Spielzeug-Kauf online: Gedämpfte Konsumlaune, Billigst-Anbieter kommen und «Franzki» ist offline

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«Miese Konsumstimmung trifft Spielzeughändler» titelte vergangene Woche die Sonntagszeitung und nahm dabei Bezug auf die am Folge-Montag veröffentlichte GfK-Publikation: 40 Prozent der befragten Konsumenten wollen in diesem Jahr weniger Geld für Geschenke ausgeben. Bei den Ausgaben für Spielwaren planen Schweizerinnen und Schweizer dieses Jahr 411 Schweizer Franken ein.

Spielwaren-Kauf ist hybrid

Damit ist das Wachstum mit jährlich steigenden Ausgaben für Spielwaren, die im letzten Jahr einen Rekordwert von 500 Schweizer Franken erreicht hatten, unterbrochen. «Aufgrund der wirtschaftlichen Lage gehen die Menschen gezielter einkaufen und achten vermehrt auf Aktionen, wie zum Beispiel die Promotionen der Black Week», erklärt Kurt Meister, GfK-Markt-Experte.

Der Anteil der Konsumenten, die Geschenke lieber online einkaufen, ist gemäss der GfK-Befragung auf Vorjahresniveau geblieben. Hingegen gibt es eine rückläufige Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr beim stationären Einkaufen (-8 Prozent). Gemäss Kurt Meister sei dies ein Trend, den die Marktforscher seit Jahren beobachten. Insgesamt bleibe das Einkaufsverhalten für Spielwaren hybrid: 69 Prozent der Menschen kaufen Online und stationär im Geschäft ein, 22 Prozent nur im Geschäft, 9 Prozent nur online.

Temu und Shein unterm Tannenbaum?

Der Präsident des Schweizer Spielwarenverbandes, Hans Christian von der Crone (er selbst vertreibt Spielwaren mit seinem Import-Geschäft Nimex an Detail- und Fachhandel, wie die Coop Gruppe, Migros Gruppe, Manor, Franz Carl Weber, Brack oder Galaxus.ch), nennt gegenüber der Sonntagszeitung die Ultrabillig-Anbieter Aliexpress, Temu oder Shein – neben der gedämpften Konsumlaune – als weiteres Problem für die Spielzeughändler. Dies insbesondere bei Mitnahme-Artikeln. Allerdings ist es durchaus wahrscheinlich, dass auch grössere Geschenke, wie etwa die überaus beliebten LEGO-Steine (beziehungsweise eine Nachahmung derselben) bei Temu und Co. eingekauft werden. Im Angebot sind sie dort jedenfalls – Weihnachtsrabatt auf den Versand inklusive.

Wie stark lassen sich Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten wohl davon abschrecken, dass die Spielzeuge unter ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen hergestellt wurden und teilweise den hohen Anforderungen der Schweizer Spielzeugverordnung nicht entsprechen (der Spielwaren-Verband hat es getestet)?

Fake-LEGO mit Weihnachtsrabatt auf den Versand bei Temu im Angebot. — Quelle: Printscreen Temu.com

Und was ist los mit Franzki?

Während der Kampf um die wachsenden Online-Anteile im Schweizer Handel mit den chinesischen Anbietern in die nächste Runde geht, scheint dies einen traditionellen Händler kalt zu lassen. Die Rede ist vom traditionsreichen Schweizer Spielzeughändler Franz Carl Weber. Schon seit Wochen ist «Franzki» offline. Im Header des Onlineshops wird die Meldung angezeigt «!!!Aufgrund technischer Probleme können wir leider keine Bestellungen online annehmen. Bitte besuchen Sie uns in unseren Filialen. Vor Ort sind wir wie gewohnt für Sie da!!!».

Technische Probleme in den stärksten Monaten des Jahres, die nicht innert weniger Tage gelöst werden können? Die ehrlichere Message wäre wohl gewesen «aktuell wollen wir online nicht verkaufen». Hat die neue Inhaberin, die deutsche Drogeriemarktkette Müller, etwas damit zu tun? Franz Carl Weber reagierte nicht auf unsere Fragen.

Auch Franzki verkauft die kleinen bunten Steine – aktuell aber nur offline. Im Header die Mitteilung in blau, dass aufgrund technischer Probleme nur in den Filialen eingekauft werden kann — Quelle: Printscreen fcw.ch

Spielwarenverbands-Präsident von der Crone hofft ja, dass möglichst viele Menschen kurzfristig realisieren, dass ihnen Geschenke fehlen und sie dann noch die Läden stürmen. FCW scheint diese Wette auch einzugehen. Wenn sie dann nicht aufgeht, wäre das…eine schöne Bescherung!


Spannend noch im Zusammenhang mit Franz Carl Weber: Heute berichtete die Handelszeitung darüber, wie Franz Carl Weber wohl bald offline aussehen wird. «Eingeweihte Kreise» würden davon ausgehen, dass grössere Filialen im Frühling 2024 umgebaut werden sollen. Hier geht’s zum Artikel.


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