PROFITBUY – Neues Verkaufskonzept mit ein bisschen von allem

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Mit PROFITBUY ging vergangene Woche ein neuer Onlinemarktplatz in der Schweiz live der ein neues Verkaufkonzept verspricht. Zugegeben, ich brauchte einige Zeit bis ich das Konzept begriffen habe und ich befürchte, dass es dem einen oder anderen Benutzer ähnlich gehen wird.

Es ist eine Mischung aus Co-Shopping, VIP-Shopping und Marktplatz. Was aber wirklich neuartig ist, dass es eine kostenpflichtige Registrierung erfordert (aktuell 3 Monate kostenloses Kennenlernen). Ähnlich wie bei den Auktionsplattformen können registrierte Benutzer sowohl Käufer und Verkäufer sein.

Wer eine Aktion einstellt definiert, wie lange sie andauern soll und wie viele Teilnehmer es mindestens braucht, dass der Deal zu Stande kommt.

Das Prinzip von PROFITBUY funktioniert ganz einfach. Ein Produkt oder eine Dienstleistung kann mit einem attraktivem Rabatt angeboten werden, weil eine höhere Stückzahl verkauft wird. Auf PROFITBUY registrierte Mitglieder haben die Möglichkeit von diesen Aktionen zu profitieren, weil sich eine kaufkräftige Community bildet. Wichtig ist, dass die gesamte Stückzahl verkauft werden muss. Ansonsten ist die Aktion hinfällig. Der Anbieter jedoch, erhält ihre Anschrift und hat somit die Möglichkeit ihnen ein neues Angebot zu unterbreiten, sollte dies in seinem Interesse liegen. Sie selbst haben aber die Möglichkeit dies zu verhindern und die Aktion anzukurbeln.

Ähnlich wie bei den Groupon-Angeboten (und dem frühen Letsbuyit.com das wieder auferstanden ist) kommt die Aktion erst zu stande, wenn die vom Verkäufer festgelegte Mindestteilnehmerzahl erreicht wird. Eigentlich ist es ein Groupon-Konzept, einfach mit weniger lokalem Bezug und, dass das Deal-Scouting an die Benutzer ausgelagert wird. VIP-Shopping insofern, dass es eine Registrierung erfordert, wer an einem Deal teilnehmen will. Diese ist jedoch a-priori für jedermann möglich.

Die Betreiber stellen lediglich die Plattform und die Funktionen zur Verfügung. Finanzieren will man sich einerseits über die kostenpflichtigen Mitgliedschaften und sich nicht wie bei den Auktionen üblich über eine Verkaufskommission. Und anderseits fallen Anzeigekosten beim Einstellen eines Angebots an. Bei meinem Testlauf* waren dies 27.50 für den Verkauf von 5 Onlineshop-Studien im Wert von je 100.- (statt 150.-).

Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob den Betreibern damit Erfolg bescheiden sein wird aus folgenden Gründen:

  1. Die Hürde einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft ist zu hoch.
  2. Es braucht zu viel Erklärung, wie das ganze funktioniert.
  3. Das Engagement der Betreiber limitiert sich auf die reinen Funktionen. Mit der Mitgliedergebühr und den Anzeigekosten geht man kein Risiko ein und verdient nicht Abhängig von der Performance.
  4. Die Differenzierung zu Auktionsplattformen wie ricardo.ch und eBay ist zu wenig klar.
  5. Die Vermarktung der Angebote wird an die Mitglieder ausgelagert und es werden wenige Tools hierfür bereit gestellt.

Die Idee grundsätzlich ist nicht schlecht und neue E-Commerce- Konzepte und -Initiativen sind zu begrüssen. Aber Ricardo.ch wie auch Facebook oder die Groupon-Klone haben bereits mehr oder weniger dieser Funktionen integriert und es wäre für sie ein leichtes, mit einer kleinen Erweiterung die Funktion von PROFITBUY zu adaptieren. Und vor allem haben sie bereits die Communities mit einem klaren USP der verständlich und einfach ist – und die Teilnahme in der Regel kostenlos.

*) Die Erfassung von Aktionen erinnert sehr stark an das Einstellen von Auktionen bei Ricardo.ch



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