E-Commerce-Star aus der Westschweiz: QoQa im Porträt

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«Mehr Themen aus der Romandie aufnehmen» wird uns immer wieder mal als Leserwunsch zurückgespielt. Wer über E-Commerce in der Romandie schreibt, kommt an einem Unternehmen nicht vorbei: QoQa. Die Liveshopping-Plattform der ersten Stunde hatte «portes ouvertes» im Hauptsitz in Bussigny und lud Partner aus der Deutschschweiz ein. Diese Einladung nahmen wir zum Anlass, ein Porträt über den welschen E-Commerce-Star zu schreiben.

In der Westschweiz ist QoQa tatsächlich sowas wie eine Berühmtheit: Die Markenbekanntheit ist sehr gross und bei vielen Westschweizern eben mehr als nur bekannt, sondern gar sehr beliebt. Doch dazu später mehr.

In der Deutschschweiz möchte QoQa seit einigen Jahren auch bekannter werden, was sich als schwieriger herausgestellt hat, als anfangs erwartet. Ungewöhnlich ist dies nicht, schliesslich ist auch Fakt, dass viele aus der deutschsprachigen Schweiz kommende Händler umgekehrt ebenfalls Schwierigkeiten haben, in der Westschweiz Fuss zu fassen. Die Unterschiede beim Marketing und bei den Kaufgewohnheiten sind also weiterhin nicht zu unterschätzen – und das «in beide Richtungen».

85% Mobile-Käufe

Den E-Commerce-Afficionados hierzulande sollte QoQa immerhin ein Begriff sein. Tatsächlich wissen aber viele nicht, dass das quirlig wirkende Unternehmen mit dem Otter-Maskottchen in der Liga der Top 20 Onlinehändler der Schweiz mitspielt (2022 mit CHF 155 Mio. auf Rang 16). Und auch im letzten Jahr hat QoQa weiter zulegen können mit einem Wachstum von 6% auf neu CHF 165 Mio. Umsatz – in einem schwächelnden Markt geprägt von mieser Konsumlaune eine Wachstumsrate, die nur wenige Händler vorweisen können.

Am Tag der offenen Türe vermeldete QoQa weitere spannende Zahlen und Fakten, so zum Beispiel den Anteil an Mobile-Käufen mit der App, der bei 85% liegt. Im Jahr 2023 wurden durchschnittlich 230’000 Uniqe Visits pro Tag gezählt und 4’300 Angebote auf der Plattform feilgeboten.

Beim Besuchs-Event gab QoQa Einblicke in die Räumlichkeiten des Hauptsitzes in Bussigny, wo ein Grossteil der 230 Mitarbeitenden tätig sind.

Spezialisiert auf einzigartige Angebote

Die Deals sind das, worum sich QoQas ganzes Geschäftsmodell dreht: In verschiedenen Verticals verkauft der Händler täglich neue, möglichst einzigartige Angebote. Die grössten Segmente sind dabei Experience & Voucher (z.B. eine Übernachtung im The Dolder Grand Hotel), ausserdem Consumer Electronics, Alkohol sowie Home & Living.

Die Schlüsselaktivitäten von QoQa bestehen demnach darin, diese Angebote zu sourcen und entsprechend auf der Plattform vorzustellen und zu präsentieren. Die Plattform selbst ist eine komplette Eigenentwicklung, mehrheitlich von einem Team, das in Bussigny selbst sitzt. Auch die Präsentation der Deals wird komplett inhouse gemacht. So verfügt QoQa über ein eigenes Foto-Studio und ein Design-Team.

Diese Kompetenz möchte QoQa nun auch anderen Marken zur Verfügung stellen: QoQa bietet Retail Services an. Die Agentur Q-Agency wurde erst vor einem Jahr gegründet. Sie hilft Partnern, ihre Projekte in Schwung zu bringen. Dass Händler ihre Vermarktungs-Skills in Verbindung mit der Reichweite ihrer Plattform Externen anbieten, ist nicht neu. Wir kennen es zum Beispiel auch von Digitec Galaxus mit der Digitec Galaxus Agency.

In diesen Büros werden nicht nur die Deals gesourcet, sondern auch die App programmiert und im hauseigenen Foto-Studio Aufnahmen gemacht.

Community ist QoQa-DNA

Tief in der QoQa-DNA verankert ist der Community-Gedanke. Dieser begleitet das Unternehmen seit Jahren und ist wohl auch der grosse Grund dafür, warum QoQa in der Westschweiz nicht nur bekannt, sondern auch beliebt ist. Am Tag der offenen Tür wird klar, dass die Community, die sogenannte Qommunity, vom Gründer und Inhaber selbst initiiert und geprägt wurde: Pascal Meyer erzählt uns dann auch ein paar Anekdoten, die aufzeigen, dass diese Community eben mehr ist, als nur eine Liste mit Newsletter-Abonnenten, sondern aus echten Fans besteht, die sich mit dem Unternehmen identifizieren.

Eines der bekanntesten Beispiele ist der Picasso-Kauf: Im Dezember 2017 haben 25’000 Menschen einen oder mehrere Anteile an 50 Franken erworben, um Miteigentümerin oder Miteigentümer eines echten Picasso-Gemäldes zu werden. Unverfroren nannten die «Otter» das Projekt auch PiQasso, was wiederum fast einen Rechtsstreit zur Folge gehabt hätte, hätten nicht die Erben des legendären Künstlers selbst eingegriffen und die Idee eines Kunstkaufs durch eine Community für gut befunden.

Ein weiteres Beispiel einer Community-Aktion bescherte QoQa eine Brauerei im Keller, in der nun jeden Monat ein anderes Bier gebraut wird: Ursprünglich hätte in diesem Keller das Lager entstehen sollen. Die Pläne änderten sich aber und eine andere Idee musste her. Die QoQa-Mitarbeitenden konnten Ideen einbringen und schnell wurde diejenige einer hauseigenen Brauerei beliebt. Auch hier sollte die Community wieder zum Zug kommen: In weniger als einer Stunde waren die Tokens für die QoQaBrew verkauft.

Die starke Community ist zweifellos ein zentraler Erfolgsfaktor für QoQa: Die Beispiele oben zeigen, wie es QoQa schafft, Menschen zu begeistern, die QoQa dann auch loyal bleiben, das Unternehmen unterstützen und sich aktiv an der Entwicklung beteiligen.

Pascal Meyer, Gründer und Inhaber von QoQa, hat die «Q-Community» geprägt. Er erzählt Anekdoten, wie der Picasso von der Community gekauft wurde und vom Geburtstags-Event, an dem ein Porsche 911 mit 50% Abschlag auf die Plattform kam.
In diesen Räumlichkeiten wäre ursprünglich ein Lager geplant gewesen. Das Lager wird nun an einem anderen Ort gebaut und stattdessen steht in diesen Hallen nun die QoQa Brauerei, die von der Community finanziert wurde.
Westschweizer Flair in den Büroräumlichkeiten: Die Weine, die für das Wein-Angebot auf QoQa probiert werden, können auch von allen Mitarbeitenden probiert werden.


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