Kreditkarten-Konkurrenz – das musste wohl wieder schnell gehen.

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Seit vergangener Woche wissen wir’s – es geht auch günstiger. Die beiden Grossverteiler Coop und Migros lancieren eigene Kreditkarten, basierend auf ihren Kunden- und Treueprogrammen.

Interessant war alleweil die Kommunikation. Coop machte am Donnerstag den Anfang, Migros zog wenig später nach und unterbot mit CHF 4.40 die Jahresgebühr von Coop (9.90). Coop zog gleich oder tiefer – was genau ist noch unklar, man werde bei der Lancierung auf jeden Fall der billigste Anbieter sein.

Coop Supercard: Master-Card Logo mit Visa-Card NummerDies konnte man alles in der Presse nachverfolgen. Erstaunt hat mich die Beispielkarte von Coop, die über den Pressedienst ging. Die Nummern-Kombination verrät einiges – es musste schnell gehen!

Eine Supercard mit Master-Card als Partner, die Nummer ist aber eindeutig eine Visa-Nummer (Cornèr?), denn Master-Cards beginnen standardmässig mit einer 5. Das weiss jeder, der mindestens schon einmal eine Kreditkarten-Nummernprüfung (Loon-Check) im Web implementiert hat oder sich mit Kreditkarten im E-Commerce auseinandersetzt.

Vermutlich muss die Lancierung so schnell gehen, dass man noch kurz eine Dummy-Karte nachschob. Untermauert wird dies auch durch die Meldungen, dass Coop bislang noch nicht kommuniziert hat, mit welchem Partner man zusammenarbeiten will. Migros dagegen hat die Zusammenarbeit mit GE-Bank bereits angekündigt.

Ähnlich wie bei den Budget-Handys kündigten die beiden Grossverteiler den neuen Service am gleichen Tag an und unterboten sich im Doppelpass. Ich denke, dass der Plan von Migros ausgereifter ist; man bei Coop Wind von der Sache bekam und vorprellte. Spannend ist immer wieder, dass der eine weiss, was der andere macht oder plant und diesen dann zu über- oder unterbieten versucht.

Update 2-Mai-2006 14h00:
Die Kreditkarte von Coop wird im Herbst ohne Jahresgebühr als erste kostenlose Kreditkarte lanciert (via news.google.ch / Zofinger Tagblatt)



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8 KOMMENTARE

  1. […] Wie schnell die Lancierung der neuen Coop-Kreditkarte mutmasslich gehen musste, wurde in diesem Blog ja bereits berichtet. Dass nun der Online-Antrag ein dermassen grosses Datenleck offenbart, zeugt nicht gerade von sorgfältiger Planung. Zu den Daten kam man denkbar einfach: Nach dem Ausfüllen des Antrags zeigte die Internetadresse am Ende eine Dateikennziffer, etwa «ID=1433». Wer die Zahl änderte, hatte im Nu den Antrag einer fremden Person auf dem Bildschirm. […]

  2. Scheinbar ist ja auch in der Schweiz Bewegung in den Kreditkartenmarkt gekommen. In Deutschland können Verbraucher ja bereits auf eine ganze Reihe absolut kostenloser Karten zurückgreifen, wie man etwa auf http://www.kostenlose-kreditkarten.de/ detailliert vergleichen kann. Wie man allerdings eine Mastercard mit der Nummer einer Visacard vermischen konnte, wissen sicher nur die Verantwortlichen in der Marketingabteilung von Coop.

  3. Die Coop Karte jetzt als VISA + Mastercard. Dauerhaft kostenlos nicht schlecht. Die Frage ist nur wieviel PArtner akzeptieren letztlich die Karte.
    Im Ausland dürfte es da schnell eng werden.
    Die Alternative ist die VISA der DKB, erhältlich auf z.B. kostenlose Kreditkarten

  4. Ganz ehrlich, meine Kreditkart ist wie eine Visitenkarte, der Spruch: Sie zahlen mit Ihrem (unserem) guten Namen kommt nicht von nirgendwo! Ich zahl lieber ein paar Euro für eine vernünftige Karte von einer vernünftigen Bank und habe gleichzeitig noch einen guten Service.

    Herzliche Grüsse

    der Michl

  5. Ich denke, die Kreditkarten der drei Testsieger der Stiftung Warentest, norisbank, comdirect und DKB haben auch einen guten Namen und eine entsprechende Akzeptanz. Schließlich handelt es sich um Visa-, bzw. Mastercard.

    Zudem erhält zusätzlich zu einem kostenlosen Girokonto ohne Mindesteingang eine kostenlose Kreditkarte, teilweise mit Guthabenverzinsung und mit der Möglichkeit weltweit kostenlos Bargeld an Gelautomaten mit Visa-, bzw. Mastercard-Zeichen abzuheben.

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