Dammbruch im deutschen E-Commerce

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Der E-Commerce in Deutschland wächst nahezu explosionsartig – Prognosen müssen regelmässig korrigiert werden. Der BVH (Bundesverband des Deutschen Versandhandels) musste auch im vergangenen Jahr seine Wachstumsprognosen nach oben korrigieren.

Und es ist davon auszugehen, dass die für dieses Jahr prognostizierten Zahlen von + 21.3% demnächst nach oben revidiert werden für das aktuelle Jahr 2013.

Jochen Krisch hat sein Hockeystick-Szenario ebenfalls erneut revidieren müssen. Er geht in seiner neusten Prognose davon aus, dass bereits im kommenden Jahr EUR 50 Mrd. Onlineumsatz erreicht werden könnten – und die Schallmauer von EUR 100 Mrd. ca. 2020 geknackt werden kann.

Dies kommt einem wahren Dammbruch gleich und entspricht notabene Umsätzen, die andernorts fehlen werden. Die Herausforderungen im E-Commerce dürften sich dadurch weiter verschieben – nicht mehr in die Markt-Entwicklung, sondern, wie kann dieses Volumen von den Händlern überhaupt noch abgewickelt werden?

Gerne nachfolgend die lesenswerte Prognose von Exciting Commerce, wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung:


Hockeystick-Szenario 2.1: Wenn der Online-Markt explodiert

Wie die letzten bvh-Erhebungen unterstreichen, wächst der Online-Markt bei weitem schneller als noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten.

Bestätigt haben sich durch die Q1-Zahlen vor allem die enormen Wachstumsschübe, die wir seit 2011 sehen. Die Wachstumsraten lagen 2011(+12,2% für den Gesamtmarkt, +18,5% für den E-Commerce, +31% für die Pure Player) und 2012 (+15,6% für den Gesamtmarkt, +27,2% für den E-Commerce, +42% für die Pure Player) weit über dem, was bis 2010 üblich war. In den Jahren von 2010 bis 2012 wuchs der Markt in nur zwei Jahren soviel wie die gesamten 15 Jahre zuvor. Und dieser Trend scheint sich 2013 eher noch zu verstärken.

Bvh2013Q1

Auf Basis der neuen Zahlen ist deshalb ein neues Wachstumsszenario für die kommenden Jahre möglich. Lag die 50-Milliarden-Marke bei den ersten Szenarien für den Online-Handel noch in weiter Ferne, so wird sie voraussichtlich schon im kommenden Jahr geknackt. Setzt sich der Online-Boom ungehindert fort, wird sich der Markt danach innerhalb von 5 Jahren auf 100 Milliarden Euro nochmals verdoppeln können – mit noch unabsehbaren Folgen für die gesamte Handelslandschaft:

Wachstumsszenario21

Mit einer angenommenen Wachstumsrate von 14% handelt es sich diesmal um ein weitaus weniger konservatives, aber immer noch nicht übertrieben progressives Szenario, liegen die angenommenen Wachstumsraten von 14% doch unter den aktuellen von 2012 (+15,6%) bzw. dem ersten Quartal 2013 (+19,4%).

Der Haupttrend und zugleich der treibende Faktor für den Online-Boombleiben die Vielbesteller, die die gelegentlichen Online-Besteller jetzt zunehmend ablösen: 20% der Bevölkerung bestellt inzwischen mindestens 10 Mal im Jahr online, 8% bereits zwanzig Mal und mehr. Damit wird das Online-Geschäft für den Handel mehr zur Skalierungsfrage als zur Überzeugungsfrage.

Um einen Eindruck von der Marktdynamik zu vermitteln, hier auch nochmal die drei bisherigen – bewusst vorsichtig gehaltenen – Wachstumszenarien zum Vergleich. In der ersten Abschätzung hielten wir die 100 Mrd. Euro frühestens 2025 für erreichbar, in der zweiten 2024, in der dritten („Wann explodiert der deutsche E-Commerce-Markt?“) 2023. Angesichts der aktuellen Marktdynamik könnte es schon 2019, spätestens aber 2020 soweit sein:

Wachstumszenario21v

Wenn man die aktuellen Entwicklungen betrachtet, kann man also getrost von den Tsunami-Jahren des E-Commerce sprechen, die dem Markt bis 2020 bevorstehen – mit Verwerfungen für den Handel, die sich bisher nur ganz wenige vorstellen können.

Fraglich ist zum einen, wie diese enormen Wachstumsraten infrastrukturseitig bewältigt werden sollen/können, zum anderen, ab wann sich das Wachstum wieder abschwächt bzw. ob bis dahin nicht ohnehin Online gleich Handel ist.

In jedem Fall werden in den kommenden fünf bis zehn Jahren im (Online-)Handel auch jenseits von Amazon und Zalando eine ganze Reihe von Milliardenunternehmen entstehen – zum Teil mit neuen, zum Teil mit bekannten Geschäftsmodellen.


Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung von Exciting Commerce


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