Die Schweizerische Post hat auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Ipsos das Verhalten und die Stimmung der Schweizer Kundinnen und Kunden im E-Commerce untersucht. Das E-Commerce-Stimmungsbarometer beleuchtet die Gewohnheiten und Präferenzen entlang der gesamten Customer Journey, von der Produktsuche über Bestellung und Bezahlung bis hin zu Logistik und Retouren.
An der Studie nahmen 1’050 Personen aus allen Sprachregionen der Schweiz teil. Die Befragung wurde vom 7. bis 25. Mai 2026 durchgeführt. Befragt wurden Personen, die innerhalb der letzten zwölf Monate Produkte online gekauft haben. Die Ergebnisse sind
repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung, die online einkauft.
Wir haben die spannendsten Erkenntnisse aus dem Schweizer E-Commerce-Stimmungsbarometer 2026 zusammengefasst.
Digitec Galaxus muss die Spitzenposition wieder abgeben
Wo starten Schweizer Kundinnen und Kunden ihre Produktsuche beim Onlineeinkauf? 2025 lag Digitec Galaxus erstmals an der Spitze und löste damit die klassischen Suchmaschinen als häufigsten Einstiegspunkt ab. 2026 übernehmen Suchmaschinen wie Google oder Bing mit 45% wieder die Spitzenposition. Dicht dahinter folgt Digitec Galaxus mit 42%, während Zalando mit 40% an dritter Stelle liegt.
Spannender als die Rangfolge ist die Verschiebung der gesamten Produktsuche und die zunehmende Verschiebung zu einigen grossen Plattformen, wo Produktauswahl und Inspiration gebündelt werden: Amazon steigt im Vergleich zum Vorjahr von 18% auf 33%, Temu sogar von 10% auf 28%. Auch Zalando legt deutlich zu und erreicht 40%. Gleichzeitig verlieren spezialisierte Onlineshops als Einstiegspunkt massiv an Bedeutung und sinken von 39% auf 22%.
Dass Digitec Galaxus wiederum trotz eines Rückgangs um 12 Prozentpunkte weiterhin zu den wichtigsten Einstiegspunkten gehört, unterstreicht die anhaltende Beliebtheit und das Vertrauen in den Schweizer Onlinehändler. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie hart umkämpft der erste Kontaktpunkt in der Customer Journey ist und wie viele digitale Plattformen zunehmend um die Aufmerksamkeit der Kundinnen und Kunden buhlen.
Auch KI-basierte Chats gewinnen als Einstiegspunkt für die Produktsuche weiter an Bedeutung. Während 2024 lediglich 1% der Befragten ihre Produktsuche dort starteten, waren es 2025 bereits 4% und 2026 sind es 9%. (Abbildung 1)

Spannend ist auch der Blick auf die verschiedenen Altersgruppen: Bei den 16- bis 24-Jährigen beginnt die Produktsuche am häufigsten direkt bei Zalando: 55% nennen die Plattform als Einstiegspunkt. Zudem nutzt diese Altersgruppe TikTok und Instagram deutlich häufiger für die Produktsuche als ältere Generationen. (Abbildung 2)

ChatGPT und Co. für die Produktsuche
Dass KI in aller Munde ist, wissen wir. Doch wie häufig werden generative Chats wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder Google Gemini tatsächlich für die Produktsuche und Produktwahl eingesetzt?
Besonders häufig kommen generative Chats bei den 25- bis 44-Jährigen zum Einsatz: 37% geben an, diese wöchentlich oder häufiger für die Produktsuche oder Produktwahl zu nutzen. Dicht dahinter folgen die 16- bis 24-Jährigen mit 36%. Mit zunehmendem Alter nimmt die Nutzung deutlich ab. Bei den 60- bis 79-Jährigen haben 52% generative Chats noch nie für die Produktsuche oder Produktwahl verwendet. (Abbildung 3)

Auch KI-Einkaufsassistenten wie Chatbots oder virtuelle Berater direkt in Onlineshops werden häufiger von jüngeren Altersgruppen genutzt. Über alle Altersgruppen hinweg verwenden 32% der Befragten solche Einkaufsassistenten oft oder manchmal, während 46% diese noch nie genutzt haben. (Abbildung 4)
Generative KI wird damit insbesondere bei jüngeren Zielgruppen zunehmend Teil der Produktsuche. Für Onlinehändler wird die Frage relevanter, wie ihre Produkte künftig nicht nur über klassische Suchmaschinen, sondern auch über KI-basierte Systeme gefunden werden.

Gründe für Kaufabbrüche
Auf die Frage, weshalb ein Onlineeinkauf am ehesten abgebrochen wird, bleibt wie bereits in den Vorjahren die fehlende Lieferung in die Schweiz mit 57% der meistgenannte Grund. Dahinter folgen mit 50% die Liefergebühren und mit 49% versteckte Kosten, wie beispielsweise Mindestbestellmengen oder Zollgebühren. Weitere wichtige Gründe für einen Kaufabbruch sind Sicherheitsbedenken und lange Lieferzeiten mit jeweils 37%.

Marktplätze
Auch in diesem Jahr gehören Digitec Galaxus, Zalando und Temu zu den meistgenutzten Marktplätzen und Plattformen der Schweizer Onlineeinkäuferinnen und Onlineeinkäufer. Am häufigsten wurde mit 55% bei Digitec Galaxus eingekauft, gefolgt von Zalando mit 48%. Temu belegt mit 41% den dritten Platz, knapp vor Amazon mit 39%. (Abbildung 6)

Zu den wichtigsten Aspekten beim Einkauf auf Marktplätzen und Plattformen zählen für die Befragten günstigere Preise. Ebenfalls wichtig sind die grössere Auswahl an Produkten aus einer Produktkategorie sowie die bessere Verfügbarkeit von Produkten.
Die Bedeutung von Marktplätzen zeigt sich auch in unserem aktuellen Umsatzranking: Die sechs umsatzstärksten Anbieter im Schweizer B2C-Onlinehandel sind allesamt Marktplätze. Besonders Temu hat sich innerhalb kurzer Zeit etabliert und erreicht gemäss unseren Schätzungen mittlerweile einen Onlineumsatz von CHF 1 Mrd. in der Schweiz.
TWINT führt bei den Zahlungsmöglichkeiten
Bei den bevorzugten Zahlungsmöglichkeiten beim Onlineeinkauf wird TWINT mit 56% am häufigsten genannt, knapp vor der Kreditkarte mit 53%. Damit steht TWINT nach 2024 wieder an erster Stelle, nachdem 2025 die Kreditkarte die Spitzenposition übernommen hatte. Dahinter folgt der Kauf auf Rechnung mit 45%. (Abbildung 7)
Besonders beliebt ist TWINT bei den 16- bis 24-Jährigen mit 76%. Mit zunehmendem Alter nimmt die Präferenz für TWINT ab, während die Kreditkarte und der Kauf auf Rechnung an Bedeutung gewinnen.

Die wichtigsten Lieferoptionen
Bei den Lieferoptionen ist für 75% der Befragten die Online-Sendungsverfolgung am wichtigsten. Dahinter folgt mit 69% die Vorankündigung des Sendungsempfangs per SMS, E-Mail oder Push-Benachrichtigung. An dritter Stelle steht mit 58% die Möglichkeit, Sendungen zu steuern, beispielsweise durch eine Deponierung oder Weiterleitung.
Transparenz und Kontrolle bei der Zustellung sind den Befragten wichtiger als maximale Geschwindigkeit: Next Day Delivery ist für 46% wichtig, Same Day Delivery lediglich für 30%.

Retourenbedingungen
Beim Retourenprozess ist für 86% der Befragten wichtig, dass die Versandverpackung auch für die Retoure genutzt werden kann. Dicht dahinter folgen mit jeweils 85% verständliche Rücksendebedingungen und eine kostenlose Retoure. Ebenfalls wichtig sind mit jeweils 84% eine bereits beigelegte Retourenetikette sowie das Vermeiden von Zollkosten.

Was ziehen wir daraus?
Die Produktsuche im Schweizer E-Commerce verändert sich weiter. Suchmaschinen erobern die Spitzenposition zurück und bleiben zentral, genauso wie grosse Plattformen und Marktplätze, die weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig etablieren sich generative KI und Social Media, insbesondere bei jüngeren Konsumentinnen und Konsumenten, zunehmend als neue Wege zur Produktsuche und Produktwahl. Grundlegende Anforderungen an einen guten Onlineeinkauf bleiben jedoch bestehen. Dazu gehören transparente Kosten, passende Zahlungsmöglichkeiten sowie einfache Liefer- und Retourenprozesse.
Der vollständige Stimmungsbarometer 2026 kann hier heruntergeladen werden.


















