Pleitegeier über den stationären US-Elektronikmärkten

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Radio Shack
Radio Shack

Am Freitag meldete nun auch Radio Shack Insolvenz an und damit die mit über 4’000 Filialen grösste Kette mit Elektronik-Läden. Best Buy kommt gerade mal knapp auf die Hälfte wobei Radio Shack im Gegensatz zu Best Buy eher kleine Flächen und Formate betrieb.

Es ist dies jedoch nur ein weiterer Niedergang einer stationären Handelsmarke aus dem Elektronikbereich. Weitere Brands wie Circuit City (Konkurs 2008), Good Guys (übernommen 2003 von CompUSA, diese wiederum Konkurs 2012) oder aus der verwandten Branche TowerRecords (Konkurs 2004) oder Virgin MegaStores (in den letzten Jahren bis auf wenige Ausnahmen alle Läden weltweit geschlossen).

Alles bekannte Namen, die von der Bildfläche verschwunden sind und allen gemeinsam, weil sie keine Chance hatten gegen den Onlinehandel speziell oder die Digitalisierung generell.

Auch deren Online-Plattformen konnten kaum etwas ausrichten, weil sie isoliert betrachtet/betrieben wurden, keinerlei Cross-Channel Services boten. Oder schlicht gesagt, die Kunden sahen keinen Mehrwert, ihre Elektronikartikel nicht bei einem reinen Onliner zu ordern.

Wie wird sich da in unseren Breitengraden ein Media-Markt, eine Mobilezone und andere behaupten können? Die genannten US-Branchen hatten in Relation ähnliche Marktdominanz – hatten.

Mit Radio Shack verabschiedet sich nun eine Ikone. Zuletzt war gar noch Amazon im Gespräch, das die Radio Shack Filialen übernehmen sollte. Es dürfte sich wohl um ein Gerücht handeln. Anderseits wären das 4’000 Logistik-Hubs gewesen, denn in den effektiven stationären Einzelhandel würde Amazon wohl nie investieren.

Der Hedgefonds Standard General wird nun etwas mehr als die Hälfte der Filialen übernehmen. Derweil das Silicon Valley in Nostalgie schwelgt wie das Wired-Magazin titelt “How RadioShack Helped Build Silicon Valley“. Und Radio Shack bedankt sich auch artig dafür.

 


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