Zur Rose Group ist 2021 gewachsen, schreibt hohe Verluste und erwartet im 2022 ein Nullwachstum

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Die Zur Rose Group hat heute ihren Geschäftsbericht 2021 publiziert. In der Medienmitteilung spricht das Unternehmen aus Frauenfeld von einer im 2021 konsequent fortgesetzten Wachstumsstrategie. Dies insbesondere im Bezug auf die Schaffung einer bestmöglichen Basis für die Nutzung der Potentiale aus der bevorstehenden Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland und der Internationalisierung.

Erreichte Umsatzerwartungen, negatives Betriebsergebnis

Der Aussenumsatz konnte im 2021 um 15.5 Prozent auf CHF 2’034 Mio. gesteigert werden, womit die Erwartungen erfüllt werden. Die Anzahl der aktiven Kund*innen wuchs gar etwas stärker als der Umsatz: um über 18 Prozent mehr Kunden zählte die Zur Rose-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr, was einem Total von über 12.4 Millionen entspricht. Eine grosse Kundenbasis ist eine wichtige Voraussetzung, um beim Start des E-Rezepts in der Pole-Position sofort zu profitieren. Nachdem der geplante Start des E-Rezepts auf Januar 2022 von der Deutschen Bundesregierung verschoben wurde, erwartet Zur Rose den Start in der zweiten Hälfte dieses Jahres.

Ergebnisseitig wird ein hoher Verlust ausgewiesen. Die um Einmaleffekte bereinigte EBITDA beläuft sich auf CHF -128.9 Mio., der Reinverlust beträgt CHF -225.7 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr (CHF -135.6 Mio.) hat sich der Reinverlust um 66% erhöht. Analysten haben tiefere Verluste erwartet.

Ein Kostenpunkt der im Vorjahresvergleich stark gestiegen ist, sind die Aufwände für das Wachstum. Die umfangreiche Marketingkampagne „Das neue Gesund“ welche in Deutschland im Februar 2021 lanciert wurde, wird dabei explizit als Kostentreiber genannt. Die Kampagne zielte auf das ursprünglich auf Anfang 2022 angesetzte verpflichtende E-Rezept, das Ende 2021 überraschend verschoben wurde.

Kampagne „Das neue Gesund“ von DocMorris

Nullwachstum im 2022, Break-even im 2024 erwartet

Aufgrund des unsicheren Zeitpunkts der E-Rezept Einführung in Deutschland werden für 2022 keine Umsätze aus diesem Bereich budgetiert. Die Gruppe legt denn auch kurzfristig den Fokus auf der Hebung von Synergien und Profitabilität und weniger auf Wachstum im strategisch weniger interessante OTC-Markt. Aufgrund reduzierter Marketingausgaben wird für 2022 auf Gruppenebene ein Nullwachstum beim Aussenumsatz erwartet. Nichtsdestotrotz wird im Teilsegment der Kernmarke DocMorris ein zweistelliges Wachstum angestrebt.

Für das 2022 wird, auch aufgrund von fortgesetzten Investitionen, mit einem negativen EBITDA von CHF 75 Mio. bis CHF 95 Mio. gerechnet. Erwartet wird der Break-even im Jahr 2024. Überraschend ist, dass im Ausblick das bisherige mittelfristige Umsatzziel von CHF 4 Mia. nicht mehr aufgeführt wird. Die Zahlen und Aussagen im Geschäftsbericht zeigen, dass die Zur Rose Wachstumsstory kurzfristig auf on-hold gesetzt wird. Mittel- und Langfristig sehen wir mit der Einführung der E-Rezepts jedoch weiterhin enorm vielversprechendes Potential für das zukünftige E-Health Ökosystem.

Zur Rose in der Schweiz

In der Schweiz kann Zur Rose den Umsatz weiterhin steigern, dies geht aus dem Finanzbericht hervor. Im Geschäftskundensegment stieg der Umsatz von CHF 449 Mio. um 4.5 Prozent auf CHF 469 Mio. Knapp 8 Prozent legte der Umsatz im B2C zu, von CHF 139 Mio. auf CHF 150. Mio.



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