Mindestbestellwert im Onlinehandel: Erhöhungen in Deutschland, Test beim Mindermengenzuschlag in der Schweiz

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Im Onlinehandel sind Mindermengenzuschlag und Mindestbestellwert gängige Konzepte, die zusammengehören. Den Mindermengenzuschlag, weniger häufig auch Kleinmengenzuschlag genannt, verrechnen Handelstreibende dann, wenn ein unrentabler Warenkorb bestellt wird. Das heisst, wenn der Wert der bestellten Ware im Verhältnis zum damit verbundenen Aufwand mit Kommissionierung, Verpackung und Versand zu tief, sprich, für den Händler nicht wirtschaftlich ist.

Der Mindestbestellwert wiederum wird nicht von allen Händlern gleich verstanden: Für viele gibt er den Wert an, ab dem der Mindermengenzuschlag entfällt, das heisst, ab welchem die Lieferung kostenlos wird.

Einige wiederum interpretieren den Mindestbestellwert als Wert, ab dem eine Bestellung überhaupt abgeschickt werden kann. Dies ist überwiegend bei den Lebensmittel-Onlinehändlern der Fall, wie am Beispiel eines kleinen Warenkorbs mit Warenwert von CHF 19.90 bei coop.ch in der nachfolgenden Abbildung ersichtlich ist.

coop.ch Warenkorb Mindestbestellwert
Wie bei fast allen Lebensmittel-Onlinehändlern bedeutet bei coop.ch der Mindestbestellwert nicht «Wert ab Gratislieferung», sondern Wert, der erreicht werden muss, um überhaupt eine Bestellung abschicken zu können (Zur-Kasse-Button ist ausgegraut). — Quelle: coop.ch

Deutsche Händler erhöhen Mindestbestellwert sukzessive

In den letzten Monaten war in den Medien immer wieder mal von deutschen Onlinehändlern die Rede, die den Mindestbestellwert für Gratislieferungen erhöht haben. Konkret handelt es sich dabei um Amazon (in Deutschland für Nicht-Prime-Kund*innen von 29 Euro auf 39 Euro). Bei Zalando gibt es seit letztem Sommer einen Mindestbestellwert für Gratislieferungen, der für die Schweiz bei CHF 34.90 liegt – ansonsten zahlt der Kunde CHF 5.95 Liefergebühr. About You zog nach und kündigte im Januar diesen Jahres ebenfalls die Einführung eines Mindestbestellwerts in allen Märkten an.

In der Schweiz wird am Mindermengenzuschlag geschraubt

Für Schweizer Onlineplattformen ist das Thema Mindestbestellwert nicht so aktuell (jedenfalls nur vereinzelt z.B. bei Stash Anfang Februar), da die Etablierten von Galaxus über Brack bis hin zu Microspot oder Manor (um nur einige der Top 30 umsatzstärksten Schweizer Onlinehändler zu nennen) schon lange einen Mindestbestellwert für kleine Warenkörbe kennen.

Bei den drei genannten kostet dieser Zuschlag bis Bestellwert CHF 50 zwischen CHF 8.90 und CHF 9.90. Tatsächlich scheint da allerdings Galaxus eine Änderung in Betracht zu ziehen: Auf der Wiki-Seite ist zwar noch die Rede von einem Neun-Franken-Zuschlag, ein Test-Warenkorb wiederum zeigt jedoch einen um rund CHF3.00 Franken tieferen Zuschlag an.

Bei Galaxus laufe aktuell ein Test, lässt der Schweizer Online-Marktplatz auf Anfrage verlauten. Ende März werde dieser ausgewertet und der Entscheid in Bezug auf den Mindermengenzuschlag final kommuniziert.

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Ein Test-Warenkorb zeigt, dass Galaxus eine Senkung des Mindermengenzuschlags auf CHF 5.90 testet (im Screenshot gelb markiert). — Quelle: Galaxus.ch

 

Credit Beitragsbild: Wallace Chuck



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