Onlineshops von Coop kommen nicht vom Fleck

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Onlineshops von Coop kommen nicht vom Fleck

Coop veröffentlichte heute seine Zahlen: Das Gruppenwachstum wird mit real 1.5% oder nominell 0.3% beziffert. Gerade symptomatisch für das Dilemma des Handels ist, dass man sich stationär nur knapp halten kann, während online weiterhin stark wächst, wenn auch auf tiefem Niveau.

Im E-Commerce konnte die Coop-Gruppe den Umsatz auf CHF 200 Mio. steigern was einer Zuwachsrate von 22.1% entspricht. Erfreulich, dass auch Zahlen zu den einzelnen Shops publiziert werden:

  • coop@home: CHF 96 Mio (+12.6%)
  • Microspot: CHF 87 Mio (+19.6%)
  • „Rest“: CHF 17 Mio (+ 14.4%)

coop@home

Anders als der Marktführer LeShop, der 2012 stagnierte,  konnte coop@home weiter zulegen. Die CHF 96 Mio sind noch um die MwSt zu bereinigen, da Coop den Umsatz inkl. und die Migros exkl. publizieren.

Damit beläuft sich der Schweizer Lebensmittel-Onlinehandel, der durch die beiden Marktführer bestritten wird, auf CHF 241 Mio. (LeShop 150 Mio / coop@home 91 Mio).

Microspot

Erfreulich die Entwicklung bei Microspot, wo man um knapp 20% zulegen konnte und mit dieser Umsatz-Publikation auch unsere Schätzung vom vergangenen Frühjahr bestätigt hat.

„Rest“

Umso enttäuschender entwickelt sich der Rest der Onlineshops in der Coop-Gruppe, wo doch namhafte Brands wie Interdiscount, Toptip, Lumimart, Import Parfumerie, Fust, The Body Shop und seit November 2012 auch Christ zu finden sind. In der Pressemitteilung heisst es, man betreibe „erfolgreiche Online Shops“.

Vielmehr sind diese CHF 17 Mio. Umsatz (inkl. MwSt) zu deuten, wie unbeholfen man nach wie vor bei Coop mit dem Onlinekanal umgeht. Und symptomatisch für diese Unbeholfenheit auch der Google-Eintrag für das neuste Onlinekind Christ:

Coop-Onlineshop Christ bei Google am 7. Januar 2013

Nachtrag 26.2.2013: Der „Rest“ beläuft sich auf 62 Mio da der gesamte Onlineumsatz  245 Mio und nicht 200 Mio beträgt wie anfänglich gemeldet mit den „0.2 Mrd“. Damit fällt das Fazit nicht so negativ aus wie hier dargestellt.

Fazit

Migros läuft in Sachen E-Commerce Coop deutlich den Rang ab. Die 200 Mio Onlineumsatz von Coop stehen einer knappen Milliarde der Migros gegenüber – alleine über 500 Mio. wird 2012 Digitec/Galaxus an dieses Resultat beigetragen haben. Notabene ein Onlineshop, der im gleichen Sortiment tätig ist wie die Coop Shops von Fust, Interdiscount und Microspot.

Oder auf den Punkt gezwitschert:
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Thomas Lang

Jahrgang 1968 - Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

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3 Kommentare

  1. sprain

    Ich denke, die Online-Supermärkte würde deutlich bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie sich einfacher in den Alltag integrieren lassen würden. Ich würde gerne auf einfache Weise meinen Bedarf in einen Online-Warenkorb laufen lassen und dann regelmässig geliefert werden. Aber irgendwie sind die Hürden dazu noch zu gross.

  2. E-Food Lesetipps 1/2013 | netzkonsum.de

    […] Zahlen die Umsätze in den letzten drei Jahren auf dem selben Niveau. Der direkte Mitbewerber Coop@home konnte die Umsätze steigern (+12,6 Prozent), dennoch sind auch diese Zuwachsraten von niedrigen Niveau. So ist es nicht […]

  3. Patrik-Philipp Huber

    Coop aber auch Migros bieten online meist Produkte die man offline meist sehr nahe einkaufen kann. Das grosse Vertriebsnetz und die grosse Konkurrenz an vor Ort Geschäften ist natürlich gleichzeitig eine „Konkurrenz“ für den Online-Handel. Ich sehe hier das Online Angebot der Detailhandelsriesen vor allem als Ergänzung zum lokalen Handel. Die Stärken der Online Shops im allgemeinen liegen meiner Meinung nach an der 24h Erreichbarkeit, die Möglichkeit sich zu hause zu informieren und Angebote zu vergleichen. Online Shop’s die sich auf ein bestimmtes Sortiment spezialisiert haben (auch Nischenprodukte) haben online mehr potential und haben offline eben kein so verbreitetes Vertriebsnetz.
    Es hat nicht in jedem Dorf Fachhändler für Bücher, Büromaterial, Weine, Computer oder Uhren…
    Spezialisten in allen Bereichen empfehle ich ihr Angebot auch Online anzubieten oder mindestens vorzustellen. Ein Online Shop rechnet sich bestimmt nicht in jedem Fall.
    Trotzdem glaube ich, dass in Zukunft generell noch mehr über’s Netz gekauft wird. Zumal vor allem in ländlichen Gebieten auch die grossen Anbieter Filialen reduzieren und sich vermehrt in Zentren konzentrieren werden.

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