E-Commerce Report 2016: Online wächst – primär wegen ausländischen Anbietern (Teil 1 von 3)

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Heute wurde im Lake Side in Zürich der Schweizer E-Commerce Report 2016 vorgestellt. Es ist die 8. Ausgabe der seit 2009 erscheinenden einzigen qualitativen Langzeitstudie der Schweiz, getragen von der Fachhochschule Nordwestschweiz im Auftrag von Datatrans.

Im Unterschied zu anderen E‐Commerce‐Studien, die meist auf Konsumentenbefragungen basieren, beleuchtet der Report die Entwicklung des B2C‐E‐Commerce aus Sicht der Schweizer Anbieter. Teilgenommen im 2016 E-Commerce Leader-Panel haben 35 CEOs und E-Commerce Leiter der marktprägendsten Unternehmen. Im Panel wird eine möglichst geringe Fluktuation angestrebt – was die hohe Qualität widerspiegelt und nicht zuletzt auch einen Jahres-Vergleich zulässt.

Wir berichten auch in diesem Jahr in 3 Teilen, welche sukzessive in den kommenden Stunden aufgeschaltet werden:

  1. Online wächst – primär wegen ausländischen Anbietern
  2. Marktplätze, Warenhäuser und der Respekt vor Amazon
  3. Brands und Hersteller nehmen das Heft selber in die Hand

Vergleiche hierzu auch unsere letztjährigen Berichterstattungen aus den Jahren 2015, 2014 und 2013.

Auch wenn das Jahr 2015 für manche Anbieter ein schwieriges Jahr war – Thema Frankenschock und der starke Wettbewerb, insbesondere aus dem Ausland – haben die Schweizer im 2015 für CHF 6.45 Milliarden Waren online bestellt und dem Onlinehandel gegenüber 2014 erneut ein Wachstum vom 8.5% beschert.

Diese Gesamtmarktbetrachtung für Onlinehandel mit Waren lässt sich aber nicht eins zu eins auf die einzelnen Branchen übertragen. Die Wachstumsraten der Teilnehmer im Studien-Panel lagen tiefer als in früheren Jahren und 40 % mussten sogar einen Umsatzrückgang hinnehmen. Somit ist davon auszugehen, dass der Umsatz bei dominanten Anbietern überproportional gewachsen ist.

Aussagen_zur_Situation_des_E‐Commerce_in_der_Branche
Quelle: Wölfle Ralf; Leimstoll Uwe: E-Commerce-Report Schweiz 2016 – Digitalisierung im Vertrieb an Konsumenten. Die qualitative Studie aus Sicht der Anbieter. 8. Ausgabe Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, 6. Juni 2016, S. 4.

Die Wachstumserwartungen für das Jahr 2016 sind bei 35 CEOs des Leader-Panels positiv und fallen im Gesamtbild über die einzelnen Branchen hinweg sehr ähnlich aus wie im Vorjahr:

E-Commerce-Report_Schweiz_2016_Positive_Aussichten

Den Wachstumszielen stehen die unsichere Währungsentwicklung, anhaltende Strukturveränderungen in einigen Branchen, der starke inländische Konkurrenzkampf und ganz besonders der branchenübergreifende und steigende Marktanteil ausländischer Anbieter im Schweizer E‐Commerce entgegen – dieser ist im 2015 um 2 Prozentpunkte auf beachtliche 20% gestiegen! Wobei erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen bestehen.

Onlineanteile_in-_und_ausländischer_Händler_2015_–_Quelle__Experten_Schätzung_–_Grafik__Carpathia
Onlineanteile in- und ausländischer Händler 2015 – Quelle: Experten Schätzung – Grafik: Carpathia

Betrachtet man die Device-Spezifische Umsatzentwicklung dann stellt man schnell fest, dass die Verlagerung anhält und bei 9 von 30 Unternehmen bereits 20 % oder mehr beträgt.

Über_Smartphones_generierter_Umsatz
Quelle: Wölfle Ralf; Leimstoll Uwe: E-Commerce-Report Schweiz 2016 – Digitalisierung im Vertrieb an Konsumenten. Die qualitative Studie aus Sicht der Anbieter. 8. Ausgabe Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, 6. Juni 2016, S. 43.

Der Anteil der Smartphone-Nutzung bei der Kauf-Vorbereitung fällt hier noch wesentlich höher aus. Sridhar Ramaswamy, Senior Vice President Ads und Commerce bei Google, spricht von mehr als 50% (inkl. Tablets) aller Suchanfragen. Es verwundert deshalb auch kam, dass dieser hohen Bedeutung entsprechend weiterhin viele Unternehmen an der Optimierung ihrer Website für mobile Endgeräte arbeiten – und investieren. Die im Report genannten drei wichtigsten Aspekte sind:

  • Gutes Nutzungserlebnis
  • Einfache Bezahlung, im Idealfall mit einem Klick
  • Gutes Ranking bei Google

Erwartungen für die Zukunft – für das Jahr 2021

Alle Studienteilnehmer, bis auf einen bei dem der E‐Commerce‐Anteil beinahe schon 100 % beträgt, gehen weiter von steigenden Marktanteilsgewinnen des E‐Commerce in ihrer Branche aus. Die Bandbreite der Zukunftseinschätzungen ist jedoch so gross wie das Spektrum des Leader-Panels.

Erwarteter_Marktanteilsgewinn_des_E‐Commerce_S46
Quelle: Wölfle Ralf; Leimstoll Uwe: E-Commerce-Report Schweiz 2016 – Digitalisierung im Vertrieb an Konsumenten. Die qualitative Studie aus Sicht der Anbieter. 8. Ausgabe Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, 6. Juni 2016, S. 46.

Einige halten eine Prognose über diesen Zeitraum aber auch für schlicht nicht möglich. Da die Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklungen verschiedenster Faktoren bzgl. Technologien, Währung, Produkt- und Service-Angebote aus dem In- und Ausland nur sehr schwer oder nicht abzuschätzen sind. Viele müssen deshalb „auf Sicht fliegen“ wie es im Report heisst. Gemäss obiger Umfrage sind aber praktisch alle positiv gestimmt – insbesondere die Foodbranche.

In fünf Jahren werden sich die Umsätze in Online‐Supermärkten verdoppelt haben. (Philippe Huwyler, coop@home)

Es ist nicht effizient, Ware aus einem Zentrallager in eine Filiale zu bringen, und der Konsument muss sie anschliessend noch nach Hause bringen. Dies geht auch direkter und ohne Umwege. (Dominique Locher, LeShop)

E-Commerce-Report Schweiz 2016, S. 46.

Der E-Commerce Report kann kostenlos online bestellt werden.



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