AmazonBusiness und der abrupte Kurswechsel beim Schraubenkönig Würth

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AmazonBusiness und der abrupte Kurswechsel beim Schraubenkönig Würth

Am 23. April 2015 war im deutschen Handelsblatt ein Interview mit Deutschlands Schraubenkönig Reinhold Würth zu lesen, dem Gründer des weltgrössten Händlers für Befestigung- und Montagetechnik. Unter dem Titel „Keine Angst vor Amazon“ wurde Würth zitiert:

„Wir liefern innerhalb von zwei Stunden auf jede Baustelle, einfach, weil wir so ein dichtes Vertriebsnetz haben. Das schafft Amazon nie. Da sind wir ganz entspannt“

Am 7. Mai dann – ebenfalls im Handelsblatt – liess die Konzernführung von Würth verlauten:

„Es ist ein Handelskrieg (…) Onlinegeschäft sei mit Wettbewerbern wie Amazon und Alibaba sowie Start-Ups ein Wettlauf gegen die Zeit.“

Zwischen diesen zwei Zitaten liegen exakt 2 Wochen. Dazwischen liegt auch die Ankündigung, AmazonSupply (Amazon startet in den B2B E-Commerce) per 13. Mai 2015 zu schliessen und mit AmazonBusiness im Geschäft mit Businesskunden und Grosshandel durchzustarten.

Amazon will damit den Wünschen der Geschäftskunden besser entgegenkommen und das B2B Einkaufs-Erlebnis am Geschäft mit den Endkunden angleichen. Denn dort kaufen bereits heute viele Unternehmen. Zudem soll ein zentraler Mehrwert dadurch entstehen, dass externe Handelspartner ihre Waren für Amazons Geschäftskunden verfügbar machen können – also das Marktplatz Konzept auch im Business-Bereich Einzug hält, wie neuhandeln zusammenfasst.

 

amazonbusiness

Zufall oder nicht?

Zurück zu den Aussagen von Würth – es mag Zufall sein, dass Amazons Ankündigung zeitlich genau zwischen diesen beiden Zitaten liegt. Auf jeden Fall scheint man bei Würth den Weckruf zu hören und entsprechend zu reagieren. In den nächsten 10 Jahren soll der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz von aktuell 10% auf 20 bis 30% gesteigert werden.

Dieser Richtungswechsel erinnert fast etwas an die anfänglich vornehme Zurückhaltung der Schweizer Uhrenindustrie letzten Herbst im Vorfeld der Ankündigung der Apple Watch (Die Uhrenindustrie reibt sich die Augen).

Nunmehr überbieten sich die Herren Uhrmacher mit Ankündigungen intelligenter Luxus-Chronographen wie gestern geschehen bei IWC.

Ab und zu hat man den Verdacht, es seien lediglich einzelne Detailhändler, die weiterhin den Wecker nicht hören (wollen). Wie sagte ich kürzlich auf einer Konferenz: Wer heute immer noch die Augen verschliesst, wird sie wohl nie mehr öffnen.

Swiss E-Commerce Connect„Bestehen in einer Amazon-Welt“ so das Thema der K5-Session mit Jochen Krisch von ExcitingCommerce an der kommenden E-Commerce Connect Konferenz in Zürich am 10.6.2015. Erfolgreiche Onlinehändler zeigen Strategien, wie man trotz der Übermacht von Amazon erfolgreich wirtschaftet.


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Thomas Lang

Jahrgang 1968 - Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für E-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

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2 Kommentare

  1. Stefan Murawski

    Amazon hat im Nicht-EU-Land Schweiz ein Problem. Viele Artikel werden gar nicht erst in die Schweiz geliefert. Zu oft legt man ein Produkt in den Warenkorb und darf anschliessend ein anderen Händler suchen. Daher klicke ich bewusst schon gar nicht mehr auf Amazon.

    Für die Schweiz, hat Amazon noch viel nachzuholen. Innerhalb von der EU ist Amazon heute schon ein sehr mächtiger Gegner.

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