Das E-Commerce Jahr 2014 im Schnelldurchlauf

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Wiederum ist viel passiert in dem sich zu Ende neigenden Jahr in Sachen E-Commerce. Wir haben das Wichtigste zusammengefasst.

Das E-Commerce Jahr 2014 als Word-Cloud
Das E-Commerce Jahr 2014 als Word-Cloud

Die wichtigsten Ereignisse aus Schweizer Sicht im Schnelldurchlauf:

Wachstum: Der Detailhandel in der Schweiz fährt seit längerem Nullrunden an Wachstum ein, E-Commerce hingegen legt weiterhin im tiefen zweistelligen Bereich zu. So bezifferten VSV/GfK das Wachstum der E-Commerce Umsätze mit Handelswaren im vergangenen Jahr mit 14%. Hierbei gilt es zu beachten, dass auch online bereits jeder 6. Franken im Ausland ausgegeben wird.

Online-Lebensmittel: Sowohl coop@home wie auch LeShop vermeldeten zu Jahresbeginn ein gesteigertes Umsatzwachstum mit einer leichten Verschiebung der Marktanteile zu Gunsten Coop. Die Nummer zwei konnte im Vorjahr stärker zulegen.

SBB: Der grösste Bahnhof steht seit Anfangs 2014 nicht mehr in Zürich sondern im Internet. Mit einem Onlineumsatz von über CHF 430 Mio. sind die SBB richtungsweisend. Kommt hinzu, dass 70% aller elektronischen Tickets bereits über mobile Endgeräte gekauft werden. Die SBB App verzeichnet aktuell über 5 Mio Downloads und scheint damit beinahe flächendeckend auf Schweizer Smartphones installiert zu sein. Doch nicht alles lief bei den SBB nach Plan. Die Kooperation RAIL mit LeShop wurde ebenso eingestellt wie die Goodbox Abholstationen oder die elektronische Geldbörse Wally.

PKZ: Der Schweizer Modehändler konsolidierte 2014 einige Aktivitäten unter der Dachmarke PKZ und komplettierte damit seine Cross-Channel Strategie. Die Onlineplattform TheLook.com wurde ebenso zu PKZ umbenannt wie auch die Handelshäuser Feldpausch, die sich an die weibliche Kundschaft richteten. PKZ steht damit als Brand an allen Touchpoints mit demselben Namen. Und PKZ war auch der grosse Abräumer am diesjährigen E-Commerce Award inklusive SHEcommerce Spezialpreis und Champion Gesamtpreis. Dies veranlasst u.a. PKZ Besitzer und CEO Ph. Olivier Burger zu einer umgehend Pressemitteilung (PDF) was uns wiederum bestätigte, welche Relevanz der Award zwischenzeitlich hat.

Baumärkte: Coop Bau+Hobby machte im Juli den Anfang und lancierte damit die eigentliche Baumarkt-Rallye. Das Pendant der Migros mit Do It + Garden zog im September ebenfalls nach. Und von Hornbach wird erwartet, dass demnächst auch Heimlieferungen und nicht nur stationäre Reservationen online möglich sind.

Digitec: Der nach wie vor umsatzstärkste Schweizer Onlineshops mit Handelswaren beendete die wohl längste Beta-Phase der Schweizer E-Commerce Geschichte und nahm Mitte des Jahres seinen erfolgreichen aber arg in die Jahre gekommenen Onlineshop vom Netz. Der neue Digitec Onlineshop basiert auf der gleichen Plattform wie Galaxus aus demselben Haus. Digitec machte aber gleich zu Beginn des Jahres Schlagzeilen, als mit Marcel Dobler einer der 3 Gründer das Unternehmen verliess und dieser kürzlich seine Kandidatur 2015 für den Nationalrat ankündigte. Migros hält nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Digitec mit einer Option auf die Mehrheit, die im nächsten Jahr ausgeübt werden kann.

Zalando: Der Überflieger aus Berlin hält die Schlagzahl weiterhin hoch. Mit einem Volumen von 5.5 Mio Paketen und Umsätzen von CHF 325 Mio für 2014 alleine in der Schweiz (Carpathia Schätzung) festigte sich Zalando seine Position als grösster Paketkunde der Schweizer Post nach nur 3 Jahren hierzulande. Im Herbst ging das mittleweile in 15 Ländern aktive Unternehmen an die Börse. Die Aktie verlor erwartungsgemäss etwas nach dem IPO, notiert derzeit aber deutlich über dem Ausgabepreis. Nachdem der DACH-Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz) bereits seit längerem protifabel ist, erwartet Zalando für 2014 nun erstmals auf Gruppenebene eine schwarze Null.

NZZ: Nicht nur bzgl. Chefredaktor machte die „alte Tante“ jüngst Schlagzeilen. In Sachen E-Commerce erwähnenswert ist, dass die NZZ ihre eigenen Schnäppchen-Portale an DeinDeal abgestossen hat, wo der Betrieb und die Einlösung der Gutscheine sichergestellt wird. Aber auch bzgl. Digitale Transformation beachtenswert ist, dass sich der altehrwürdige Verlag von seiner Druckerei trennt und inskünftig bei der Konkurrentin Tamedia drucken lässt. Etwas, was vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

PCP: Der Elektronik-Pureplayer holt zum grossen Schlag aus und übernimmt Multichannel Händler STEG Computer. Oder anders gesagt, ein Kleiner schnappt sich einen Grossen.

Beliani: Ähnlich beim Schweizer Möbel Onlinehändler Beliani, einer der wenigen, der aktiv und erfolgreich ins Ausland expandiert. Beliani hat sich im Frühjahr die deutsche Plattform Avandeo geschnappt, die ihrerseits Insolvenz anmelden musste.

Ricardo: Ricardo lanciert seinen Händler-Marktplatz Ricardoshops.ch neu und bietet sowohl für nationale wie auch für ausländische Händler eine Komplettlösung vom Angebot über den Verkauf, Payment, Logistik, Fulfillment bis hin zur Retoure alles aus einer Hand. Aber nicht nur der Neustart des Marktplatzes sorgte für News, sondern auch die anhaltenden Verkaufsgerüchte mit einem kolportierten Verkaufspreis von USD 500 Mio für die gesamte Ricardo-Gruppe.

Bücher: Weitere Konsolidierung im Schweizer Buch- und Medienmarkt. Zuerst hat sich bol.ch aus der Schweiz zurückgezogen. Im Sommer dann wurden die Onlinewebsites von Thalia, Buch.ch und Books.ch gleichgeschaltet und gleichzeitig ist über die aktuelle Situation von Weltbild in der Schweiz wenig bekannt nach den Querelen um das deutsche Mutterhaus. Währenddessen Ex Libris scheinbar munter weiter ausbaut und derzeit seine stationären Flächen neu gestaltet und komplett digitalisiert.

Mobile: Wahrhaftig explodiert sind die mobilen Zugriffe auf Schweizer (E-Commerce) Sites im vergangenen Jahr. Zalando verzeichnet beispielsweise in der Schweiz den höchsten Mobile-Anteil in allen 15 Märkten wo man tätig ist. Aber auch im Rahmen des E-Commerce Reports bestätigten die Mitglieder des Leaderpanels dieses ungebrochene Wachstum. Hier haben wir eine Hilfestellung für die richtige Mobile Strategie publiziert.

Conversions-Killer: Der mühsame Onlineshop Conversion-Killer 3D-Secure wurde dieses Jahr mit einer verunglückten App ergänzt, so dass auch Mobile beeinträchtigt wird. Aber auch bzgl. der AGB-Checkbox bedarf es Aufklärung. Denn diese ist alles andere als gesetzliche Pflicht. Aber auch hier machen die (Schweizer) Kreditkarten-Institute einen Strich durch die Rechnung. Es scheint, als hätten die Kreditkarten wenig Interesse an einem florierenden Onlinehandel. Eigentlich eigenartig, evtl. ist es höchste Zeit, für neue Zahlungsmittel im E-Commerce?

Logistik ist Key: Ende 2013 lancierte Amazon die Drohne, dieses Jahr viel Konkretes aus der Schweiz. So investiert beispielsweise Interdiscount 70 Millionen in die Logistik, die Post eröffnete den Yellowcube als Fullservice Fulfillment Dienstleistung, Brack beteiligt sich an Logistik-Startup und ganz allgemein wollen die Händler die Kontrolle auf der letzten Meile. Aber auch dieses Jahr sorgte Amazon für Furore. Einerseits mit dem Patent für Anticipatory Shipping, anderseits mit dem vor wenigen  Tagen lancierten 1-Stunden-Lieferversprechen, vorerst in New York, demnächst in ihrer Nachbarschaft.

Widerrufsrecht: Hat es zu Beginn des Jahres noch den Anschein gemacht, dass auch die Schweiz ein Widerrufsrecht nach EU-Vorbild erhält für den Onlinehandel, hat sich das Blatt doch noch gewendet. Ein Widerrufsrecht in der Schweiz für den E-Commerce scheint vom Tisch. Die Erweiterung des bestehenden Widerrufsrechts für Haustürverkäufe wurde nur auf den Telefonverkauf ausgeweitet, nicht aber auf den Onlinehandel. Das Parlament hat anders als der überrumpelte Bundesrat entschieden.

Relaunches: In unseren regelmässigen Relaunch-Rallye Beiträgen versuchen wir mit der starken Anzahl an Launches und Relaunches Schritt zu halten. So haben auch im vergangenen Jahr wiederum zahlreiche Händler ihre Onlineplattformen neu gestaltet oder sind gänzlich mit neuen Konzepten gestartet. Nennenswert sind sicher die (Re)-Launches der



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