Studie Internetnutzung 2021: Es gibt noch Leute, die’s nicht nutzen!

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Die Studie zur Internetnutzung in der Schweiz 2021 kann man eigentlich so zusammenfassen: Es gibt noch wenige Leute, die es nicht nutzen. Für die meisten ist das (mobile) Internet bzw. E-Commerce Alltag.

Das Forschungszentrum für Handelsmanagement der HSG unter der Leitung von Prof. Thomas Rudolph hat, gesponsert von der Swiss Retail Federation und dem Schweizerischen Handelsverband, die Internetnutzung von Herr und Frau Schweizer im Pandemiejahr 2021 untersucht.

Die Ergebnisse zeigen klar, dass das Internet für alle Altersgruppen ein immer wichtigerer, beziehungsweise schon alltäglicher, Punkt in der Customer Journey ist.

Fast 3/4 aller über 55-Jährigen nutzen das mobile Internet täglich

Den markantesten Sprung in der Internetnutzung machten die über 55-Jährigen: Während 2019 erst 50% das Internet täglich nutzten, sind es 2021 bereits 72%. Bei den 35-54-jährigen stieg der Anteil von 82% auf 91% und bei den jüngeren ist er praktisch 100%.

Man kann zusammenfassen: Herr und Frau Schweizer haben ein Smartphone in der Tasche und benutzen es täglich. Die Internetnutzer nutzen das Smartphone zur Kommunikation, um News zu erhalten oder sich zu amüsieren und, an vierter Stelle, um Produktinformationen zu erhalten. An fünfter Stelle folgen als Gründe Weiterbildung, Musik hören und dann, an siebter Stelle, Produkte und/oder Dienstleistungen zu kaufen. Die Motive sind verglichen mit 2019 stabil.

Die Schweizer surfen in der Schweiz

Die beliebtesten Onlineshops der Schweiz sind stark von Schweizer Händlern dominiert. Unter den 10 umsatzstärksten Shops sind lediglich 3 ausländische (Amazon, Zalando und Aliexpress), und diese haben gegenüber 2019 alle leicht an Umsatz verloren, während die grossen Schweizer Shops stark an Umsatz zugelegt haben.

Aufsteiger und Absteiger der Top 20 Schweizer Onlineshops, Quelle: Studie Internetnutzung
Schweiz 2021, HSG, S. 39

Mobile first ist Tatsache

Während viele Agenturen schon lange Mobile first predigen, stellt die Studie fest, dass tatsächlich bereits fast 40% der online Bestellungen auf einem Smartphone und nicht mehr auf einem Desktop aufgegeben werden. In der Customer Journey nimmt das Smartphone auch weiterhin einen immer wichtigeren Stellenwert ein – oder anders formuliert: Kein Händler kommt am Smartphone mehr vorbei.

Veränderung in der Kanalpräferenz nach Prozentpunkten von 2019 zu 2021, Quelle: Studie Internetnutzung Schweiz 2021, HSG, S. 103

Mobile Payment ebenfalls

Wer ein Smartphone in der Tasche hat, nutzt dies auch immer öfters zum zahlen. Die Altersgruppe der 25-35-Jährigen führt diesen Trend an: In dieser Altersgruppe zahlen bereits fast ein Drittel mit dem Smartphone.

Onlineshopping ist Alltag

Der Lockdown während der Pandemie hat viele Menschen ihre Bedenken bezüglich Datenschutz und/oder Sicherheit beim Onlinehandel über Bord werfen lassen. Gleichzeitig haben die Händler mit besseren Produktinformationen die Unsicherheit beim Kunden reduziert.

Hindernisse für den online Handel wurden aus allen Richtungen abgebaut: Shops wurden besser, Produktinformationen genauer, Lieferkonditionen flexibler und schneller und die Kunden auf der anderen Seite rüsteten sich mit Kreditkarten, 3D-secure und so weiter aus, um am Onlinehandel teilnehmen zu können.

Somit ist nun eine noch grössere Anzahl Menschen gewohnt, online zu shoppen. Im Schnitt geben Herr und Frau Schweizer übrigens monatlich rund CHF 200.- fürs Onlineshopping aus – Männer dabei sogar etwas mehr (CHF 207.-)  als Frauen (CHF 172.-).

Social Shopping als das neue Normal

Die Social-Media-Netzwerke mausern sich vom „Influencer Netzwerk“ zu ernstzunehmenden Commerce-Kanälen. 7.4% der unter 25-jährigen nutzen soziale Plattformen wie Facebook oder Instagram häufig oder sehr häufig zum Einkaufen. Von den 25-34-Jährigen nutzen über 10% häufig oder sehr häufig Facebook Marketplaces zum Shoppen. Einzig die über 55-Jährigen lassen sich bis jetzt von diesem Trend noch nicht beeindrucken. So schlussfolgern die Studienautoren denn auch, dass keine erfolgreiche Marke mehr an Social-Media-Marketing vorbei kommt.

Wir von Carpathia sind mit den Studienautoren einig:

  • E-Commerce wird weiter wachsen
  • Mobile wird immer wichtiger
  • Social Commerce als grosser Trend der nächsten Jahre

Die Studie kann hier bei der HSB bezogen werden.



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Esther Pfister ist Partnerin bei Carpathia und Unternehmerin: Mit Stoffwald betreibt sie einen Marktplatz um Frauen aus der DIY-Branche eine Plattform für zukunftssichere digitale Geschäftsmodelle zu bieten. Bevor Esther Unternemherin wurde, war sie in der Geschäftsleitung von C&A Schweiz und Beraterin beim internationalen Strategie-Unternehmen McKinsey. Esther hat ein MBA in INSEAD in Singapur, einen Master in Mathematik der Uni Bern und Oslo sowie ein Studium in Fashion Business. Esther spricht 7 Sprachen und lebt mit ihrer Familie in Zürich.

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