Mutterkonzen Arcandor stellt Insolvenzantrag – Quelle, Primondo und Karstadt ebenfalls

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Der Kampf des deutschen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor hat heute ein dramatisches Ende genommen; Arcando stellt den Insolvenzantrag. Im Nachgang zum Mutterkonzern beantragen auch Quelle, Primondo und Karstadt Gläubigerschutz wie es in der heutigen Presseerklärung heisst.

In der Schweiz ist der Name Arcandor dem Publikum weniger bekannt – bekannt sind jedoch seine Tochtergesellschaften und Handelsmarken wie Thomas Cook, Quelle, Karstadt u.a. Bis jetzt sind Thomas Cook, einige Spezialversender von Primondo und der Homeshopping-Sender HSE24 nicht betroffen.

In wie weit auch die Ableger in der Schweiz betroffen sind, ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Verantwortlichen versichern, dass sich für die Kunden vorerst nichts ändert. Sämtliche Bestellungen würden ausgeführt und auch das Rückgaberecht habe unverändet Bestand, so die NZZ heute. Für die Kunden soll sich vorerst also nichts ändern.

Was bedeutet Insolvenz?
Zitat NZZ:  “Eine Insolvenz muss nicht das Ende für den Konzern und die Arbeitsplätze bedeuten. Ein Insolvenzverwalter kann etwa Verträge mit Lieferanten schneller und einfacher kündigen, um günstigere Vereinbarungen zu erreichen. Entlastung bringt auch das Insolvenzgeld: nicht das Unternehmen, sondern der Bund zahlt die Löhne und Gehälter – bis zu einer Laufzeit von drei Monaten. Arcandor könnte sich durch einen Insolvenzplan von seinen Verbindlichkeiten befreien.

Der im Kanton Zug domiziliete Metrokonzern meldete bereits Interesse an 60 Karstadt-Warenhäusern an. Die restlichen Filialen könnten an Ketten wie Media-Markt oder Saturn gehen.

Auswirkungen auf den E-Commerce

Vor allem die klassischen Versandhändler bekunden schon länger grosse Mühe mit den neuen Onlinevertriebskanälen und sind nur erschwert in der Lage, sich den dramatisch veränderten Bedingungen zu stellen.

Wie Exciting-Commerce kürzlich berichtete, beschreibe die FAZ die aussichtslose Lage des deutschen Versandhandels exemplarisch, der sich zunehmend in einer Zwickmühle befindet (“Amazon und Ebay bestimmen die Regeln im deutschen Versandhandel”):

“Zwar steht Quelle nach dem PWC-Gutachten im Internet-Versand auf Platz drei in Deutschland, noch vor Otto und Neckermann, die nur noch zu 49 Prozent zu Primondo gehört. Doch die eigentlichen Internetanbieter Amazon und Ebay bestimmen angesichts ihrer Dominanz mittlerweile die Regeln im Versandgeschäft.

Damit nicht genug: Immer mehr stationäre Einzelhandelsketten vertreiben ihre Produkte zunehmend online. Dazu gehört der Weltbild-Verlag ebenso wie Tchibo oder Esprit. Primondo, insbesondere Quelle, gerät an vielen Stellen zwischen die Fronten. Denn es fällt dem Unternehmen wie Karstadt schwer, sich klar zu profilieren; vor allem in den gesättigten Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz.”



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