«Hersteller diktieren Händlern höheren Preis als auf eigener Website»

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Klar, vermutlich sind wir noch 3-4 Jahre zu früh für so eine Headline. Aber auszuschliessen ist es nicht.  Denn wenn man den diese Tage schwelenden Konflikt zwischen den Schweizer Reisebüros und Lufthansa/Swiss betrachtet, ist es eigentlich nichts anderes.

Die Airlines wollen bei Buchungen, die über die globalen Reservierungssysteme (der Reisebüros) erfolgen, künftig 16 Franken verlangen. Die Reisebüros sprechen von einer Diskriminierung der Vertriebskanäle: Denn wer direkt über die Website der Fluggesellschaft bucht, muss die Gebühr nicht bezahlen

Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade Touristik-Services wie Flüge, Hotels und Mietwagen mit rund 3-5 Jahren Vorsprung komplett ins Internet abgewandert sind und immer wieder Vorbildcharakter hatten. Je nach Studie werden heute zwischen 50-80% aller Touristik-Leistungen von den Reisenden online gebucht.

Dass also in naher Zukunft Hersteller den Händlern höhere Preise diktieren als sie auf ihren eigenen Onlineplattformen anbieten, würde ich alles andere als ausschliessen.

Da darf man an dieser Stelle durchaus wieder mal auf die Evolution von Markenherstellern im E-Commerce von Adrian Hotz, inside eCommerce, hinweisen. Lufthansa/Swiss sind demnach auf Kurs und in Stufe 5 angekommen.

Die Evolution von Markenherstellern im E-Commerce - inside eCommerce - Quelle: http://www.insideecommerce.de/markenhersteller
Die Evolution von Markenherstellern im E-Commerce – inside eCommerce – Quelle: http://www.insideecommerce.de/markenhersteller


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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

1 KOMMENTAR

  1. Da muss man gar nicht mehr warten. In der Grosshandelsbranche ist das bereits Realität. UFS, Nestlé, Mars, etc. machen das bereits heute. Die einzigen Gründe warum zum Beispiel der Lebensmittelgrosshandel (ausser Ultrafrisch) eine Existenzberechtigung hat sind der Service (Lieferung in den Keller, Retourenmanagement, Beratung, usw.) und das Vollsortiment welches sich über alle Warengruppen erstreckt. Damit die Produzenten, welche keinen solch hohen Servicegrad haben noch etwas direkt an den Kunden bringen können müssen sie die grössten Endkonsumenten ansprechen der schiere Massen einkauft und das geht nur über den Preis. Als Resultat definiert der Produzent den Verkaufspreis. Natürlich nicht direkt, denn dann wäre es ja ein Kartell, er setzt den Einstandspreis für den Händler genau richtig an und dieser rechnet seine Prozesskosten drauf (die in der Branche ein offenes Geheimnis sind). Somit wird das Produkt zum gewünschten Preis des Produzenten verkauft.

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