Logistik ist Key: Amazon liefert schon aus, bevor bestellt wird

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Der kürzeste Weg von A nach B ist eine Gerade. Und so stellte Amazons CEO Jeff Bezos, bereits anfangs Dezember`13 seinen PrimeAir-Lieferdienst vor. Wie ernst dies tatsächlich gemeint ist und wie dies schlussendlich funktionieren soll – ich meine: erhält dann jeder Versandhändler für seine Drohnen einen bestimmten Flughöhenabschnitt oder so – wird sich zeigen.

Vielmehr zeigt es aber schon lange, mit welcher Innovationskraft Versandhändler an der Verkürzung der zeitlich kritischen Distanz zwischen Kauf und Lieferung arbeiten. Dafür geht Amazon nun sogar noch einen Schritt weiter, bzw. zurück im Bestellprozess, und liefert schon, bevor der Kunde überhaupt bestellt hat.

Im Gegensatz zum PrimeAir-Experiment – einfach mal so angenommen – , ist es Amazon mit diesem Logistik-Ansatz ernst. So ernst, dass sich der Versandhandelsriese die Methode und das System: „Vorausschauender Versand“, oder „anticipatory shipping“ wie er es nennt, auf Weihnachten 2013, patentieren liess.

„…a method may include packaging one or more items as a package for eventual shipment to a delivery address, selecting a destination geographical area to which to ship the package, shipping the package to the destination geographical area without completely specifying the delivery address at the time of shipment, and while the package is in transit, completely specifying the delivery address for the package.“

Grafisch sieht das dann folgendermassen aus:

Amazon anticipatory shipping
Amazon anticipatory shipping

Um zu wissen, was denn nun jetzt schon, ohne überhaupt bestellt worden zu sein, bereits  an einen möglichst nahen Standort des zukünftigen Kunden verschoben werden soll, sammelt Amazon Daten. Sehr viele Daten – und das schon lange.

Amazon kennt uns also schon besser, als wir uns selbst kennen. Bestellungen, Retouren, Wunschzettel, Inhalte der Einkaufswagen und ja, sogar die Verweildauer des Mauszeigers auf einer Produktbeschreibung haben dem System-Amazon bereits gestern verraten, was wir heute brauchen. Wie dies dann aussehen könnte, zeigt uns ein lustiges Video von „the Bilderbergers“.

Das Lachen vergeht mir aber bei der Frage, inwiefern ein Logistikprozess – bestimmte Waren schon einmal an ein Versandzentrum zusenden, in dessen Nähe sich ein oder mehrere Kunden höchstwahrscheinlich für das Produkt interessieren – patentierwürdig ist? Mich erinnert das nun gerade ein wenig an das umstrittene „Amazon‘s 1-Click“-Patent.


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