Digital Commerce wird immer natürlicher dank Technologie – Recap 2/2 #shoptalk18

0
443

Die am Mittwoch zu Ende gegangene Shoptalk in Las Vegas zeigte eines, dass Technologien die vor einigen Jahren noch als futuristisch galten, heute bei den ambitionierten Playern bereits Mainstream und flächendeckend im Einsatz sind.

Doch mal der Reihe nach; seit dem Siegeszug des Personal Computers der vor rund 30 Jahren begonnen hat war die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine nur möglich via periphäre Werkzeuge wie Tastatur und Maus, mindestens die ersten 25 Jahre.

Dies war alles andere als natürlich und auf Windows-Systemen fällt es mir heute noch schwer jemandem plausiblel zu erklären, warum man denn genau die exotische Tastenkombination CTRL+ALT+DEL drücken muss und für was dieser „Affengriff“ gut sein soll. Mir wäre auf jeden Fall kaum ein anderes modernes Gerät bekannt, dass zentral einen so umständliche Eingabebefehl benötigt.

Nun gut, das kann ich nun auch nicht ändern. Es zeigt jedoch, wie umständlich wir Menschen bislang mit Maschinen kommuniziert haben. Dies war mitunter sicher lange ein Hürde, warum auch der Online-Einkauf anfänglich nur zaghaft zulegen konnte. Bis die Touchgeräte kamen. Zuerst die Smartphones und dann die Tablets.

Damit wurde erstmals die Mensch-Maschinen-Kommunikation schlagartig vereinfacht. Neben der CTRL+ALT+DEL Generation erlangten sowohl die jüngeren wie auch die älteren Generationen auf einmal einen stark vereinfachten Zugang.

Die Kommunikation selber entsprach jedoch immer noch nicht dem menschlichen Wesen. Gefragt waren immer noch befehlartige Eingabeformate wie Suchbegriffe, URLs oder auch das aufwändige Durchklicken von Hierarchieebenen um nur einiges zu nennen. Der Mensch musste wissen, wie er mit der Maschine kommunizieren muss. Es war ein Lernaufwand damit verbunden.

Es entspricht nun einmal nicht dem natürlichen Verhalten, seine Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse in standardisierte Eingabeformate zu transformieren. Das ist nicht jedem gegeben.

Den meisten gegeben jedoch ist das natürliche Kommunizieren mit Sprache, Gestiken oder auch das visuelle Entdecken von Inhalten aufgrund von Farben, Formen und mehr. Das entspricht dem ur-menschlichen Verhalten, konnte jedoch bis in die jüngste Vergangenheit von Maschinen kaum verstanden werden.

Auf den Handel bezogen war in diesem Aspekt der stationäre Handel trotz E-Commerce im Vorteil. Menschen kommunizieren mit Menschen; schauen – entdecken – reden – lachen aber auch non-verbale Kommunikation wie Körperhaltung oder mit dem Tastsinn fühlen und spüren.

Technologie ermöglicht menschlicheren Digital Commerce
Technologie ermöglicht menschlicheren Digital Commerce

Doch plötzlich ist alles anders

Doch plötzlich ist alles anders. Man kan mit Maschinen reden wie mit Menschen. Man kann über Gestiken artikulieren und über taktile Oberflächen wird bald auch das Spüren mit dem Tastsinn möglich werden.

Ein völlig natürlicher Umgang mit der Techonlogie ist möglich. Und das Einkaufen über den digitalen Kanal erreicht völlig neue Dimensionen. Nicht nur allgegenwärtig sondern auch natürlicher, menschlicher. Die Echo-Geräte von Amazon mit Alexa haben hier sicher den ersten Quantensprung gebracht, weitere folgten. Devices, visuelle Erkennungen und vielem mehr.

Und Grundlage dazu ist künstliche Intelligenz, die das gesagte, gesehene, gespürte interpretieren, auswerten und in Antworten jeglicher Art transfomieren. Und künstliche Intelligenz wäre nur halb so intelligent, wären da nicht unglaubliche Datenbestände vorhanden, aufgrund derer die Maschinen lernen können und von Mal zu Mal intelligenter werden.

Doch es ist kein lineares Lernen und Füttern, sonder es ist ein Maschine-Learning. Die Maschinen lernen selber, optimieren sich, lernen dazu und werden von Antwort zu Antwort klüger. Neben den ganzen Sprachsteuerungen und Kommunikations-Fähigkeiten auch im kommerziellen Kontext kommt die visuelle Komponente hinzu.

Algorithmen sind in der Lage, Gegenstände zu erkennen, diese zu beschreiben, zu vergleichen, Alternativen vorzuschlagen und vieles mehr. Dies kann in der reinen Realität sein oder in der virtuellen Realität, wo der gesamte visuelle Raum in welcher Form auch immer künstlich erzeugt wird. Oder die „hybride Variante“ Augmented Reality, wo die Realität mit einem zusätzlichen visuellen Datenlayer ergänzt wird, der Zusatzinformationen jeglicher Art zeigt.

Die Anwendungsbereiche scheinen grenzenlos und werden gerade im Digital-Commerce einen exponentiellen Wachstumsschub verleihen – denn das Mensch-Maschinen-Interface schafft sich je länger je mehr selber ab. Es fühlt sich an, wie eine Mensch-Mensch Kommunikation, die Technologie verschwindet in den Hintergrund.

Grossteil der Shoptalk Speaker haben diese Technologien im Einsatz

Ja, es gibt diese Technologien nicht erst seit heute. mit Augmented- und Virtual-Reality wird schon lange expermientiert. Doch was neu ist, dass diese Technologie gefühlt dem Experimentierstadium entwachsen und in der Breite angekommen sind.

Wo auch immer diese Themen an der Shoptalk aufgekommen sind, so war es selbstverständlich, dass diese im Einsatz sind. Die Frage, wie viele Mitarbeiter sich bei Amazon mit künstlicher Intelligenz beschäftigen wurde erst gar nicht verstanden, weil sich zumindest bei den Technikern jeder damit beschäftigt.

Es sollen Tausende sein – alleine das Alexa-Team habe über Tausend Ingenieure die sich nur mit Artificial-Intelligence beschäftigen und es machte den Einruck, dass sich die Amazon-Plattform je länger je mehr rund um die Alexa-Technologie neu formiert.

Auch bei anderen Speakern war das Thema omnipräsent. Gerade die visuellen Möglichkeiten standen beim Pinterest-CEO im Mittelpunkt. So schwärmte er von Visual Discovery und neuen Möglichkeiten, an denen die Plattform gerade arbeitet. Und selbstverständlich steht auch da der kommerzielle Aspekt in Form einer direkten oder indirekten Transaktion im Zentrum.

Auch die ganze Sortimentssteuerung, Category-Management und mehr wird zusehends von Technologien abgelöst oder zumindest nachhaltig unterstützt. Auch Zalandos SVP Private Labels Jan Wilmking legte exemplarisch dar, dass die gesamte Sortimentsplanung rein über Algorithmen erfolge, um so wenig Overstock wie möglich zu produzieren.

Unmengen von Daten sind heute in der Lage, genaue Stückzahlen, Varianten wie Farben und Grössen für die Zielmärkte zu bestimmen und auch äussere Einflüsse wie Trends, Wetter und vieles mehr zu berücksichtigen. Auch hier hat sich die Rolle des Category-Managers von der traditionellen Rolle hin zu einem Daten-Analysten entwickelt.

Schranken zwischen Mensch und Maschine fallen

Alle diese technologischen Entwicklungen – die es zwar schon länger gibt, jedoch an der Shoptalk Konferenz erstmals in der vollen Breitenwirkung bei praktisch allen Händlern und Modellen deutlich zu spüren waren – haben eines gemeinsam:

Die Schranken und Hürden fallen weiter. Wir kommunizieren mit Maschinen je länger je mehr wie wir mit Menschen kommunizieren.

Für den Handel bedeutet das wohl, dass Digital Commerce noch viel selbstverständlicher in jeder Lebenslage wird. Wir verspüren ein Bedürfnis, artikulieren es in welcher Form auch immer und es erledigt sich von alleine. Auf welchen Devices auch immer.

Online Einkaufen wird menschlicher – dank Technologien.

Gestern der erste Teil des #Shoptalk18 Rückblickes zu den neuen Geschäftsmodellen, die sich konsequent am Kunden ausrichten.



Nichts mehr verpassen! Dann machen Sie es wie bereits aktuell 4609 andere Leser. Verpassen Sie keinen Beitrag mehr und erhalten Sie jeden Sonntag ab 16 Uhr alle Artikel der aktuellen Woche per E-Mail bequem in Ihre Inbox geliefert.

E-Mail Adresse erfassen genügt.


Creative Commons Dual Lizenz Dieser Beitrag ist als Werk unter einer Creative-Commons Lizenz geschützt.
 Was bedeutet das?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT