Loyalty Report 2026: Fünf Erkenntnisse und welche Schlüsse Sie nicht daraus ziehen sollten

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Wir haben fünf Erkenntnisse aus dem Loyalty Report 2026 von hello again und dem Österreichischen Handelsverband ausgewählt und zeigen in diesem Beitrag, welche Schlüsse Sie daraus nicht ziehen sollten.

1) «Wir brauchen jetzt auch ein Loyalitäts-Programm»

Gemäss der Studie nutzen rund 80 % der im DACH-Raum Befragten Bonusplattformen oder Treueclub-Apps zumindest gelegentlich. Die mögliche Konsequenz: «Wir brauchen jetzt auch ein Loyalitäts-Programm.» Aber Achtung: Die Studie zeigt nicht auf, an wie vielen Programmen Personen durchschnittlich teilnehmen. Andere Studien gehen von nur etwa 4 bis 9 aus. Warum sollte Ihres eines davon sein?

Die differenziertere Schlussfolgerung: «Viele Konsument*innen nutzen zwar solche Programme, aber nur eine Handvoll derselben. Welchen Mehrwert können wir unserer Zielgruppe bieten, um eines der Auserwählten zu werden?»

2) «Unsere Kunden wollen jede Woche von uns lesen»

Die Studie gibt an, dass 82.1 % der Kund*innen mindestens einmal pro Woche über Angebote und Neuigkeiten informiert werden wollen. Die mögliche Schlussfolgerung: «Lasst uns ab jetzt jede Woche einen Newsletter versenden.» Auch hier gilt es, genauer hinzuschauen: Die Basis dieser rund 80 % sind nur diejenigen, die überhaupt über Angebote/Neuigkeiten informiert werden wollen. Rund 13 % hatten dem schonmal nicht zugestimmt. Was die anderen angeht, ist dieser Wunsch nach wöchentlichen Updates (zwar so nicht abgefragt) auf jeden Fall an die Relevanz der Inhalte gekoppelt.

Das bessere Take-Away wäre: «Bei einer Mehrheit der Konsument*innen sind wöchentliche Updates erwünscht. Können wir jede Woche etwas für sie Relevantes zusammenstellen? Wenn nein, belassen wir lieber die aktuelle Frequenz bei.»

3) «Wir müssen mehr Daten sammeln»

Etwa 60 % erwarten gemäss Studie auf sie persönlich zugeschnittene Angebote und Informationen. Das mögliche Fazit: «Wir müssen mehr Daten sammeln.» Auch hier ist Vorsicht geboten: Personalisierung beginnt nicht bei der Menge der verfügbaren Daten, sondern bei deren sinnvoller Nutzung, denn mehr Daten führen nicht automatisch zu relevanteren Angeboten.

Das bessere Fazit wäre hier demnach: Welche personalisierten Angebote mit Mehrwert können wir unseren Kund*innen vielleicht auch mit bereits bestehenden Daten machen? Ein sehr simples Beispiel: Anhand des Geburtsdatums jedes Jahr einen Gutschein via E-Mail schicken – denn wer freut sich nicht über einen Geburtstagsgruss mit der Option, sich gleich selbst etwas zu gönnen.

4) «Je mehr Rabatte, desto erfolgreicher»

Über 70 % der Befragten erwarten von einem Kundenbindungsprogramm Ersparnisse durch Rabattaktionen. Die mögliche Schlussfolgerung: «Unser Loyalitäts-Programm muss viele Rabatte anbieten.» Doch auch hier gilt es, kritisch zu bleiben: Dieses Ergebnis sagt nur aus, was Konsument*innen erwarten, aber nicht, was diese dazu bringt, langfristig loyal zu bleiben. Zudem locken gerade zu grosszügige Rabatte preissensitive Kunden an, die schnell wieder wechseln, wenn es anderswo noch günstiger ist.

Die langfristig erfolgreiche Schlussfolgerung: «Rabatte und Ersparnisse sind den meisten wichtig, doch mit welchen anderen konkreten Angeboten (Early Access, kostenloser Versand, Event-Einladungen) schaffen wir es, Konsumenten langfristig für uns zu begeistern und eine emotionale Bindung zu ihnen herzustellen?»

5) «Punktesysteme funktionieren nicht»

Gemäss Studie erwarten 82.4 % der Befragten Belohnungen, die sofort einlösbar sind. Die mögliche Schlussfolgerung: «Punktesysteme funktionieren nicht mehr.» Auch hier greift eine vorschnelle Interpretation zu kurz: Die Studie sagt nicht, dass Kund*innen keine Bonuspunkte sammeln möchten. Sie zeigt vielmehr, dass Belohnungen möglichst schnell einen spürbaren Mehrwert bieten sollten. Dass Bonuspunkte nach wie vor attraktiv sind, zeigt die Studie sogar selbst: 43.1 % der Befragten zählen einen Preisnachlass durch Bonuspunkte zu den attraktivsten Vorteilen eines Kundenbindungsprogramms. Das Problem ist also nicht das Punktesystem an sich, sondern wenn Kund*innen erst nach Monaten oder dutzenden Einkäufen die erste Belohnung erhalten.

Das bessere Take-away wäre: «Gestalten wir unser Loyalitätsprogramm so, dass der erste Erfolg möglichst schnell eintritt.» Das kann ein Willkommensbonus oder ein Punktesystem sein, bei dem erste Belohnungen bereits nach wenigen Einkäufen erreichbar sind.

Zum Report

Der Studie Loyalty Report 2026 wurde vom österreichischen Anbieter für Kundenbindungsplattformen hello again in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Handelsverband durchgeführt. Es wurden 2’040 Konsumentinnen und Konsumenten aus dem DACH-Raum im Alter von 18 und 65 Jahren befragt (1’000 in Deutschland, 500 in Österreich und 500 in der Schweiz). Hier geht es zum Download des kompletten Reports.




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