Retail Outlook 2022: Detailhandel erneut fest im Griff der Corona-Pandemie

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Die Credit Suisse hat ihren Retail Outlook wie stets zu Jahresbeginn veröffentlicht. Im Fokus der diesjährigen Studie liegen die «Special Days» des Handels, die aus Sicht der Konsumierenden und der Detailhändler betrachtet werden.

Wir stellen die Essenz des Retail Outlook 2022 in einer dreiteiligen Serie vor. In diesem ersten Beitrag geben wir einen Rückblick 2021 sowie einen Ausblick auf das Jahr 2022. In Teil zwei und drei legen wir den Fokus auf die «Special Days» aus Sicht der Konsumierenden und der Detailhändler.

Rückblick 2021

Wurde der Detailhandel im 2020 bereits stark durchgerüttelt von der Corona-Pandemie und den einhergehenden Schutzmassnamen, so hatte die Pandemie auch im 2021 den Detailhandel weiter fest im Griff.

Vor allem im ersten Quartal waren die Auswirkungen auf den Handel gross, durch die angeordnete Schliessung der Gastronomie und den Ladengeschäften des nichttäglichen Bedarfs. Wie untenstehende Grafik zeigt, ist der Non-Food Bereich von diesen Massnahmen negativ getroffen worden, obwohl im Vergleich zum ersten Lockdown immerhin Baumärkte und Gartencenter offen halten durften. Anbieter von Food-und Near-Food Produkten hingegen profitierten von der eingeschränkten Konkurrenzsituation im Hinblick auf die Gastronomieschliessungen und eingeschränktem Einkaufstourismus.

Abbildung 1: Umsätze Food/Near-Food und Non-Food – Quelle: Credit Suisse Retail Outlook 2022

Der Blick auf die Sortimente zeigt, dass der Bereich Schuhe- und Bekleidung wie bereits im Vorjahr die grössten Umsatzeinbussen verzeichnen musste (Abb. 2). Besonders ausgeprägt waren die Einbussen in den Lockdown-Monaten Januar und Februar. Der Vergleich bezieht sich auf das Vorkrisenjahr 2019. Die Bereiche Freizeit sowie Haushalt und Wohnen hatten in dieser Zeit ebenfalls mit einem markanten Volumeneinbruch zu kämpfen, profitierten jedoch mit der stationären Wiedereröffnung von einem starken Nachholkonsum.

Bemerkenswert ist die Performance der Heimelektronik, die trotz geschlossenen Läden auch in den Monaten Januar und Februar ein beachtliches Wachstum erzielte. Unterstützt in dieser Produktkategorie hat offensichtlich der bereits hohe Onlineanteil sowie eingespielte Prozesse bei den Anbietern und Konsumenten.

Abbildung 2: Umsatzentwicklung nach Branche – Quelle: Credit Suisse Retail Outlook 2022

Insgesamt wird festgestellt, dass es dem Detailhandel 2021 mehrheitlich besser lief, als erwartet. 50% der befragten Detailhändler konnten die budgetierten Umsätze teilweise deutlich übertreffen und mehr als die Hälfte (51%) erwirtschafteten ebenfalls mehr Gewinn als erwartet. Nur gerade 10% der Anbieter verfehlten ihre Gewinnziele.

Mehr Umsatz im Inland durch geschlossene Grenzen

Von Ende 2020 bis Mai 2021 waren die Grenzen zum wichtigsten Einkaufstourismusland Deutschland geschlossen. Auch in den anderen Nachbarländern war der Einkauftourismus während einigen Monaten eingeschränkt. Dies zeigt sich mit bemerkenswerter Signifikanz in den Zahlen. Im ersten Halbjahr 2021 flossen rund 23% weniger in den Einkaufstourismus als vor der Pandemie.

Abbildung 3: Einkaufstourismus – Quelle: Credit Suisse Retail Outlook 2022

Ausblick 2022

Während für das Jahr 2021 nur knapp die Hälfte der befragten Entscheidungsträger*innen ein Umsatzwachstum erwartete, sind die Detailhändler für das Jahr 2022 durchaus optimistisch. Zwei Drittel gehen davon aus, dass sie ihre Umsätze steigern können. Eine Gewinnsteigerung erwarten jedoch nur 48% der Anbieter.

Auch bezüglich Digital Commerce ist die Meinung der Praktiker überaus eindeutig. Mit einer sehr hohen Zustimmung von 87% werden Zuwächse im Online- und Versandhandel Schweiz erwartet.

Die Studienautoren der Grossbank hingegen sind weniger euphorisch. Aufgrund des erwarteten Wegfalls der pandemiebedingten Effekte, die in den letzten beiden Jahren die Umsätze gestützt haben, wird ein Rückgang der Detailhandelsumsätze von 4% erwartet. Im Food-Bereich wird mit einer Einbusse von 5.5% gerechnet, beim Non-Food von 2.8%. Beim Onlinehandel wird ein Nullwachstum angenommen. Wir von Carpathia schliessen uns der Zuversicht der Händler an und rechnen mit einem Onlinewachstum von 8-10%.



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