Über die Grenze geschaut: Explosives Onlinewachstum von 700% in den Niederlanden erwartet

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Über die Grenze geschaut: Explosives Onlinewachstum von 700% in den Niederlanden erwartet

Nach einer aktuellen Studie von Roland Berger Strategy Consultants wird das Wachstum des Online-Retail-Marktes in den Niederlanden grösser und viel radikaler als erwartet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Online Handelsumsätze werden bis 2030 um 700% von heute 5 auf rund 40 Milliarden Euro wachsen
  • Dies entspricht ca. einem Drittel des Einzel- / Detailhandelsumsatzes der Niederlande
  • Etwa 10 Milliarden Euro werden durch dieses Onlinewachstum dem stationären Handel unwiderruflich entzogen
  • Starke Online Pureplayer und internationale Handelsketten sind weiterhin besser in der Lage sich online zu positionieren
  • Der Leerstand von Ladenflächen steigt auf 17 Prozent an, wenn Einkaufszentren nicht schon bald für andere Funktionen verwendet werden können (vgl. auch das Festhalten an alten Denkmustern, die blinden Planer von Einkaufszentren und Detailhandelsflächen vor dem Ausverkauf)

Die treibenden Kräfte hinter dem Wachstum seien struktureller Art, demografische und ökonomische Entwicklungen spielen eine grosse Rolle. Mehr und mehr Menschen nutzen Smartphones, die Möglichkeiten des elektronischen Zahlungsverkehrs steigt weiterhin an und logistische Innovationen vereinfachen das Onlineshopping, so die Untersuchung von Berger.

Kürzlich hat selbst ein Richter die Handbremse gezogen und Planer eines Einkaufszentrums zurückgepfiffen weil diese vor dem Bau nicht berücksichtigt haben, was später mit den leer stehenden Flächen geschehen soll:

[blackbirdpie url=“https://twitter.com/cormolenaar/statuses/280940445465452544″]

Übersetzung des Tweets von Prof. Cor Molenaar, Professor an der Erasmus Universität Rotterdam:
Richter stoppt Einkaufszentrum! Gemeinde muss die zukünftigen Entwicklungen berücksichtigen! Lob! Endlich hat man ein Auge für Probleme! 

Weiter die Studie, sei die Entwicklung auch in den Niederlanden beispiellos für den Einzelhandel und dies erfordere entsprechend drastische Massnahmen.

Einziger Minuspunkt – einmal mehr bei Roland Berger; die Studienergebnisse beruhen auf einer Umfrage vor 4’000 Ladengeschäften (!). Man darf also davon ausgehen, dass die Entwicklung noch dramatischer sein dürfte, da die reinen Onlinekäufer erst gar nicht berücksichtigt wurden bei der Erhebung.


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Diana Versteege

Jahrgang 1968 - Kreativ. Zielorientiert. Und mit SHEcommerce know-how. Kauffrau und Betriebswirtin für Marketing-Kommunikation und seit 2006 mit Leidenschaft selbständig im e-Business und e-Commerce.

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3 Kommentare

  1. Alexander Kipp

    Hm, also eine Studie anzufertigen, die in einem sehr volatilen und von Innovationen geprägten Geschäft einen ZEitraum von 17 Jahren vorhersagen will, halte ich für sehr gewagt. Was haben denn Roland Berger-Studien aus dem Jahr 1995 für das Jahr 2012 vorhergesagt?

    1. Thomas Lang

      Der Zeitraum ist gross; die Ergebnisse decken sich aber mit zahlreichen anderen Studien aus anderen Regionen wie USA, UK und CH.

  2. Ruedi Stricker

    Die Zahlen sind Beiwerk. Es geht um das Verstehen von Umwälzungen. Die Zukunft der Schweiz liegt nicht in Wettrüsten mit Habsburg oder der Verteidigung des Bankgeheimnisses.

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