Media Markt verglich kürzlich in einem Zeitungsinserat seine Preise mit führenden Schweizer Onlinehändlern, darunter auch Microspot.ch und nettoshop.ch. Wie schnell man online reagieren kann, zeigt nettoshop.ch. Beim Händler für Weisswaren war das fragliche Produkt schon kurze Zeit nach Erscheinen des Inserates günstiger als bei Media Markt erhältlich – notabene inklusive Versandkosten.
Microspot.ch schlägt nun mit den selben Waffen zurück und veröffentlichte am 29.10. ein Inserat in 20-Minuten mit einem direkten Tiefstpreis-Vergleich.
Preisvergleich von microspot.ch mit Media Markt in 20 Minuten
Einen weiteren Seitenhieb gab’s kürzlich auch online auf der Startseite von microspot.ch. Dort prangte ein Banner mit der Aufschrift “verursachen Sie keinen Stau” (Screenshot fehlt leider – falls jemand noch einen hat, bitte melden).
Wer erinnert sich nicht an die Werbespots mit den Ameisen, die zusammen einkaufen und sich damit Preisvorteile erschafften (so zumindest die Theorie). Das war zu Zeiten des Internethypes Anfangs dieses Jahrtausends. Genau so fulminant wie letsbuyit.com aufgetreten ist, genau so sang- & klanglos sind sie wieder von der Bildfläche verschwunden.
Bis vor 1 Monat - nun sind die Ameisen zurück und positionieren sich als “erste unabhängige Shoppingseite im Internet, die die Funktionen eines Preisvergleichs mit den Vorteilen einer Community vereint” (gem. Communiqué).
Nun das ist ja nicht wirklich neu. Sociale Shopping Sites gibt es doch schon einige, auch mit Crowd-Sourcing und Preisvergleichen wie z.B. Preisrevier oder Dealjäger. Vom neuen User-Interface her gibt’s ein paar solide Ansätze, wie beispielsweise die sog. 3D-ShoppingWall oder der grafisch aufbereitete Preisverlauf. Grundsätzlich jedoch nichts atemberaubendes.
Für letsbuyit.com spricht, dass es nach wie vor ein starker Brand ist – zumindest für diejenigen, die sich an die ursprüngliche Version erinnern können. Wer mehr über die “early days” von letsbuyit.com erfahren will, für die gibts drüben bei update2.blog.de einen guten Rückblick. V.a. lesenswert sind auch die Gerichtsentscheide zum damaligen Preismodell.
Das neue Businessmodell beinhaltet keine Preisvorteile mehr durch gemeinsames Einkaufen sondern konzentriert sich auf die User-Generated-Beratung verbunden mit einem Preisvergleich. Angeschlossen sind derzeit 160 Shops, die in den Sortimens- und Preisvergleich miteinbezogen werden.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob das neue letsbuyit.com funktioniert. Der Preisvorteil ist weg und Social-Shopping-, Empfehlungs- und Preisvergleichs-Sites gibt es schon einige. Vor allem auch, weil es unter den angeschlossenen Shops wenige mit emotionalen Produkten wie Kleidung oder Möbel hat. Und gerade in diesem Bereich haben sich Social-Sites wie Polyvore, Smatch oder Stylefruits einen Namen gemacht. Bei den letsbuyit.com Shops geht es v.a. um den knallharten Preisvergleich, und den gibt’s anderswo schon. Mir fehlt da die Differenzierungsstrategie und der Überraschungseffekt.
Diese dramatische – wenn gleich nicht ganz unerwartete – Neuigkeit wurde vor rund einer Stunde von der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Für die Quelle-Muttergesellschaft Primondo konnte kein Käufer gefunden werden, 7’000 Personen werden damit ihren Job verlieren.
Erste Anzeichen, dass Quelle so enden wird, gab es zuletzt vor wenigen Tagen. Über Twitter wurde berichtet, dass Quelle die Warenbestellungen für den Sommerkatalog gestoppt habe.
Wie inside-it heute berichtet, ist die kostenlose SBB iPhone Applikation für das Nachschlagen im Fahrplan wie auch dem mobilen Billettkauf nicht mehr online. Gem. Recherchen von inside-it geben sich die Verantwortlichen bedeckt.
Es wird vermutet, dass die Freischaltung der “In App Purchase” Funktion für kostenlose Applikationen vom vergangenen Donnerstag Grund für die Entfernung von kostenlosen iApps sei. Demnach soll Apple gratis Applikationen aus dem iTunes AppStore entfernen, die mobile Umsätze ermöglichen, jedoch nicht die Apple eigene Abrechnungs-Plattform benutzen. Denn Apple beteiligt sich gerne am Umsatz – über “In App Purchase” mutmasslich mit 30% - und dürfte keine Freude daran haben, wer mit kostenlosen iApps Umsatz macht, den Konzern aus Cupertino jedoch nicht daran beteiligt. Anderseits kann sich kein Onlinehändler leisten, 30 Umsatzprozente an eine Abrechnungsplattform abzugeben.
Noch sind mir bekannte OnlineshoppingAnwendungen aufgeschaltet, wie lange noch? Oder ist das ganze doch nur ein Sturm im Wasserglas?
Die Hinweiseverdichten sich, dass Media Markt im nächsten Jahr wieder mit einem Online-Verkaufskanal an den Start gehen wird. Evtl. als Warm-Up staunte ich nicht schlecht, dass im gestrigen Tages-Anzeiger (einer der grössten Schweizer Tageszeitungen) ein sich über vier volle Seiten erstreckendes Inserat (Download als PDF) in gewohnter tiefroter Mediamarkt-Manier erschien.
Wohl um die Frequenz in die eigenen Grossfachmärkte zu sichern, werden Produktpreise im Inserat nicht nur mit Flyern der Konkurrenz verglichen, sondern im Falle von Digitec und NettoShop explizit auch zwei konkurrenzierende Onlinehändler.
Vergleich mit Online-Angebot von nettoshop.ch
Es sind u.a. genau diese Onlinehändler, die von den Herstellern wegen den Tiefpreisen immer wieder unter Druck gesetzt werden, die der stationäre Tiefpreis-Vertreter nun für den Vergleich heranzieht. Es entzieht sich meiner Kennntis, ob nettoshop.ch aufgrund des Inserates den Preis reduziet hat – heute ist das Produkt jedoch billiger als bei Media Markt erhältlich, inklusive Lieferung nach Hause.
Media Markt scheint in der Schweiz wohl die Online-Konkurrenz zu spüren. Nach wie vor wird die Tiefpreis-Garantie propagiert – diese ist jedoch auf die Region eingeschränkt. Wie Media Markt wohl Onlinehändler regional eingrenzen will?
In diesem Jahr sollen in den USA erstmals die Onlineumsätze um ca. 1.5 % sinken gemäss dem “Global B2C E-Commerce-Report” von yStats.com. Anders sehen die Prognosen für Europa aus, wo immer noch mit zweistelligen Zuwachsraten gerechnet werden darf.
So werden u.a. vorausgesagt für
Deutschland: + 13%
Grossbritanien: +17%
Frankreich: +24%
Bei der Anzahl Internet-User stellt sich langsam eine Sättigung ein, nicht ganz unerwartet. Hat doch die Penetration in diesem Bereich in einzelnen Ländern die 90% Grenze überschritten. Der Anteil an Internet-User, die auch online einkaufen, nimmt v.a. in Osteuropa weiterhin stark zu, während Japan sich dem Trend zum mobile Shopping verschrieben hat. Dort sollen bereits 20% des E-Commerce Umsatzes mobil erzielt werden.