E-Commerce Interruptus: Stationär will Online nicht verstehen

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Am aktuell in Köln stattfinden Multi-Channel Management Kongress wird einmal mehr frappant gezeigt, wie Stationär online als Vertriebskanal einfach nicht verstehen kann will.

Die wirklich guten Beispiele im Bereich Cross-Chanel kommen fast ausnahmslos von Onlinern, die auch Stationär gehen wie TheKase.com oder mit lokalen Partnerschaften ihr Geschäftsmodell erweitern wie bei Mister Spex.

Dass sich der stationäre Handel neu erfinden muss – dachte ich zumindest – müsse wohl dem letzten Einzelhändler klar sein. Aber wohl falsch gedacht.

Shopping-Center Entwickler ECE verteilte PowerPoint-Beruhigungspillen und räumte mit 5 Dogmen auf und will zum Schluss kommen, dass es reine Onlinekäufer kaum gäbe.

Untermauert wird das mit der zusammen mit Roland Berger erstellten Multi-Channel Studie “Dem Kunden auf der Spur”. Gefliessentlich wurde aber auf der Bühne nicht erwähnt, was auf Seite 7 der Kurzfassung der Studie steht:

“Wir haben rund 42.000 Konsumenten zu ihrem Einkaufsverhalten befragt – und zwar in 64 Einkaufszentren deutschlandweit.”

Reine Onliner finden sich bei einer Befragung in Einkaufszentren wohl genau so wenige wie Vegetarier bei einer Befragung in einer Metzgerei.

Zum eigentlichen “E-Commerce Interruptus” dann aber Schuhe.de, die über 6’000 stationäre Händler unter einem Onlinedach vereinen mit bemerkenswerten Onlinesevices (für den Händler).

Dort gab man unumwunden zu, dass die notabene nicht unattraktive Onlineplattform im Kern dazu da ist, die Kunden in den Laden zu bringen.

Und dann wundern sich Händler, dass der User einfach einen Klick weiter zu Zalando & Co geht und halt dort bestellt.

Nicht, dass man mich falsch versteht. Der stationäre Handel hat und wir auch weiterhin seine Berechtigung haben. Er wird jedoch fulminant an seinen Konzepten arbeiten müssen, denn in der heutigen Form wird es ihn (nur noch in sehr engen) Nischen geben.

Aber so wie man das hier von vielen einigen hört, wird online immer noch als ein weiterer Frequenzbringer betrachtet, der Kunden in die Fläche schaufeln soll, ohne dass sich dort wirklich etwas ändert. Und das muss sich ändern.

 



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