verkaufen.ch – CEO Rouven Küng im Gespräch

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verkaufen.ch - CEO Rouven Küng
verkaufen.ch – CEO Rouven Küng

Recommerce erreicht (endlich) die Schweiz. Der Rückkauf von Artikeln über elektronische Kanäle und das Zuführen dieser Geräte in ein After-Marktet Ökosystem scheint nun auch hierzulande Fuss zu fassen. Vorab beschränkt sich das Sortiment auf Handies und Tablets.

Wir haben Rouven Küng, CEO von verkaufen.ch, ein paar Fragen zu seiner neuen Plattform gestellt.

 

 

Ihr seid im Oktober gestartet, wie zufrieden seid Ihr mit dem bisherigen Geschäftsverlauf? Kannst Du Zahlen nennen?

Wir sind sehr positiv überrascht. Das Bedürfnis in der Schweiz nach einem einfachen Verkaufsprozess für Unterhaltungselektronik scheint sehr gross zu sein. Wir konnten bereits eine halbe Million Schweizer Franken an Kunden auszahlen.

Du kommst ja von Exsila; ist verkaufen.ch eine Weiterenticklung von Exsila, da das Kern-Sortiment von Exsila (Bücher, Musik, Filme, Games) zunehemd digitalisiert wird und damit ein After-Market quasi verunmöglicht?

Der Bereich Unterhaltungsmedien befindet sich grundsätzlich in einem Abwärtstrend. Die Verbreitung von CDs, DVDs, Büchern etc. ist aber noch immer enorm. Das Wachstumspotential für Exsila in der Schweiz ist noch immer nicht ausgeschöpft. 

Langfristig wird sich Exsila aber auf neue Kategorien konzentrieren müssen. verkaufen.ch sehen wir als Ergänzung zu bestehenden Marktplätzen, da Recommerce eher Kunden bedient, die gerade eben nicht auf Markplätzen verkaufen wollen, da es ihnen zu aufwendig ist.

In Deutschland ist ja u.a. auch eBay 2011 in den Re-Commerce Bereich eingestiegen, in der Schweiz wartet man zu. Glaubt Ihr, dass es in der Schweiz bald Konkurrenz geben könnte?

Das Thema Recommerce ist aus Schweizer Sicht Neuland. Demgegenüber herrscht in Deutschland seit einigen Jahren ein regelrechter Recommerce-Boom und die grossen Player testen momentan die Expansion in weitere EU-Länder. Eine Ausweitung in den Schweizer Markt ist durchaus denkbar.

Weiter gibt es in der Schweiz eine starke Basis im Bereich der Handyreparateure, welche sich ebenfalls in diesem Bereich versuchen könnten. Wie das Ausland aber zeigt, ist der First Mover Advantage im Recommerce ein wichtiger Faktor.

Wie seid Ihr finanziert? Neben dem Aufbau der Plattform sind rein operativ doch genügend flüssige Mittel nötig für den Ankauf der Geräte und damit deren Vorfinanzierung.

Ohne eine entsprechende Finanzierung wäre der Start von verkaufen.ch nicht möglich gewesen. Gerade die Investitionen in die Infrastruktur und den Warenankauf sind für ein Startup enorm. Eine der grössten Herausforderungen in der Zukunft wird auch das Management von Wachstumsschüben sein, welches sich sofort auf Kapazitätssprünge in den Bereichen Ankaufsfinanzierung, Prüfung und Logistik auswirkt.

Habt Ihr Investoren?

Ja, wir haben einen Investor. Ich kann aber im Moment nicht näher darauf eingehen

Wie legt Ihr die Preise der gebrauchten Geräte für den Rückauf fest und wie minimiert Ihr das Risiko?

Die Verkaufsdaten von Exsila waren uns zum Start eine grosse Hilfe. Weiter prüfen wir verschiedene Marktplätze im In- und Ausland auf den aktuellen Marktpreis. Je genauer wir den Wert eines bestimmten Gerätes in einem bestimmten Zustand bestimmen können, desto besser minimieren wir unser Risiko beim Ankauf.

Was passiert eigentlich mit den Daten auf den verkauften Geräten?

Wir garantieren eine komplette Datenlöschung bei allen angekauften Geräten. Ein allgemeines „Zurücksetzen“ reicht hier bei weitem nicht aus, da die Daten nur auf den ersten Blick nicht mehr vorhanden sind. Aus diesem Grund verwenden wir spezialisierte Software, welche alle Datenspeicher komplett überschreiben, um eine komplette Löschung garantieren zu können.

Welches sind Eure Pläne und Ziele?

Gestartet sind wir mit dem Ankauf von Handys und Tablets. Bald möchten wir auch andere Produktkategorien ankaufen. Ansonsten gilt es, das Ankaufserlebnis für den Kunden weiter zu verbessern.

Hegt Ihr Exit-Gedanken an eine der grossen Auktions- oder Kleinanzeigenplattformen?

Wir sind vor vier Monaten gestartet und konzentrieren uns erstmals auf den weiteren Aufbau unserer Dienstleistung. Für Exit-Gedanken wäre es definitiv zu früh.

Besten Dank an Rouven Küng für diese Informationen. Das Interview wurde schriftlich geführt.



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