Trend bestätigt – jeder dritte Laden in der Schweiz scheint gefährdet

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Bereits vor 2 Jahren sorgte eine Studie der Immobilien-Experten der Credit-Suisse für Aufruhr die darlegte, dass bis 2028 jeder dritte Laden in der Schweiz verschwinden wird (Weckruf II: Detailhandelsflächen vor dem Ausverkauf wegen Onlinehandels-Boom).

Nun wird diese Prognose rsp.  Trend in der aktuellen Handelszeitung bestätigt und die CS will am Szenario festhalten, auch wegen der jüngsten Entwicklungen bzgl. Auslandeinkäufe. Aber vor allem der unaufhaltsame Online-Boom stellt eine reale Bedrohung für den Detailhandel dar, wie die Immobilien-Experten der Credit-Suisse in der Handelszeitung (Print-Ausgabe) zitiert werden:

Diese Online-Bedrohung scheint heute am Markt real wahrgenommen zu werden, weshalb wir an unserem Szenario festhalten.

17’000 Läden in der Schweiz in Gefahr

Die Credit-Suisse geht davon aus, dass 17’000 Läden (von aktuell gut 50’000) in der Schweiz in Gefahr sind. Die Auswirkungen auf die aktuellen Ladenflächenmieten sind in einzelnen Regionen bereits deutlich spürbar. Zudem könnte sich ein Wertzerfall bei den gewerblichen Immobilien abzeichnen.

Dass Ladenflächen wie auch Einkaufzentren („Online übernimmt: Auslaufmodell Einkaufszentrum„) je länger je mehr zu Vergnügungs-Meilen werden, ist vielerorts zu beobachten. Die eigentlichen Handelsumsätze nehmen dabei jedoch ab.

Online-Handel hebt ab

Online-Handel hebt ab - Quelle: Handelszeitung 3.9.2015
Online-Handel hebt ab – Quelle: Handelszeitung 3.9.2015

Das von Kollege Jochen Krisch schon vor Jahren gezeichnete Hockeystick-Szenario zeichnet nun auch die Handelszeitung nach. Der Online-Handel nimmt an Fahrt auf und dürfte von den aktuell ca. 6% Anteil am Detailhandelsumsatz bereits 2020 knapp 11% erreichen.

Und hierbei gilt zu beachten, dass die aktuellen 6% Onlineanteil dem gesamten Detailhandel gegenüber gestellt werden. Und dieser umfasst gut 50% Lebensmittel, welche wiederum online eine untergeordnete Rolle spielen im Gesamtkontext.

Korrigiert man dies und vegleicht Äpfel mit Äpfeln, so sind wir bereits heute bei einem Anteil von über 10% im Bereich Non-Food. Und nähern uns damit 2020 bereits der 20% Grenze.

Von Prêt-à-porter zu «Prêt-à-manger»

Auch an Zürichs überteuerter langweiliger anonymer dem Tode geweihten prominenter Einkaufsmeile – der Bahnhofstrasse –  geht diese Entwicklung nicht vorbei; Mode-Anbieter werden vermehrt zu Gastgebern und Gastro-Unternehmern. Sei es die neue Rooftop-Bar auf dem Modissa Haus oder das gestern eröffnete neue Hiltl-Restaurant auf der Terrasse von PKZ Women.

Kalorien verdrängen Kreationen – ob das den Detailhandel retten wird? Wohl kaum – zudem wird 2015 ja das Online-Food Jahr.


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