Markenhersteller: Klare Ansage an den Handel

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Markenhersteller: Klare Ansage an den Handel

Der etailment Summit 2013 ging vergangenen Donnerstag zu Ende (vgl. unsere Nachlese). Auf der Bühne kamen neben ursprünglich stationären  Händlern wie Conrad, Kaufhof u.a., traditionellen Versandhändlern wie Otto, deren neuer Onlineshop gefeiert wurde, auch Markenhersteller.

Stationärer Handel muss neue Wege gehen - 3 Thesen von Jack WolfskinEinige der eindringlicheren Voten stammen von Michael Rupp, CEO Jack Wolfskin zu selektivem Vertrieb und Digitalisierung. Und Wolfskin ist ja nun nicht unbedingt bekannt dafür, Online die „Carte Blanche“ zu geben und machte auch immer wieder Aufsehen damit, dass man den Verkauf ihrer Produkte über dedizierte Plattformen wie zB eBay verbietet.

Rupp ging jedoch hart ins Gericht mit dem stationären Handel, der es im grossen und ganzen verpasst habe, sich dem veränderten Konsumverhalten anzupassen. Und er hatte denn auch gleich vier Thesen mit im Gepäck zum stationären Handel:

  1. Veränderungen im Handel sind nicht aufzuhalten
  2. Konsumenten kaufen online, weil sie dort ein besseres Einkaufserlebnis als offline erfahren
  3. Stationärer Handel muss neue Wege gehen, um attraktiv zu bleiben
  4. Marken müssen Strategien entwickeln, um in der neuen Realität Konsumenten zu binden

Und das Fazit folgte sogleich; Michael Rupp gibt als Markenhersteller dem stationären Handel folgende Ratschläge:

  1. Der stationäre Handel hat eine Zukunft im Rahmen einer Erlebniswelt. Der Kunde geht nicht mehr „shoppen“ sondern „in die Stadt um zu (er)leben“.
  2. Die Neuausrichtung sollte organisatorisch und kommunikativ mit den anderen Vertriebskanlälen (Katalog, Online, Mobile…) verzahnt werden.
  3. Dem Kunden nicht nur möglichst jederzeit und überall Kontaktwege anbieten, sonder ihm auch die Marke erlebbar machen.

Auf der Neocom hat der Tengelmann-Chef Haub ähnlich harte Töne angeschlagen um wach zu rütteln.

Und auch wir weisen  regelmässig immer wieder darauf hin, wie sich der stationäre Handel dringend verändern und seine neue Rolle finden muss, anstatt nur immer zu jammern. Denn die wirtschaftlichen Folgen sind wären fatal, neben neuen Anforderungen an das Personal nicht zuletzt auch für die Immobilien.

Daher ist Wolfskins Weckruf von Markenseite an den stationären Handel dringender denn je. Und wie schwer sich Marken mit dem Onlinegeschäft und der Kontrolle der Vertriebswege tun, hat kürzlich auch gerade der Kaffeemaschinen Hersteller Jura eindrücklich demonstriert.

Die Umsätze brechen gerade in Deutschland dem stationären Handel massiv weg. Am etailment Summit wurde bereits die dramatisch nach oben korrigierte Prognose für 2013 verlautet (die offizielle Ankündigung folgt Ende kommender Woche).

Demnach soll der Versandhandel im aktuellen Jahr weitere EUR 12 Milliarden zugelegt haben, ein Plus von 44%! Notabene Umsätze, die hauptsächlich dem stationären Handel Ende Jahr fehlen werden.

 


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Thomas Lang

Jahrgang 1968 - Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

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