Fashion-Studie 2030: Mode wird zu 50 % online verkauft

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Nachdem wir diese Woche mit den Umsatzzahlen Zalando Schweiz 2020 bereits einen Beitrag zum Thema Fashion hatten, bleiben wir noch dabei und schauen jetzt in die Zukunft: Mit der aktuellen Studie Fashion 2030 von KPMG in Kooperation mit dem EHI.

Vorab zur Einordnung der Ergebnisse und Berücksichtigung: Sämtliche Statistiken beziehen sich auf den deutschen Markt. Die Resultate aus der Kundenbefragung basieren auf einer deutschlandweiten repräsentativen Umfrage.

Strategische Weichen für die Zukunft

Der Modehandel kämpfte schon vor der Pandemie und wurde von dieser Krise noch mehr geschwächt – Ausnahmen wie Zalando vorbehalten. Mehr denn je gilt es, heute die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.

Die Studie von KPMG und EHI will dafür Anhaltspunkte geben und geht unter anderem folgenden Fragen auf den Grund: Wie wird sich das Konsumverhalten konkret verändern? Welche neuen Geschäftsmodelle dürften sich im Markt durchsetzen?

2030 wird Fashion zu 50 % online verkauft

Gemäss einer Hochrechnung des EHI Retail Institutes wird sich die Umsatzverteilung je Vertriebsweg (online / stationär) bis 2030 stark zu Gunsten des Onlinehandels entwickeln. Die Umsatzanteile von online und stationär werden in rund 10 Jahren gleich hoch prognostiziert.

Prognostizierte Umsatzentwicklung je Vertriebsweg bis 2030 – Quelle: KPMG/EHI

Von KPMG interviewte Händler rechnen einhergehend mit dieser Prognose mit einer Flächenreduktion von 50 Prozent. Veränderungen an den Flächenkonzepten sind unumgänglich. Eine Chance sehen die Studienautor*innen in der Bereinigung der eigenen Filialnetze sowie der zielgruppenspezifischen und zukunftsfähigen Konzeption beibehaltener Filialen.

Kundenbedürfnisse im Fashionhandel

Die Prognose zur Umsatzverteilung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass zum aktuellen Zeitpunkt das Ladengeschäft noch der präferierte Kanal von rund zwei Dritteln der befragten Konsument*innen ist.

Das Ladengeschäft ist noch der präferierte Kanal für den Kleidungskauf – Quelle: KPMG/EHI

Konsument*innen gaben an, sie würden gar vermehrt Mode stationär einkaufen, wenn es günstiger wäre als online (44 %), wenn sie vorher wüssten, ob die verfügbare Kleidung im Laden vorhanden ist (42 %) oder wenn sie dort sofort ihre Grösse finden würden (42 %). Ausserdem gaben 24 Prozent der Befragten an, ein Einkaufserlebnis würde sie vermehrt in den Laden locken sowie bei 18 Prozent ein kompetente Beratung.

Diese Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Produktverfügbarkeitsinformationen sind. Konkret heisst das: Zu wissen, ob die Hose nun in der Filiale in Winterthur erhältlich ist reicht nicht aus. Die Konsumentin will auch wissen, ob sie ihre Grösse dort findet.

Aus der Studie geht deutlich hervor: Die Kundschaft wünscht zunehmend Omnichannel-Konzepte. Dies trifft noch mehr für Frauen als für Männer zu.

Konsument*innen wünschen sich Omnichannel-Konzepte – Quelle: KPMG/EHI

Die Studie hebt des Weiteren die Wichtigkeit der optimalen Verzahnung von Online- und Offline-Welten hervor. Ausserdem machen die Autor*innen auf die Entwicklung aufmerksam, dass der Onlinehandel sich vom stationären Handel differenzieren wird. Letzterer wird den persönlichen Kontakt sowie die Serviceberatung weiter ausbauen.

Green Fashion und Re-Commerce

Neben Flächenreduktion und Omnichannel Customer Journey wird auch Green Fashion als Megatrend in der Studie ein Kapitel gewidmet. Die Kundenbefragung zeigt unter anderem auf, wie hoch die Akzeptanz hinsichtlich Secondhand-Kleidung, nachhaltiger Kleidung und recycelter Kleidung ist. Die Befragten favorisieren die nachhaltige Kleidung, jedoch stösst auch das Konzept der Recycling-Kleidung auf grosse Resonanz.

Das beliebteste und am meisten genutzte nachhaltige Modekonzept ist der Kauf nachhaltiger Kleidung – Quelle: KPMG/EHI

Obwohl Secondhand-Fashion bei Kund*innen gemäss Umfrage weniger hoch im Kurs ist, wird dem in der Studie Potential beigemessen. Zwei Szenarien wären möglich: Re-Commerce wird 2030 auf dem Massenmarkt angekommen sein und 20 Prozent des Marktvolumens auf sich vereinen oder aber der Anteil wird, in einem nachhaltig-trägen Szenario, maximal 5 Prozent ausmachen und Re-Commerce wird eine Nische bleiben.

Die Frage ist nun, wie geht man als Modehändler und -hersteller mit diesen Megatrends um? Es gibt nicht die eine Lösung – jedes Unternehmen muss eine eigene, für sich optimale und zukunftsfähige Strategie finden. Sicher ist jedoch: E-Commerce/Omni-Channel, neue Technologien und Nachhaltigkeit werden darin eine Rolle spielen.

Die Studie Fashion 2030 kann hier kostenlos heruntergeladen werden.



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