E-Commerce Report 2014: Wachstum und internationaler Wettbewerb (Teil 1/3)

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Analysen zur heutigen Publikation des Schweizer E-Commerce Reports 2014 in 3 Teilen:

  1. Wachstum und internationaler Wettbewerb
  2. Refokussierung auf Kunden und nicht Kanäle
  3. Logistik ist Key und Mobile explodiert

Evaluation von Wachstumsstrategien

Bezüglich der Zukunftsaussichten sind sich die 34 teilnehmenden Händler am Leader-Panel einig. Das Wachstum wird anhalten, teilweise sogar noch beschleunigt werden, je nach Branche. Uneinigkeit herrscht jedoch, welches die beste Wachstumsstrategie sein wird.

Diese Uneinigkeit ist jedoch stark von der Finanzierungs- und Organisationsform des Händlers beeinflusst. Im Zentrum stehen folgende Optionen:

  • Stationäre Händler suchen Wachstumschancen in Multi- und Cross-Channel Konzepten. Man hat (endlich) erkannt, dass Online kein Feindbild ist, sondern oft auch ein Zudiener für stationäre Verkaufsformen. Dies bedingt jedoch tiefgreifende Änderungen in den Organisationen (vgl hierzu Teil 2).
  • PurePlayer erreichen durch Konzernverbunde Skaleneffekte und expandieren stationär. Handelskonzerne und Medienhäuser haben sich online in den vergangenen Jahren primär über Akquisitionen verstärkt (Geschenkidee, DeinDeal, Digitec, Nettoshop u.a.). Durch damit gestärkte Einkaufskompetenz und -macht sind Skaleneffekte erreichbar. Zudem planen auch PurePlayer wie DeinDeal stationäre Formate um noch näher an den Kunden zu kommen.
  • B2C Händler erweitern Geschäftsmodell in den B2B Bereich und dringen damit in Sphären vor, die bislang von alteingessessenen Playern dominiert wurden. Überhaupt kommt der B2B Bereich je länger je stärker unter Druck, nicht nur von B2C-Seiten (vgl. Individuelle Kundenkonditionen – der gordische Knoten im B2B E-Commerce)

Die Internationalisierung hingegen stellt für die wenigsten der befragten Händler eine Option dar, am ehesten noch kleine Nischenanbieter. Bei den grossen ist die Angst der Respekt vor ausländischen Playern allgegenwärtig.

Internationale Mitbewerber bereiten Anlass zur Sorge

Unisono ist der Respekt vor internationalen Playern wie Amazon oder Zalando, die über zwei Dutzend Mal erwähnt werden im Report. Dabei steht Zalando stellvertretend für eine neue Art von Category Killern im Schweizer Onlinehandel, die primär von Investoren getrieben werden und bei denen Wachstum und Marktanteil (nach wie vor) vor operativen Renditezielen stehen.

Interessant ist, dass Amazon – im Report mit Google als Industry Dominator bezeichnet – immer noch primär mit seinem Handelsgeschäft wahrgenommen wird. Dass Amazon sich mittlerweile wohl global gesehen zu einem der grössten Infrastrukturprovider entwickelt hat, scheint noch nicht in der breiten Wahrnehmung angekommen zu sein. Kaum ein (Social Media) Dienst, der heute auf die schiere Rechenpower und Speicherkapazität eines Amazon verzichten könnte. Ganz zu schweigen von den Logistik- und Prozessdienstleistungen die im Angebot stehen.

Aber zurück zu den Category Killern im Stile der Zalando & Co; die internationalen Skaleneffekte und der gefühlt unlimitierte Zugang zu Kapital verbunden mit der Lösung von Zoll- und Währungsproblematiken beschäftigt die Schweizer Händler intensiv. So sind denn auch die folgenden Statements zu werten:

„Die Schweizer Post holt uns die Konkurrenz ins Land“ – Markus Mahler, CEO Brack.ch

„Der Schweizer Markt ist interessant für Anbieter. Finanzierung und Amortisation der Investitionen sind aber trotzdem eine Herausforderung“ – Amir Suissa, CEO DeinDeal

„Zalando hat sich seine Position primär erkauft, nicht erarbeitet.” Samy Liechti, CEO BLACKSOCKS 

„Die Haltung der Kapitalgeber ist der bedeutendste Faktor beim Erfolg der grossen ausländischen Player. Es ist sehr viel Geld im Markt, das irgendwo angelegt werden muss.” Patrick Strumpf, CEO Geschenkidee.ch 

Ähnlich auch die Auswertung der Frage, was denn die Erfolgsfaktoren der ausländischen Anbieter seien:

Erfolgsfaktoren ausländischer Anbieter - Quelle: E-Commerce Report 2014
Erfolgsfaktoren ausländischer Anbieter – Quelle: E-Commerce Report 2014

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