Tamedia: Was der Verkauf von FashionFriends und Stromberg für die Zukunft von Ricardoshops bedeutet

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Gestern vermeldete Tamedia, dass die Betreiber von BestSecret per 1. April sämtliche Aktien der Swiss Online Shopping AG übernommen haben.

Tamedia hat nach der letztjährigen Übernahme von Stromberg in dieser neuen Gesellschaft ihre Fashion-Onlineshops gebündelt, neben Stromberg auch die langjährige Beteiligung an FashionFriends.

Stromberg und FashionFriends gehen an die Betreiber von BestSecret
Stromberg und FashionFriends gehen an die Betreiber von BestSecret

Der Verkauf der Fashion-Onlineshop-Plattformen an die Münchner Schustermann & Borenstein GmbH markiert damit wohl auch das Ende der Online-Handels-Aktivitäten der Tamedia, wie Christoph Brand, Leiter Digital bei Tamedia in der Mitteilung zitiert wird:

«Wir möchten uns in Zukunft im Bereich E-Commerce in erster Linie auf unsere Online-Marktplätze und Classifieds-Plattformen konzentrieren.» 

Daraus lässt sich schliessen, was in der Branche bereits seit längerem als wahrscheinlich gilt. Im Gegensatz zu Ringier (DeinDeal, Geschenkidee etc.) scheint Tamedia wenig Freude am Handelsgeschäft zu haben.

Und damit dürften auch die Tage von Ricardoshops gezählt sein, dass sich einerseits als Online-Warenhaus positioniert hat und anderseits bei der Neulancierung gerade für ausländische Händler einen interessanten Marktzugang zur Schweiz ermöglichen wollte (ricardoshops.ch strategisch neu als Online Shopping Center für in- und ausländische Händler positioniert).

Gerade dieser Cross-Border Service war auch einer der USPs, der nach der Übernahme durch Tamedia nicht mehr aktiv weiterverfolgt und sukzessive zurückgefahren wurde, wie unterschiedliche Quellen berichten. Tamedia hätte wenig Affinität zum Handelsgeschäft und den damit zusammenhängenden Prozessen gezeigt. Es würde demnach kaum jemanden überraschen, wenn ein Mitbewerber sich dieses interessante Geschäftsfeld schnappen würde.

Schweizer Marktplätze: Unter Amazons Gnaden

Währenddessen sich die Marktplatz-Landschaft in der Schweiz bunt weiterentwickelt. Allen voran mit dem Online-Warenhaus Galaxus das zur Mehrheit der Migros gehört, Siroop die “happy Shopping” Plattform von Coop/Swisscom die in den kommenden Wochen so richtig durchstarten soll und KALOKA der Schweizer Post, der diese Woche neu lanciert wurde und sich primär an stationäre Kleinhändler richtet.

Die Entwicklung der Schweizer Marktplätze ist aktuell sehr spannend zu beobachten. Doch auch diese geschieht vor dem Hintergrund, wann Amazon die Schweiz einmal richtig ins Visier  nimmt. Denn es bleibt lediglich eine Frage des “wann” und schon lange nicht mehr, des “ob”.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

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