Shopping-Device-Konvergenz – E-Commerce Trend 2011

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Aus der Serie: Carpathia E-Commerce Trends 2011

Eine der grossen Herausforderungen für die Shopbetreiber ist die Optimierung der Sortimente, Produktpräsentationen und Prozesse auf die immer grösser werdende Vielfalt an Endgeräten. Bedeutete E-Commerce vor wenigen Jahren noch primär, einen Onlineshop für den Webbrowser zu konzipieren, ist die Ausgangslage heute eine ganz andere.

Smartphones

Die Smartphones, allen voran das iPhone als Wegbereiter sogenannter Apps und darunter auch immer mehr Shopping-Apps, haben seit rund 2 Jahren die Massen erreicht. Und damit auch potentielle Käufer. Erste Erfahrungen zeigen, dass sich über das mobile Shopping neue Käuferschichten erreichen lassen, der Neukunden-Zuwachs ist hier besonders ausgeprägt. Da sich der sog. Mobile-Commerce erst in den Anfängen befindet, ist in diesem Bereich auch das Umsatzwachstum noch im dreistelligen Prozentbereich, wie das Beispiel eBay zeigt.

Die Herausforderung im Mobile-Commerce liegt darin, das Shopping-Bedürfnis auf die mobile Situation zu adaptieren. Und hier haben auch die Location-Based-Services und damit die aktuelle Position des Anwenders einen wichtigen Einfluss.

Tablet PCs

Im vergangenen Jahr brachte das iPad den E-Commerce ins Wohnzimmer. Dass die Kategorie der Tablet-PCs ein grosses Potential birgt zeigt auch, dass die gestern in Las Vegas zu Ende gegangene Consumer-Electronic Messe CES diverse Modelle präsentierte, die Apples iPad konkurrenzieren sollen. Das letzte Jahr brachte denn auch einige spannende Shopping-Anwendungen auf das iPad.

Die Herausforderung im sog. Sofa-Commerce liegt darin, sich auf die Lean-Back Situation der Anwender einzustellen sowie Möglichkeiten und Interaktionen des grossen Displays optimal zu nutzen. Mit dem iPad & Co ist der E-Commerce im Wohnzimmer angekommen: Shopping und Produktinformationen werden in entspannter Freizeitatmosphäre alleine oder in der Gruppe abgerufen. Die Nutzung einer Shopping-App auf dem iPad ist jedoch eine unterschiedliche zum iPhone oder Smartphone.

Wie gehen Shopbetreiber mit dieser Konvergenz um?

Die Gretchen-Frage wird immer wieder gestellt; muss ich eine Shopping App haben und falls ja, separate für’s Smartphone und für’s Tablet? Und dann für welche Plattform; Apple, Android, Windows…?

Die Antwort heisst JA, wenn mein Sortiment und meine Zielgruppe auf den verschiedenen Devices und in den jeweiligen Situationen individuell angesprochen werden kann. Kann ich meinem potentiellen Kunden einen Zusatznutzen bieten, wenn ich ihn in seiner mobilen Situation “on the road” erreiche oder relaxed auf dem “Sofa”. Kann ich die Zusatzfunktionen der jeweiligen Endgeräte wie GPS, Kamera, Neigungssensor, Zugriff auf Kontakte oder auch grosses Video-Display, Multi-Touch u.a. für meine Produktpräsentation nutzen?

Die Antwort heisst NEIN, wenn mein Verkaufskonzept auf allen Devices und in allen Situation mehr oder weniger dasselbe ist. Dann ist jedoch darauf zu achten, dass die Ansicht des Shops wie auch dessen Usability und Funktionen auf die jeweiligen Bildschirmgrössen und -ausrichtungen angepasst wird.

Bleibt noch die Zusatzfrage für Shopbetreiber nach den unterstützten Plattformen bei eigentlichen Shopping-Apps. Wurde bislang mehrheitlich für die Apple Plattform entwickelt (iPhone, iPad, iPod Touch) werden dieses Jahr die Android-Shopping-Apps folgen. Aber spätestens wenn die dritte potentielle Shopping-Plattform folgt wird sich mancher Shopbetreiber fragen, wo soll das hin führen?

Hier liegt die Zukunft eindeutig in den Web-Apps, die universal auch für die mobilen Endgeräte entwickelt werden können und deren Finish dann noch auf die jeweilige Plattform folgt. Einen diesbezüglich sehr interessanten Ansatz verfolgt die Schweizer Agentur Liip mit NIWEA – für geschmeidigen E-Commerce auf allen Devices.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

9 KOMMENTARE

  1. Schön zu lesen, dass auch im Nachbarland das Thema “Browser Based Shopping App” zunehmend Interessenten findet.
    “Mobile Commerce” ist eben nicht ausschließlich mit Apps verbunden und der Vorteil nativer Apps bzgl. des Zugriffs auf Zusatzfunktionen schwindet zunehmend.

    Grüße ins schöne Zürich!

  2. CES-Nachlese: Die Tablet-Welle & die Folgen für den Handel…

    Ob nun das Dell Streak 7 oder Googles potenzieller iPad-Killer Honeycromb: Auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) gab es wie erwartet (so gut wie) kein Vorbei an Tablet-PCs beziehungsweise Tablet-PC-Betriebssystemen: “Im Mittelpunkt der …

  3. […] Der mobile Ticketkauf erfüllt ein Bedürfnis der Bahnkunden und adaptiert ideal die mobile Kaufsituation. Dies ist ohnehin einer der kritischen Erfolgsfaktoren im Mobile-Commerce. Schaffe ich es, mit meiner mobilen App einen Mehrwert zu generieren, der passend zur Kaufsituation des Kunden ist? Falls nein, lasse ich es lieber und entwickle eine mobilfähige Webapplikation. Weitere Entscheidungskriterien in unserem Beitrag zur Konvergenz der Shopping-Devices. […]

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