Die deutsche E-Commerce Krise ist (nur) eine E-Commerce Verbands Krise

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Der deutsche BeVH hat letzte Woche mit einem angeblichen Umsatzrückgang im 2. Quartal ggü. dem Vorjahreszeitraum  im E-Commerce für Furore in der Branche gesorgt.

Während alle Händler von Wachstum berichten, rapportiert der Verband ein Minus. Ein Minus, das sich bei genauerem Hinsehen nicht als ein Umatzrückgang entpuppt, sondern als eine versteckte Korrektur zu hoher Pronosen in den Vorjahren.

Die Prognosen des BEVH waren in den vergangengen Jahren von größtem Optimismus geprägt.  Quelle / Grafik: HighText Verlag
Die Prognosen des BEVH waren in den vergangengen Jahren von größtem Optimismus geprägt. Quelle / Grafik: HighText Verlag

Dominik Grollmann von iBusiness machte sich auf die Suche nach der E-Commerce Krise und fand eine eigentliche Statistik-Krise, über welche er in äusserst amüsanter und sehr lesenswerten Form berichtet:

Denn der unerwartete Rückgang des deutschen E-Commerce („minus (!) 5,2 Prozent“) ist keiner. Was wir statt einer Krise gefunden haben war ein statistisches Zurückrudern eines wirtschaftspolitisch zeitweise übermotivierten Verbands.

Zum Glück fiel die Erkenntnis in die Sommerpause, sodass der Aufschrei (und die Insolvenzwelle) des deutschen E-Commerce mangels anwesender Marktteilnehmer ausblieb. Die Verbandsanalyse des desaströsen Zahlenmaterials selbst blieb allerdings ungewöhnlich dünn:“Dass sich das außergewöhnliche Tempo von 2013 etwas einbremst, ist kein Grund zur Sorge“, erklärte BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Das Tempo „etwas eingebremst? Kein Grund zur Sorge?“ Würden die Zahlen des Verbandes stimmen, wäre der Onlinehandel innerhalb eines Jahres von einer 30-prozentigen Wachstumsrate im 2. Quartal 2013 auf ein Minus 5,2 zusammengebrochen. Und nur innerhalb eines Quartals hätte das Wachstum um 11 Prozentpunkte nachgelassen. So etwas würde man zumindest „Krise“ nennen. Oder „Pleitewelle“. Präsenzhändler würden Dankesprozessionen nach Lourdes organisieren, Anti-Amazon-Demos wären abgesagt und irgend ein Onlineverband würde vermutlich von der Politik Subventionen für notleidende Internethändler fordern. Statt dessen: Nichts.

Die Empfehlung von Dominik Grollmann lautet denn auch: „Die Panikweste wieder wohlgefaltet in den Schrank zurücklegen„.

Den ganzen äusserst humorvollen Beitrag zur traurigen Geschichte in voller Länge gerne direkt bei iBusiness – wir wünschen herrliches Lesevergnügen.


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