Update 2026 zum Schweizer Fashion-Onlinehandel

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Der Schweizer Fashionmarkt (Bekleidung, Fashion-Accessoires, Schuhe und Sportbekleidung) erzielte 2025 gemäss NIQ einen Gesamtumsatz von CHF 7.85 Mrd. und lag damit 1.9 % unter dem Vorjahr. Im Zuge einer methodischen Überarbeitung hat NIQ den Vergleichswert für 2024 rückwirkend von CHF 7.4 Mrd. auf CHF 8.0 Mrd. angepasst. Grund dafür ist die nachträgliche Berücksichtigung zusätzlicher Onlineanbieter, insbesondere aus Asien.

Für den Fashion-Onlinehandel geht NIQ von einem Onlineanteil von 36 % und damit von einem Onlineumsatz von CHF 2.83 Mrd. aus. Der Handelsverband.swiss schätzt den Schweizer Fashion-Onlinehandel dagegen auf CHF 2.09 Mrd. und weist nach fünf rückläufigen Jahren erstmals wieder ein Wachstum von 2.5 % aus.

Die Unterschiede bei der Markteinschätzung sind vor allem auf die unterschiedliche Berücksichtigung von Auslandseinkäufen sowie die schätzungsbasierte Methodik beider Erhebungen zurückzuführen.

Unsere eigene Schätzung für das Jahr 2025 liegt mit CHF 3.5 Mrd. sogar über den beiden ausgewiesenen Marktgrössen. Dies wird zum Teil auch durch die nachfolgenden Umsatzschätzungen basierend auf unserem Umsatzranking gestützt.

Umsatzentwicklung der Fashionanbieter im Umsatzranking

Die folgende Grafik zeigt die Umsatzentwicklung führender Anbieter im Schweizer Fashion-Onlinehandel von 2019 bis 2025. Grundlage dafür ist unser Carpathia Umsatzranking.

Berücksichtigt wurden daher alle Onlineshops, die im Umsatzranking mit den Top 50 Onlinehändlern der Kategorie «Fashion & Accessoires» zugeordnet sind. Bei den Anbietern mit einem relevanten Sortiment ausserhalb des Fashionbereichs wurden die Umsätze auf den geschätzten Fashion-Anteil reduziert (Shein 80%, Bonprix 75%, La Redoute 50%). Explizit nicht aufgeführt in der Grafik sind Händler, die im Ranking einer anderen Kategorie, wie «Universal», zugeordnet sind, aber auch Fashion online verkaufen (z.B. Manor) oder auch Fashion-Onlinehändler, die nicht im Ranking sind (z.B. Breuninger).

Quelle: Carpathia – insights.carpathia.ch
  • Zalando bleibt mit CHF 1’820 Mio. Umsatz 2025 und grösstem absoluten Wachstum von CHF 120 Mio. unangefochtener Marktführer im Schweizer Fashion-Handel (aufgrund des deutlich höheren Umsatzniveaus von Zalando gegenüber anderen Anbietern haben wir die Grafik in zwei Skalen eingeteilt, um die Entwicklungen besser sichtbar zu machen).
  • Zusammen mit dem inzwischen zu Zalando gehörenden AboutYou kratzt die Fashion-Plattform an der Zwei-Milliarden-Grenze und könnte diese bei anhaltendem Wachstum nächstes Jahr knacken.
  • Shein mit stärkstem relativen Wachstum von 16 % ggü. 2024 trotz ebenfalls in Fashion starkem asiatischen Mitbewerber Temu und mit insgesamt starker Entwicklung, was den Trend zum günstigen Fast-Fashion in der Schweiz bestärkt.
  • Best Secret setzt die Wachstumsgeschichte in der Schweiz weiter fort und hat nach About You inzwischen auch H&M überholt. Zudem konnte der Club-Shopping-Anbieter im Premiumsegment seinen Umsatz seit 2022 mehr als verdoppeln.
  • H&M stagniert seit einigen Jahren, bei Bonprix und La Redoute ist ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Beide stehen unter Druck durch Marktplätze und Fast-Fashion-Anbieter.

Weitere Entwicklungen seit dem letzten Update

Die weiteren spannenden Entwicklungen seit dem letzten Fashion-Update:

  • Zalando veröffentlichte diese Woche die Geschäftsergebnisse für Q2. Zwar hat das Unternehmen durch die Einbeziehung von About You ein nominelles Umsatzwachstum erzielt, verfehlte mit seinem Quartalsergebnis jedoch die Markterwartungen. Die Zahlen zeigten auch, dass sich der Berliner Fashion-Konzern mit dem Ausbau des Partnergeschäfts konsequent zur digitalen Infrastruktur des europäischen Fashionhandels entwickelt und die Profitabilität zunehmend vom margenstarken B2B-Geschäft getragen wird.
  • Auch in der Schweiz wächst der politische Druck für Billig-Anbieter aus China und damit Ultra-Fast-Fashion-Anbieter Shein – zur Diskussion steht eine Zusatzgebühr für die Bearbeitung sowie verstärkte Kontrollen und Kennzeichnungspflichten. Ebenfalls blicken wir gespannt auf den geplanten Börsengang von Shein und bekamen vor kurzem mit dem Börsenprospekt spannende Einblicke zu sehen.
  • Im Secondhand-Markt für Fashion online tut sich weiterhin wenig bis nichts (ganz anders als im benachbarten Ausland mit Vinted oder Sellpy). Der Markt ist noch fragmentiert und klein mit ein paar hiesigen Anbietern und Marken sowie dem relativ jungen Anbieter Marko, der ebenfalls einen grossen Fokus auf Fashion hat.
  • Auch im stationären Handel gab es im vergangenen Jahr seit dem letzten Update Bewegung: Kiabi hat den Markteintritt in der Schweiz gestartet und plant langfristig bis zu 30 Filialen, Bally hat die Schuhproduktion und zuletzt auch die Läden geschlossen und Mammut wurde an einen neuen chinesischen Eigentümer verkauft.
  • Schweizer Anbieter wie PKZ und Chicorée behaupten sich: PKZ investiert CHF 2 Mio. in einen neuen Onlineshop und setzt verstärkt auf KI-Optimierung. Der Onlineanteil liegt heute bei rund 10 %, das Umsatzziel bei über CHF 200 Mio. innert 5 Jahren. Chicorée baut trotz schwierigem Markt weiter aus und setzt verstärkt auf Digitalisierung und KI. Bayard wiederum musste einen stärkeren Umsatz-Rückgang von CHF 137 Mio. auf neu CHF 130 Mio. vorweisen, was aber vor allem auf die Straffung des Filialnetzes von 84 auf neu 77 Läden zurückgeführt wurde.

Beitragsbild: KI-generiert




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