfolgsfaktoren mit.
  5. Ein schnelles Agieren und kurze Time-to-Markets adressiert später am zweiten Tag auch Lars Jankowfsky, Gründer von Oxid, derzeit CTO bei Swoodoo (Kayak) und in Kürze CTO von Yatego. Sein Impulsvortrag hatte zum Thema: Schnell voran – Agilität im E-Commerce und er brach in gewohnt äusserst unterhaltsamer Art mehr als eine Lanze für das Engineering und dass gerade die Technik  im E-Commerce mehr als Mittel zum Zweck ist.

Zu den Pitches seien folgende beiden Modelle kurz erwähnt:

  • Einfach-machen-lassen deckt eine wesentliche Komponente im Fulfillment Prozess ab sowohl für Anbieter wie auch für Käufer. Denn je schneller neue E-Commerce Modelle am Markt sind, je weniger Zeit ist, auch die Distribution und Montage landesweit flächendeckend aufzubauen. Hier springt dieses Startup ein. Zum anderen bietet es auch interessante Cross-Selling Möglichkeiten und nimmt manchem skeptischen Käufer die letzte Hürde, online zu kaufen, wenn er sich die Montage oder Installation gleich auch noch in den Warenkorb legen kann. Ein Problemlöser für verschiedene Zielgruppen.
  • Auch wenn der Bedarf zuweilen etwas konstruiert wirkt, fasziniert die Lösung von Itembase; hochautomatisiert werden meine Online-Einkäufe verwaltet, angereichert mit Manuals und  ganz einfach gemanaged, so dass ich jederzeit im Griff habe, was ich wo kaufte, wo noch Garantie verfügbar ist und mehr. Ein einfaches verwenden einer itembase-Mailadresse für meine Onlinekäufe reicht, schon werden meine Shopping-Quittungen via mein Online-Inventar zu mir geroutet. Gleichzeitig baut Itembase meine persönliche Shop-History auf und reichert sie mit nützlichen Informationen an. Ganz zu schweigen von den äusserst wertvollen Daten, die Itembase durch diese Dienstleistung aggregieren und interessante Mehrwerte generieren kann.

Eine rundum gelungene Veranstaltung! Besten Dank an das Team von Exciting Commerce für die Organisation und Durchführung der Exceed 2012!.

Uwe Horstmann and Christian Weiss vom Project A Ventures - Foto: Kai-Thomas Krause für ecomPunk.com

Uwe Horstmann and Christian Weiss vom Project A Ventures - Foto: Kai-Thomas Krause für ecomPunk.com

 


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Thomas Lang

Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia Consulting GmbH, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Onlinevertriebskanäle sowie Referent an Konferenzen zum Thema E-Commerce.

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2 Kommentare

  1. Ronny

    Nice overview of the event, thanks. As a follow up, it would be interesting to hear about more of the startups that were there. It is after all Exceed.

  2. Loretta

    konnte leider nicht dabei sein. hätte gerne den vortrag von Lars Jankowfsky gesehen :-/
    danke auch von mir für die schöne zusammenfassung!
    vielleicht ist für den ein oder anderen hier diese Veröffentlichung über Reklamationsmanagement im eCommerce auch lesenswert:
    http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/117717.html#inside

    grüße nach berlin!

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