Zur Rose-Gruppe expandiert weiter und übernimmt nach Eurapon Versandapotheke Vitalsana

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Die Schweizer Zur-Rose Gruppe ist Europas führende Versandapotheke, ua mit der gleichnamigen Zur Rose Online-Apotheke oder DocMorris in Deutschland.

Während von politischer Seite in der Schweiz den Onlineversendern von Medikamenten weiterhin Steine in den Weg gelegt werden, expandiert Zur Rose erfolgreich im Ausland. Mitte Oktober wurde die deutsche Eurapon übernommen, heute wurde die Übernahme von Vitalsana von der Ströer Gruppe vermeldet.

Zur Rose Gruppe - Europas grösste Versandapotheke mit ihrem Ursprung in Steckborn am Bodensee
Zur Rose Gruppe – Europas grösste Versandapotheke mit ihrem Ursprung in Steckborn am Bodensee

Auf dem Weg zur Umsatzmilliarde

Vitalsana erzielte 2016 einen Umsatz von EUR 30 Mio mit rezeptfreien Medikamenten und Eurapon im selben Zeitraum EUR 52 Mio. Zur Rose baut u.a. mit diesen Akquisitionen seine Führungsposition weiter aus und nähert sich gruppenweit in diesem Jahr wohl der Umsatzmilliarde.

Das Wachstum beschleunigt sich stetig; im dritten Quartal 2017 steigerte die Zur Rose-Gruppe ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15.4 %. Der kumulierte Umsatz der ersten 9 Monate des aktuellen Jahres liegt bei CHF 711.6 Mio., einem Plus von 9.9% ggü. dem Vorjahr.

Vor gut einem Jahr kündigte Zur Rose zudem in der Schweiz die Kooperation mit der Migros an und ermöglicht dieser den Einstieg in das Arzneimittelgeschäft.

Nachfrage steigt – Politik blockiert

Das Wachstum von Zur Rose zeigt, welche Nachfrage der Markt nach dem Onlineversand von Arzneimitteln hat. Die Apotheker fürchten derweil um ihre Pfründen und versuchen mit allen (politischen) Mitteln, den Onlineverkauf von Medikamenten zu verhindern, teilweise mit abstrusen oder historischen Argumenten: Teufelszeugs: Schon Kaiserin Maria Theresia hat Medikamenten-Onlinehandel verboten.

Das Apotheken-Lobbying scheint zu wirken, Unterstützung kommt immer mal wieder von höchster politischer Seite aus Bern, wo gerade im Bereich der Apotheken gerne weiter digital gelafert wird: Laut Bundesrat sollen im neuen Heilmittelgesetz (HMG) Arzneitmittel zur Kostensenkung im Ausland gekauft werden können. Jedoch weiterhin nicht bei Schweizer Onlineversendern….

Nun ist dem Leser möglicherweise nicht bekannt, dass der gleiche Bundesrat bzw. das Parlament mit dem neuen Heilmittelgesetz  (HMG) – welches er uns als «Modernisierung» angepriesen hat –  den Versandhandel mit Medikamenten «grundsätzlich» verboten hat resp. dieses Verbot nicht aufheben möchte.

Ausnahme: Man darf rezeptpflichtige UND rezpetfreie Medikamente gegen vorab vorliegendes Rezept verschicken!

Zur Veranschaulichung: Dies bedeutet, dass ich zuerst zum Arzt gehen muss, um Alkaseltzer, Bephanten und Co dann daheim am Computer via Versandhandel einkaufen zu können.

Der zeitliche und finanzielle Benefit des Online-Einkaufs wäre damit zu nichte. Sprich: Faktisch stellt das geltende wie das neue HMG ein Verbot dieser modernen Einkaufsmöglichkeit dar.

Dabei wäre der Medikamenteneinkauf im Versandhandel im Schnitt 10 – 12 % günstiger als der Gang zur Apotheke. Wenn sich also der Preisüberwacher im ersten Schritt für die Nichtdiskriminierung des Versandhandels einsetzen würde, könnte schon ein Teil unserer Bevölkerung 10 – 12 % Kosten senken. Das funktioniert ohne gleich ins Ausland fahren zu müssen oder im Ausland zu bestellen.

Doch Zur-Rose ist gerüstet mit ihrer internationalen Expansionsstrategie. Die Gruppe bedient den Schweizer Kunden, ob online in der Schweiz oder im Ausland.


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Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business und E-Commerce. Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Referent an intl. Konferenzen zum Thema E-Commerce und Digitale Transformation im Handel.

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