Sandra Freund landet mit Miniso den nächsten Coup – ein Kurzinterview mit der Retail-Unternehmerin

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Sandra Freund ist im Schweizer Detailhandel ein bekanntes Gesicht: Mit Geschäften wie Søstrene Grene (Masterfranchise in der Schweiz aufgebaut und später abgegeben), Lolipop und Feinedinge hat sie gezeigt, wie sich internationale und lokale Konzepte erfolgreich im Markt positionieren lassen. Zu ihrem Portfolio gehören auch Marken, wie etwa Rossis. Und mit Rigotex ist sie sowohl als Markeninhaberin der Labels Kultschtoff und MEYER-MAYOR als auch als Herstellerin tätig.

Nun wagt die Unternehmerin den nächsten Schritt: Sie bringt Miniso, den chinesischen Lifestyle-Retailer mit weltweiter Präsenz, in die Schweiz. Bereits im nächsten Jahr 2026 sollen die ersten Läden eröffnet werden. Das Konzept von Miniso setzt auf Design, Emotion und Erschwinglichkeit und das mit beeindruckender Grösse: Über 7’500 Stores in 112 Ländern sprechen für sich.

Wir wollten von Sandra unter anderem wissen, welches Erfolgsrezept sie im Geschäftsmodell von Miniso erkennt, wo sie das Markenpotenzial für Miniso in der Schweiz sieht und welche Gemeinsamkeiten sie bei Miniso und ihren anderen Handelsformaten wahrnimmt.

Sandra Freund — Quelle: sf-retail.com

[Carpathia] Wie würdest du das Geschäftsmodell von Miniso kurz beschreiben?

[Sandra Freund] Miniso steht für designorientierte Alltagsprodukte zu erschwinglichen Preisen. Das Sortiment umfasst Lizenzartikel (IP-Produkte), Lifestyle- und Beautyartikel, Accessoires, Spielwaren und Deko. Der Fokus liegt auf hoher Warenrotation, trendbasiertem Sortiment und einer ansprechenden Wareninszenierung.

[Carpathia] Was ist das Erfolgsrezept von Miniso?

[Sandra Freund] Das Konzept vereint Design, Qualität und Preisleistung. Schnelle Sortimentswechsel, starke Lizenzmarken und ein emotionales Store-Erlebnis generieren hohe Kundenfrequenz und Wiederkaufraten.

[Carpathia] Wieso siehst du ein Marktpotenzial in der Schweiz?

[Sandra Freund] In der Schweiz besteht eine wachsende Nachfrage nach designaffinen, funktionalen Produkten zu fairen Preisen. Miniso spricht eine junge, internationale Zielgruppe an, die Wert auf Ästhetik, Funktion und Preisbewusstsein legt – ein Marktsegment mit deutlichem Wachstumspotenzial.

[Carpathia] Handelt es sich um ein Franchise-Modell?

[Sandra Freund] Miniso operiert auf Basis eines Franchise-Systems. Die SF Retail Holding AG hält die Exklusivrechte für die Schweiz und betreibt die Stores eigenständig.

[Carpathia] Welche Expansionspläne verfolgst du mit Miniso in der Schweiz?

[Sandra Freund] Geplanter Markteintritt ist 2026 mit ein bis drei Stores. Ziel ist der sukzessive Ausbau zu einem landesweiten Filialnetz mit rund 20 Standorten innerhalb von zehn Jahren.

[Carpathia] Der Detailhandel steht vor grossen Herausforderungen, du siehst aber immer wieder neue Chancen mit Sostrene Grene, Lolipop, feinedinge und jetzt Miniso. Wo siehst du Gemeinsamkeiten zwischen diesen Marken – und welche Chancen ergeben sich daraus für den Schweizer Handel?

[Sandra Freund] Unsere Konzepte – von Søstrene Grene über Lolipop und feinedinge bis Miniso – basieren auf Emotion, Erlebnis und Zugänglichkeit. Erfolgreicher Detailhandel entsteht dort, wo Marken Persönlichkeit zeigen, inspirieren und überraschen. Zentrale Erfolgsfaktoren sind klare Markenidentität, hohe Sortimentsdynamik und starke Flächenproduktivität.

Miniso Store in Champs-Elysées, Frankreich — Quelle: miniso.com

Wir dürfen gespannt sein, wie sich Miniso im Schweizer Markt positioniert und ob die Marke in der Schweiz denselben Nerv trifft wie in Asien oder Europa. Sicher ist: Der stationäre Handel bleibt dann spannend, wenn er Menschen nicht nur Produkte, sondern auch Erlebnisse und Emotionen bietet.



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