Der Online-Automarkt bröckelt weiter

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Volvo goes digitalDie Frage, wer denn endlich den Automarkt knackt, steht schon lange im Raum und Anfangs September hat Volvo eine beachtliche Aktion erfolgreich durchgeführt.

Innert 47 Stunden wurden knapp 2’000 Exemplare des neuen SUVs – der bislang weder produziert noch der Öffentlichkeit zugänglich war – online verkauft zum Stückpreis von über 100’000 Franken.

Der Onlineumsatz betrug ca. CHF 200 Mio in 2 Tagen.

Wenige Autoshows – mehr Online

Volvo scheint nun ernst zu machen und bricht die alten Strukturen weiter auf. 2015 will man nicht mehr an möglichst vielen Autoshows teilnehmen, sondern global gerade mal noch an drei. Der Rest  der Marketing-Gelder wird in online Massnahmen investiert, und zwar “massiv” wie das Wall Street Journal heute berichtet.

Dieser Shift wird klar als Risiko deklariert, aber so wie in der Vergangenheit weitermachen, will man nicht mehr:

“This is a risk,” he said. “But to continue like before is not the right option.”

Die Händler werden nervös

Die Händler werden nervös und planen, die Messeteilnahmen aus der eigenen Tasche zu zahlen. Denn sie glauben nach wie vor, dass man ein Auto sehen und das Fahren spüren müsse (wie wenn man an einer Auto-Messe das Auto fahren könnte…).

“You need to experience the car and feel what it is like to drive.”

Die Argumente kommen bekannt vor, oder? Vor knapp 10 Jahren schien es unmöglich, Schuhe oder Kleider online zu kaufen. Vor 1-2 Jahren die gleichen Argumente bei den Möbeln, die man doch sehen müsse.

Weit gefehlt. Und die Händler werden guten Grund haben, nervös zu sein. Denn Volvo scheint entschlossen, das durchzuziehen und legt sich auch eine neue Fehlerkultur zu. Es scheint, als entwickle sich der schwedische Autobauer in chinesischem Besitz gerade zum Paradebeispiel für Digitale Transformation in der Autobranche:

Mr. Visser said the shift toward online sales has made some Volvo dealers “nervous,” and that the move away from more traditional marketing and sales efforts is a bit of a gamble. “We will make mistakes. I hope we will make mistakes, so that we will learn,”

Der Beitrag beim WSJ ist hinter einer Paywall. Der Zugang via Google scheint frei. Oder mehr zum Inhalt beim caranddriver.com Blog.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

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