Globus/Schild; die richtige Onlinestrategie wird entscheiden

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Schulterschluss zwischen Globus und SchildAm Freitag wurde die Übernahme der Modehäuser Schild durch Globus bekannt gegeben. Ein Schritt, der strategisch durchaus sinnvoll ist, das stationäre Stammgeschäft betrachtet.

Sowohl im Video-Interview der bisherigen Eigentümer von Schild wie auch in der Presse-Berichterstattung wurde die ähnliche Ausrichtung gelobt wie auch, dass man gemeinsam nun zur Nummer 1 aufgestiegen sei im Bereich der mittleren bis gehobeneren Mode.

Mehrfach wurde betont, dass Schild bereits einen Onlineshop hat und Globus noch keinen (zumindest nicht für Mode). Beim Tages-Anzeiger war gar die Rede davon, dass Globus damit „ein grosses Manko ausbügeln“ könne. Doch wie viel Wert ist Schilds Onlineshop?

Wie hoch ist der Onlineumsatz für Mode in der Schweiz? Der Onlinemarkt für „Textil“ beläuft sich laut GfK in der Schweiz etwa auf CHF 1 Mrd., bereinigt man diesen um Schuhe und Sporttextilien bleibt etwas weniger als CHF 500 Mio.

Wie steht Schild online da? Die Rede ist von CHF 4 Mio. Onlineumsatz bei einem erwarteten Gesamtumsatz von CHF 200 Mio. für das aktuelle Jahr. Das sind gerade mal 2% E-Commerce-Anteil bei Schild. Allgemein geht man in der Schweiz von einem E-Commerce-Umsatzanteil im Modebereich von ca. 10% aus.

Oder anders gesagt; Schilds Onlinemarktanteil beträgt weniger als 1% vom gesamten 500 Mio. Onlinemarkt für Mode (ohne Schuhe und Sporttextilien). Damit scheint das Argument „Schild hat einen Onlineshop“ reichlich überbewertet für das, dass es so oft Erwähnung fand in der eigenen wie auch pressemässigen Berichterstattung.

Man darf aber auch zu Gute halten, dass Schild 2009 einer der ersten Schweizer Onlineshops für Mode war, deutlich vor PKZ oder Charles Vögele die erst 2011 folgten. Grundlegendes wurde im Schild-Onlineshop seither jedoch nicht mehr verändert. Da gilt es nicht nur Konzeptionelles und Technisches nachzuholen, sondern vor allem auch strategische Hausaufgaben zu machen. Es ist zudem bedauerlich, hat man diesen zeitlichen Vorsprung wenig genutzt, wenn man die Plattform und die Ergebnisse heute betrachtet.

Wie weiter online?

Schild hat einen veralteten Onlineshop, Globus keinen für Mode. Die Zeit scheint mehr als reif, für einen Neubeginn unter gemeinsamem Dach. Und dies gilt insbesondere für den E-Commerce. Die Modebranche (in der Schweiz) ist immens unter Druck und ein Zalando mit seiner geschätzten Viertelmilliarde Umsatz in der Schweiz für 2013 dominiert – notabene 2 Jahre nach Schild gestartet.

Globus/Schild sind starke Mode-Handelsmarken in der Schweiz und sie haben Werte und Assets die es gilt,  in den digitalen Kanal zu transferieren. Ähnlich, wie es in Deutschland ein Breuninger macht. Aber es braucht auf Management-Ebene auch das nötige Mindset, in diesen Kanal investieren zu wollen – und nicht notgedrungen zu müssen. Ein feiner aber entscheidender Unterschied für den Erfolg.

Globus/Schild dürfen sich nun keine Fehler erlauben und müssen eine ausgeprägte strategische E-Commerce DNA mit visionärer Cross-Channel Mechanik entwickeln, damit sie ihre Potentiale auch im Onlinekanal freisetzen können. Nur damit wird es ihnen gelingen, online Marktanteile wettzumachen und die stationären überhaupt halten zu können.


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