Das Auto vom Chef

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Was das Auto vom Chef mit E-Commerce zu tun hat? Nicht direkt etwas, aber als Messgrösse könnte es sehr wohl dienen.

In unserer Beratungstätigkeit werden wir immer wieder mit Budgetgrössen bei E-Commerce Projekte konfrontiert. Und es kommt immer mal wieder vor, dass man einfach von viel zu kleinen Beträgen ausgeht. Klar, man kann für Kleinstbeträge und einem Mietshop problemlos für einige Hundert bis wenige Tausend Franken etwas bekommen. Aber das wird nicht (lange) funktionieren.

Wer als wirklich ernsthaft und seriös in Online-Vertriebskonzepte investieren will, die sich idR. auch um einiges schneller rechnen als andere Konzepte aufgrund ihrer stärkeren Skalierbarkeit, der sollte schon anständig budgetieren. Doch oft ist die Führungsetage (im Kopf) noch nicht soweit.

Eine Stossrichtung könnte sein, gerade bei diesem Entscheidungsgremium anzusetzen. Wer als Chef eines Unternehmens mal so locker Hunderttausend Franken in Form von Alu, Kunststoff, Gummi etc. auf seinem Parkplatz stehen hat, der sollte auch bereit sein, mindestens das doppelte für ein E-Commerce Projekt bereit zu stellen. Das Drei- bis Vierfache wäre sicher idealer, aber mit dem Doppelten kann man schon mal einen erfolgreichen Grundstein legen für kleinere bis mittelgrosse Unternehmen.

Das Auto vom Chef also; den Wert mit 2 (oder 3, 4,..) multiplizieren für das Onlineshop-Projekt. Denn was für seinen Allerwertesten gut genug ist, sollte auch für den zukunftsträchtigsten Vertriebskanal gerade mal recht sein – oder?



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6 KOMMENTARE

  1. Genialer Beitrag, bei dem ich nicht nur schmunzeln musste, sondern uns komplett wiedergefunden habe. Wir werden auch sehr häufig mit Anfrage zu eCommerce-Projekten konfrontiert bei dem unser Gegenüber von – zum Teil – schon recht „abenteuerlichen“ Vorstellungen im Bezug auf Aufwand/Kosten ausgeht oder noch besser: Anfrage im Stile von „Wir planen einen Online-Shop so ähnlich wie Amazon. Was kostet sowas denn?“. Auf solche Fragen kommt von uns inzwischen auch immer die Standard-Antwort: Was kostet ein Auto?

    Es gibt inzwischen aber auch Kunden, die das Ganze durchaus realistischer betrachten (meist allerdings erst nach einer Bauchlandung). So kam von einem unsere Kunden, als wir auf die Aufwände zu sprechen kamen – die sehr treffende Aussage „Shit in – shit out“…. Er hat es verstanden, hat hierfür aber sicherlich einiges an Schmerzensgeld bezahlt – d.h. in Summe ist hier dann sicherlich die komplette Familie mit Autos ausgestattet worden – um bei diesem Beispiel zu bleiben.

    Allerdings ist der Ansatz von Ihnen mit dem Auto des Chefs genial und vor allem sehr sehr plastisch und nachvollziehbar. Das Ganze werde ich für die Zukunft im Hinterkopf behalten… Danke dafür!

  2. Diese Gespräche gibt es im Marketing auch. Wichtig ist doch, dass Kunden verstehen wofür diese ihr Geld ausgeben. In der langjährigen Praxis habe ich schon Fälle erlebt, in denen aufgeblähte E-Commerce-Projekte voller Wachstumseuphorie umgesetzt wurden, welche anschliessend in „Schönheit“ starben. Seriöse Beratung setzt aber gerade dort an. Und wenn Kunden noch nicht orientiert sind, muss zunächst die Basis geklärt und die Ziele bestimmt werden. Da ist ein Multiple auf die Chefkarosse sicher bildhaft, jedoch nicht immer –im Sinn des Resultates- zielführend. Woher soll der klassische Entscheider das auch wissen?

    PS: Diesen bildhaften Gedanken kann man auch zur Betrachtung der -nach der Umsetzung eines E-Commerce-Projektes anschliessenden- Vermarktungs- und Optimierungsbudgets fortführen. Marketing ist das Benzin im Internet – und was nutzt die Karosse wenn der Motor steht…

  3. Über einen Tweet von @nickweisser bin ich heute auf diesen Artikel aufmerksam geworden. Mit Verlaub, ich halte diese Analogie für groben Unfug. Das Auto vom Chef hat weder etwas mit E-Commerce zu tun, noch taugt es als Messgröße.

    Ja es ist richtig, dass eine große Unsicherheit bei der Budgetierung von E-Commerce Projekten besteht. Dies liegt zum einen daran, dass das Thema – man mag es kaum glauben – immer noch sehr jung ist und Erfahrungswerte selten sind. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass die vermeintlichen Berater oft eher an das “eigene Budget” denken, bzw. daran, was sie vom Projektbudget abbekommen und nicht, was gut für den Kunden ist. …oder aber sie wissen es selber nicht besser und dann kommt man halt mit einer wie auch immer gearteten Formel um die Ecke – und sei es noch so abwegig, wie ein Multiple auf das Auto vom Chef.

    Warum taugt diese Formel nicht? Ganz einfach: Das Auto vom Chef hat überhaupt nichts mit dem E-Commerce Projekt zu tun. Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten Firmenwagen heutzutage geleast und nicht gekauft werden, hätte man auch ganz willkürlich das Alter des Chefs oder dessen Schuhgröße oder was auch immer heranziehen können.

    Dabei ist es doch gar nicht so schwer das Budget zu bestimmen. Wie bei jeder anderen Investition sollte nach dem Return on Invest – oder ganz platt nach “wie rechnet sich das” gefragt werden. Der “Return” kann dabei ja vielfältig aussehen – vom Imagegewinn bis zu “harten Zahlen”, von neuen Kundenkontakten bis zu Kosteneinsparungen im Service.

    Und noch eine wichtige Anmerkung – hohe Gewinne, erfordern nicht immer große Investments und große Investments bescheren nicht immer hohe Gewinne. Hier ist es wichtig, Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln.

  4. Wir haben festgestellt, dass wir gar nicht so oft ein Auto benötigen. Und wenn doch mal eins von Nöten ist, dann gehen wir zur Autovermietung.

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