Ein Jahr «Pilotprojekt» ALDI-now – das Fazit im Interview

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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ALDI mit ALDI-now den Einstieg in den Schweizer E-Food gewagt hat (wir berichteten «Aldi startet mit ALDI-now in den Schweizer E-Food»).

Wir haben uns damals gefragt, ob der Discounter zum ernsthaften Konkurrenten der Schweizer Lebensmittel-Online-Platzhirsche Migros Online und coop.ch werden könnte. Davon will David Biernath, Marketing Director und Verantwortlicher für ALDI-now, heute noch nichts wissen. Im exklusiven Kurz-Interview mit uns spricht er auch darüber, wie das Pilotprojekt «Onlineshop» weitergeführt wird und inwiefern ALDI-now von der aktuellen Wirtschaftslage profitiert.

[Carpathia] Seit einem Jahr seid ihr mit ALDI-now online: Wie zufrieden seid ihr mit der Entwicklung?
[David Biernath] Vor einem Jahr startete ALDI SUISSE in Zürich das Testprojekt für seinem neuen Lebensmittel-Lieferdienst ALDI-now. Das Projekt ist bisher sehr erfolgreich verlaufen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, mit dem Angebot weiter zu expandieren. Kundinnen und Kunden können nun in den Gebieten Zürich, Bern, Basel, Genf, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Lausanne und Lugano das Angebot nutzen. Bezüglich Zahlen wollen wir noch nichts sagen. Nur so viel: Die Anzahl der wiederkehrenden Kunden steigt von Monat zu Monat an. Und: Wir verzeichnen ein monatliches Umsatzwachstum seit dem Start im Dezember 2021.

[Carpathia] Wird ALDI-now bald zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von coop.ch und Migros Online?
[David Biernath] Derzeit sehen wir uns noch nicht gross als Konkurrenten der grossen Schweizer Lebensmittel-Onlinehändler. Wir wachsen aber täglich und freuen uns, unseren Teil zum schwierigen Challenge «Lebensmittel Online Shopping einkaufen» beitragen zu können.

[Carpathia] Zum Start letztes Jahr seid ihr mit tiefen Lieferkosten von CHF 4.90 bei einem Warenkorbwert von CHF 100.- ins E-Food-Rennen gegangen. Inzwischen habt ihr die Lieferkosten für einige Gebiete auf CHF 14.90 erhöht. Warum?

[David Biernath] Die Lieferkosten, die wir an unseren Dienstleister zahlen, variieren je nach Entfernung zur Filiale und Verkehrsanbindung. Postleitzahlen mit grösserer Entfernung zur Filiale und/oder schwieriger Verkehrsanbindung durch zum Beispiel eine abgelegene Lage, fallen in die höhere Lieferkostenkategorie. Da das Interesse auch in diesen Gebieten besteht, wollen wir diesen Personen den Service nicht vorenthalten. Hier sind aber die Lieferkosten von unserem Partner sehr hoch. Diese verrechnen wir nicht 1:1 weiter, sondern subventionieren sie. Trotzdem sind wir hier gezwungen, aufgrund der Wirtschaftlichkeit die Gebühren zu erheben. Knapp 80 % unserer Postleitzahlen führen weiterhin die niedrigen Lieferkosten von 4.90 CHF.

[Carpathia] Inwiefern «profitiert» euer Online-Geschäft von der aktuellen Wirtschaftslage?
[David Biernath] Da wir auch online top Qualität zum besten Preis anbieten (siehe z.B. Ktipp/bon-a-savoir Untersuchungen), spüren wir im Onlineshop, wie auch in unseren Filialen, dass wir hier ein grosses Kundenbedürfnis ansprechen. Wir wollen unser Bestes tun, alle Schweizer*innen in der aktuellen Wirtschaftslage bestens unterstützen.

[Carpathia] Was sind eure Ziele/nächsten Entwicklungsschritte?
[David Biernath] Unser Service wird laufend verbessert, so zum Beispiel mit der Integration von TWINT, Stockwerkzustellung oder Rücknahme der Taschen und Kühlpads.

Die Kundinnen und Kunden geben uns laufend Rückmeldungen. Dies wird berücksichtigt und in unseren Backlog eingespielt. Nächste grössere Schritte sind die Webshop-Optimierung und die Entwicklung eines nachhaltigeren Verpackungskonzepts. Seit August arbeiten wir ausserdem mit dem Zusteller Gastro-Kurier zusammen. Hier haben wir noch die grössten Herausforderungen, arbeiten aber gemeinsam sehr gut daran. Seit Oktober machen wir das Picking in den Filialen mit unseren eigenen Mitarbeitenden.


Und dann noch eine Eilmeldung aus dem Schweizer E-Food: Valora zieht avecnow den Stecker. Bis und mit heute, dem 16.12.2022, können Kund*innen noch bestellen. Danach gibt avecnow auch noch sein letztes Liefergebiet Basel auf und folgt damit auf Hey Migrolino, der seinen Blitzlieferdienst im August diesen Jahres einstellte.



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