Update 2026 zum Schweizer E-Food und Quick Commerce

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Auch dieses Jahr publizieren wir unser Update zum Schweizer E-Food und Quick-Commerce und zeigen auf, was sich in den letzten zwölf Monaten verändert hat. Vor allem beschäftigen uns die Fragen: Welche Anbieter sind geblieben, welche sind gegangen und welche neuen sind dazugekommen?

Allgemeine Marktentwicklung

Im Schweizer E-Food gab es im letzten Jahr keine tektonischen Verschiebungen: Der Online-Anteil im Food/Near Food Segment stagniert bei 3%. Der Schweizer E-Food-Markt mit Frischeprodukten erreichte 2025 ein Volumen von CHF 775 Mio. (+CHF 28.2 Mio.; +3.6%). Dies trotz Umsatzrückgängen bei Migros Online, was uns zum ersten Thema bringt, welches den E-Food im vergangenen Jahr seit unserem letzten Beitrag bewegte, nämlich dass Coop.ch Migros Online überholte.

Diese Unternehmen sind nicht mehr da

Werfen wir nun einen Blick auf die Übersicht. Von der «Zielscheibe» verschwunden sind:

Farmy: Der Online-Hofladen, der von Pico übernommen wurde, hat vergangene Woche in einem Newsletter zum Rampenverkauf eingeladen, was das definitive Ende des Frischeanbieters markierte.

Smood.ch: Der Lieferdienst der Migros Genf stellte per Ende April den Betrieb ein. Das Unternehmen war wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. Mit Just Eat wurde schliesslich eine Folgelösung gefunden, aber dazu später mehr.

Die Neuen auf der Übersicht

Neu auf unserem Diagramm zu finden sind Unternehmen vor allem in der Kategorie «Restaurants, Kochboxen». Dieser Kategorie ordnen wir in diesem Jahr erstmals auch Konzepte zur Lebensmittelrettung zu:

Wiesner: Das Gastronomie-Unternehmen betreibt verschiedene Restaurant-Ketten, wie Negishi, Outback oder Miss Miu. Früher setzte das Familien-Unternehmen auf eigene Velokuriere für die Lieferung, inzwischen werden diese von «Uber Direct», der White-Label-Lösung von Uber Eats ausgeführt. Die Bestellungen nimmt Wiesner über die eigenen Websites von Negishi und Co. entgegen.

Too Good to Go: Der Lebensmittelrettungs-Marktplatz aus Dänemark ist schon länger bekannt für die Überraschungspakete, die man spätabends zur Vermeidung von Food-Waste aus Restaurants und Supermärkten abholen kann. Interessant ist, dass  mit beispielsweise Kuoni auch Pick-up-Partner für die Übergabe solcher Lebensmittelrettungs-Pakete eingesetzt werden. Diese erhoffen sich damit mehr Frequenz. Ebenfalls spannend: Es werden nicht nur Lebensmittel angeboten, sondern auch Blumen und Tiernahrung.

Secend: Ebenfalls neu auf der Übersicht ist das Zürcher Start-up, das über seinen Onlineshop seit 2021 Lebensmittel verkauft, deren Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder überschritten ist.

Nicht auf die Grafik geschafft, weil sie nur kurz auf dem Markt waren, hat es Motatos: Das schwedische Unternehmen mit ähnlichem Geschäftsmodell wie Secend kam vergangenen Oktober in die Schweiz, stellte den Betrieb im gesamten DACH-Raum aber im Frühling wieder ein, um sich in der nordischen Heimat auf profitables Wachstum zu konzentrieren.

Quick Commerce ist kein Thema mehr

Mit Blick auf die einzelnen Ringe fällt auch auf: Quick Commerce, also der ultraschnelle E-Commerce, konnte sich nach einer Experimentierphase um die Coronazeit herum nicht nachhaltig etablieren: Im Supermarkt-Bereich ist der aus Österreich kommende Alfies noch als einziger aktiv.

Weitere Entwicklungen

Weitere spannende Entwicklungen im E-Food, die wir in den vergangenen Monaten beobachteten:

Nennenswert in diesem Jahr ist die Aussage von Galaxus, dass der Onlinehändler bis 2026 CHF 420 Mio. und bis im Jahr 2030 CHF 1 Mrd. Umsatz mit Food und Near Food erzielen möchte. Seit 2023 konnte Galaxus in dieser Kategorie jedes Jahr um 40% wachsen.

Migros Online baut in diesem Jahr dank der Inbetriebnahme des neuen Verteilzentrums in Regensdorf seine Kapazitäten aus – sowohl beim Sortiment als auch bei den Liefermöglichkeiten.

Bemerkenswert ist zudem das Angebot der Migros Genossenschaften Genf, Wallis und Tessin, die 10’000 Produkte auf Just Eat anbieten. Diese Offensive fällt auf und scheint etwas quer in Migros‘ E-Food-Strategie zu stehen, zumal ähnliche Angebote der Detailhändlerin, wie My Migros oder smood.ch, an fehlender Wirtschaftlichkeit gescheitert waren.

Fazit

Der Schweizer E-Food befindet sich in einer Phase der Stabilisierung: Die grossen Umwälzungen und neue Konzepte bleiben aus, während sich der Markt schrittweise und moderat weiterentwickelt. Wachstum und Wachstumsambitionen kommen derzeit vor allem von den etablierten Anbietern im Schweizer E-Food und Onlinehandel.



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