Coop integriert coop@home in coop.ch und startet Beta-Phase

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Am Freitag startete Coop die Beta-Phase mit der neuen Coop-Plattform beta.coop.ch. Damit steht der Online-Supermarkt im Zentrum der Konzern-Plattform und die Corporate-Inhalte mussten aus dem Schweinwerferlicht weichen.

Wo Coop drauf steht, scheint künftig auch Coop drinnen zu sein. Oder anders gesagt, wer an Coop denkt – und coop.ch aufruft – steht im Supermarkt, wofür Coop in der Bevölkerung primär auch steht.

Startseite der neuen coop.ch Plattform / Quelle: beta.coop.ch
Startseite der neuen coop.ch Plattform / Quelle: beta.coop.ch

Angekündigt wurde dieses Verschmelzen der beiden Coop-Sites bereits im Februar von Konzern-Chef Joos Sutter, der damit unterstrich, dass der Online-Einkauf von Lebensmitteln zentral wird. Auch Mitbewerberin Migros arbeitet offenbar mit Hochdruck an der Integration von LeShop in MFO (Migros Food Online) – beides haben wir als neue Ernsthaftigkeit im Schweizer Online-Lebensmittelhandel identifiziert.

Das Supermarkt Sortiment steht unmissverständlich im Zentrum der neuen Coop-Site, zusammen mit den Filialstandorten. Alles weitere, von Kundenkarte über Unternehmensinhalte, Engagements bis hin zu Medien und Jobs trat ins zweite Glied zurück und findet sich vornehmlich im Footer. Selbst Coops Weinclub Mondovino scheint Bestandteil der neuen Coop-Plattform zu werden.

coop@home reloaded

Der integrierte Supermarkt basiert wiederum auf der konzerneigenen SAP Hybris Plattform und bietet gegenüber dem produktiven coop@home erweiterte Funktionen.

Einerseits kann (endlich) direkt aus der Suche bestellt werden, etwas was bei der Konkurrentin LeShop bereits seit längerem möglich ist. Gerade beim Einkauf von Lebensmitteln stellt dies eine grosse Erleichterung dar für den schnellen Einkauf. Denn für viele Produkte muss nicht zuerst die Produktdetailseite aufgerufen werden.

Einkaufen diekt aus den Suchresultaten / Quelle: beta.coop.ch
Einkaufen diekt aus den Suchresultaten / Quelle: beta.coop.ch

Auch lassen sich mehrere Filialen favorisieren; pro Produkt wird die Filialverfügbarkeit in den bevorzugten Standorten angezeigt womit informativ die verschiedenen Kunden-Touchpoints verschmelzen oder wie es Joos Sutter in seinem Interview mit persönlich formulierte:

Coop@Home wird nun in einen Omnichannel integriert.

Artikelverfügbarkeit in den bevorzugten Filialen / Quelle: beta.coop.ch
Artikelverfügbarkeit in den bevorzugten Filialen / Quelle: beta.coop.ch

Weiterhin finden sich auch auf der neuen Plattform jüngere Innovationen wie die Bäckerei, die Fisch-Theke, das Chäs-Hüsli oder die Online-Metzgerei, die nahtlos integriert scheinen.

Fleisch-"Konfiguration" beim Online-Metzger / Quelle: beta.coop.ch
Fleisch-“Konfiguration” beim Online-Metzger / Quelle: beta.coop.ch

Wie lange die Beta-Phase dauert, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Es gibt noch einige “inhaltliche Unebenheiten” wie zahlreiche tote Links bspw. auf der neuen Lounge-Seite, die sinnigerweise alle in einen “/trash” Pfad linken. Doch das sind Kleinigkeiten und eben, es ist ja noch Beta.

Unmissverständliches Signal

Die Online-Supermärkte wurden während dem Corona-Shutdown regelrecht überrannt (Nachfrage wegen Covid-19 bringt Schweizer Onlinehändler an Kapazitätsgrenzen) und mussten massiv neue Kapazitäten schaffen. So hat Coop kurzfristig Ende März das Top-100 Sortiment lanciert und hierzu neue Logistik-Infrastuktur aufgebaut (Blick in die neue 6000m2 grosse Coop Top-100 Logistikhalle).

Ob mit oder ohne Corona; die neue beta.coop.ch und damit bald die neue coop.ch Site ist nun ein unmissverständliches Signal, welchen Stellenwert der Onlineverkauf von Lebensmitteln innerhalb des Konzern hat oder bekommen soll.

Die heutige Corporate-Homebase weicht dem Online-Supermarkt und folgt damit mutmasslich dem Bedürfnis der Kunden, die unter coop.ch eben das erwarten, wofür Coop in ihrem Alltag steht – dem Einkauf von Lebensmitteln.



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Thomas Lang, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, unterstützt Unternehmen bei der Strategieentwicklung von digitalen Vertriebsmodellen, beim Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen, bei Expertisen rund um Onlinehandel und der operativen Umsetzung im Bereich Organisation, Prozesse, Innovation, Change-Management und Unternehmenskultur. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Carpathia AG, der unabhängigen und neutralen Unternehmensberatung für Digital-Business, E-Commerce und Digitale Transformation im Handel. Zudem ist er Autor von zahlreichen Fachartikeln und -studien, Dozent für Online-Vertriebsmodelle an verschiedenen Hochschulen sowie gefragter Keynote-Speaker zu E-Commerce und Digital Transformation im Handel. Er ist Initiator und Organisator der Connect - Digital Commerce Conference sowie des Digital Commerce Awards. Der von ihm gegründete Carpathia Digital-Business-Blog (https://blog.carpathia.ch) zählt im deutsch-sprachigen Raum zu den wichtigsten unabhängigen Publikationen im Digitalen Handel. Medien bezeichnen ihn als digitalen Vordenker, zitieren und interviewen ihn regelmässig .

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