Auch in diesem Jahr läuten die Schnäppchentage Singles‘ Day (11.11.), Black Friday (28.11.) und Cyber Monday (01.12.) traditionell das Weihnachtgeschäft ein.
Wir haben eine Black-Friday-Umfrage mit unserer Leserschaft gemacht, um herauszufinden, ob und wie Schweizer Händler in diesem Jahr daran teilnehmen, warum sie mitmachen und mit welchen Erwartungen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle, die uns diesen Einblick gewährt haben.
Zur Stichprobe: An der Online-Umfrage haben 31 Personen teilgenommen, 17 davon nehmen am Black Friday teil, 14 gaben an, nicht daran teilzunehmen. Von den Umfrage-Teilnehmenden gaben 45 % an, im B2B-Geschäft tätig zu sein, der Rest im B2C- resp. D2C-Geschäft.
Die Gründe für oder gegen eine Teilnahme an den Rabatttagen
- Gründe für die Teilnahme am Black Friday – die Top 3 Gründe (Mehrfachauswahl war möglich) waren:
- um nochmal einen Umsatzschub vor Jahresende herbeizuführen (15 Nennungen)
- um neue Kunden zu gewinnen (10 Nennungen)
- um das Lager abzubauen (10 Nennungen)
- Gründe gegen die Teilnahme am Black Friday – die Top 3 Gründe (Mehrfachauswahl war möglich) waren:
- passt nicht zur Markenpositionierung (7 Nennungen)
- wir setzen stattdessen auf eigene Aktionen (z.B. Green Friday, Winter Sale, Weihnachtskampagne; 7 Nennungen)
- zu geringe Margen / kein wirtschaftlicher Spielraum (5 Nennungen)
Obwohl der Umsatzschub als häufigster Grund für eine Teilnahme an den Schnäppchentagen genannt wurde, stimmten nur knapp die Hälfte der Befragten (Teilstichprobe aus den «Black-Friday-Teilnehmenden»), folgender Aussage zu «Der Black Friday ist für uns voraussichtlich der umsatzstärkste Tag im Jahr».
Dies lässt sich allerdings damit erklären, dass sich die Umsätze nicht mehr nur auf einen Tag konzentrieren, sondern mittlerweile auf mehrere Tage. Denn: Drei Viertel der Teilnehmenden bieten über einen Zeitraum von mindestens einer Woche Angebote im Zusammenhang mit dem Black Friday an.
Dabei zeigt sich auch in unserer Umfrage, dass der Singles‘ Day weniger populär zu sein scheint: Nur rund 30 % der Befragten nehmen auch die Umsätze aus dem aus China stammenden Schnäppchentag mit.
Hohe Umsätze, frühzeitige Planung
- Hohe Umsatzerwartungen bedingen eine frühzeitige Planung: Rund 65% haben mehr als 3 Monate vorher mit der Planung der Aktivitäten begonnen, mehr als 80% mindestens 1 Monat vorher.
- Dabei planen fast 60% keine zusätzlichen Kapazitäten ein, wie mehr Ressourcen im Kundensupport oder in der Logistik.
Unterschiedliche Angebots- und Rabattstrategien
- Die beliebtesten 3 Arten von Angeboten für die Schnäppchentage sind (Mehrfachauswahl war möglich):
- Prozentuale Rabatte auf ausgewählte Kategorien oder Produkte (12 Nennungen)
- Prozentuale Rabatte auf das gesamte Sortiment (8 Nennungen)
- Bundle-Angebote (3 Nennungen)
- Keiner der Befragten nannte kostenlose Dienstleistungen, wie eine Gravur, kostenlosen Versand oder zusätzliche Vorteile für Kunden in einem Loyalitätsprogramm als gewährtes Angebot.
Dieses Ergebnis hat uns überrascht: Wir sehen bei den grossen Anbietern klar die Tendenz hin zu gezielten Rabatten und zur Verknüpfung von Loyalitätsprogrammen mit Schnäppchentagen. In der Breite passiert das aber offensichtlich noch kaum. Ein Grund dafür könnte sein, dass es schlicht weniger Aufwand bedeutet – auch technisch – Rabatte pauschal aufs gesamte Sortiment zu geben, statt selektiv zu steuern.
Wir haben auch nach der durchschnittlich gewährten Rabatthöhe gefragt. Von den 11 B2C-Unternehmen, die an den Schnäppchentagen mitmachen, gab es folgende Antworten:
- 11–20%: 6 Nennungen
- 21–30 %: 2 Nennungen
- 31–50%: 3 Nennungen
Insgesamt zeigt die Spannbreite von 11 bis 50%, wie unterschiedlich die Preisstrategien in der Branche sind. Dominant ist die moderate Mitte, aber die hohen «Ausreisser» machen deutlich, dass einige Anbieter bewusst aggressiver vorgehen und auf mehr Aufmerksamkeit zulasten der Marge setzen. Das zeigt sich auch damit, dass der Aussage «Unsere Black-Friday-Umsätze sind nach Abzug aller variablen Kosten profitabel» zwei Teilnehmende nicht zugestimmt haben.
Umsatzentwicklung zum Vorjahr und Prognosen für dieses Jahr
Bei der Frage, wie sich die Black-Friday-Umsätze 2024 im Vergleich zu 2023 entwickelt haben, gaben 40 % an, dass diese gestiegen sind, beim Rest sind sie gleich geblieben (30 %) oder gar gesunken (30 %).
Für dieses Jahr bleiben die Händler und Marken optimistisch und gehen davon aus, dass die Aussichten in diesem Jahr etwa gleich oder sogar etwas besser sind; keiner der Befragten geht davon aus, dass die Aussichten schlechter sind als im Vorjahr. Rund 10 % schätzen die Aussichten sogar deutlich besser ein als im Vorjahr.















